Vorwort 1945




Geschrieben Dr. Lothar Skorning in die Chronick eingefügt Willi Gruschinski

Diese Chronik soll allen Judointressierten und Leihen eine Aufstellung von Geschehnissen im Judo Sport seit Ende des Faschismus in Deutschland, mit Beginn bis Ende der DDR geben. Im ersten Teil bezieht sich der Autor auf die Chronik des DJV der DDR. Dieser Teil wurde erarbeitet von Dr. Lothar Skorning für den Zeitraum von 1945 - 1970 im Mai.

Die vom Autor zusammengestellte Chronik beginnt Mai 1970. 

Sie ist erarbeitet aus den Veröffentlichungen der Mitteilungsblätter des DJV der DDR und den Ippon-Heften, die monatlich für die Mitglieder des DJV erschien.

Hier werden folgende Abschnitte festgehalten:
1. Meisterschaften auf allen Ebenen
2. Wettkämpfer International und National
3. Präsidiumstagungen des DJV der DDR
4. Sitzungen der EJU und IJF
5. Trainingslehrgänge aller Gruppen
6. Vorstellungen von Sportlern und Funktionären
7. Meinungen und Diskussionen von Präsidiumsmitgliedern

Insgesamt möchte ich mit der Chronik alle Sportintressierten ansprechen, auch denen die vielleicht nur für diesen Sport etwas übrig haben.

Chronik des Judosports in der DDR

23. /24. Juni: 1945 II. DDR-Judo-Meisterschaften

Von Doz. Dr. Lothar Skorning

In Vorbereitung des 30. Jahrestages der DDR soll hier in einer längeren Artikelserie mit Hilfe einer Chronik ein sachlicher Überblick über die Entwicklung unseres Judosports im Zeitraum der unmittelbaren Vorgeschichte der DDR und der umfassenden Geschichte unserer sozialistischen Republik, also von 1945 bis 1979, gegeben werden. Diese Chronik ist eineErgänzung zur Artikelserie "Zur Geschichte des Judosports in der DDR", die von mir in dieser Zeitschrift (vgl. Heft 2 - 11) veröffentlicht worden ist. Deshalb sollte man beim Studium und bei der agitatorisch-propagandistischen Verwendung dieser Chronik die erste Artikeserie hinzuziehen. Diese Chronik des Judosports in der DDR hat mehrere Aufgaben. Sie soll in den aktuell-politischen Gesprächen und Versammlungen des DJV der DDR Verwendung finden und unseren Verbandsmitgliedern und Funktionären helfen, am Beispiel unserer Sportart die stolze Entwicklung der DDR nachzuerleben und die Ursachen für diese großartige Bilanz zu begreifen. Sie soll das Geschichtsbewußtsein unserer Judoka stärken und zu vertieften Traditionspflege im DJV beitragen. Sie soll die kommunistische Erziehung in unserem Verband verbessern helfen und uns die Kraft geben, die künftigen, noch höheren Aufgaben zu lösen. Sie soll darüber hinaus die Sektionsleitungen, die KFA und BFA sowie die Kommissionen beim Präsidium anregen, selbst Chroniken oder andere Übersichten über ihre Tätigkeiten anzufertigen. Sie soll schließlich auch als eine Art Nachschlagewerk dienen. Deshalb wird die Artikeserie immer an der gleichen Stelle erscheinen, damit dieses Innenblatt herausgelöst und gesondert aufgehoben werden kann. In diese Chronik wurden einige wesentliche allgemeine geschichtliche und sportlicher Daten aus der DDR-Entwicklung aufgenommen, die für das Verstännis unserer Judogeschichte unbedingt notwendig sind. Aus der Fülle der Daten des Judo-Sports wurden alle wichtigendieser Daten durch mich möglicherweise Diskussionen oder Kritik auslöst, bitte ich hiermit um Verbesserungs Ereignisse aufgenommen, die für unsere Entwicklung typisch und repräsentativ sind. Da die Auswahlvorschläge. Natürlich ist auch jede andere Kritik bzw. jeder Hinweis auf Fehler gern gesehen. Diese Chronik fuBerlin unter meiner Anleitung angefertigt wurden. Es handelt sich um die Jahresarbeit von Helga Konitz undßt auf Vorarbeiten, die von Studenten an der Sektion Sportwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Dieter Hoffmann aus dem Jahre 1969, die den Zeitraum von 1945 bis 1968 erfaßten, und um die Diplomarbeitvon Margot Belger aus dem Jahre 1977, die den Zeitraum von 1969 bis 1976 bearbeitete.

Zur Ergänzung kann folgende historische und sporthistorische Literatur verwendet werden:

Autorenkollektiv: Geschichte der SED - Abriß, Dietz Verlag Berlin 1978.
Autorenkollektiv: DDR/Werden und Wachsen - Zur Geschichte der DDR Dietz-Verlag Berlin 1974
Autorenkollektiv: Klassenkampf/ Tradition/Sozialismus

Von den Anfängen der Geschichte des deutschen Volkes bis zur Gestaltung der entwickelten soz. Gesellschaft in der DDR - Grundriß, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaft Berlin 1974, S. 484 ff.
Autorenkollektiv: Geschichte der FDJ - Chronik, Verlag Neues Leben Berlin 1976
Autorenkollektiv: Geschichte der Körperkultur in Deutschland, Bd. IV (1945 bis 1961), Sportverlag Berlin 1967 Simon, Hans/Weder, Horst: Die Entwicklung von Körperkultur und Sport in der DDR vom Beginn der sechziger Jahre bis 1971 (Studienmaterial), DHFK Leipzig 1975Skorning, Lothar: Chronik des DDR-Sports (1945-1974), Manuskriptdruck, Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR, Berlin 1975
Autorenkollektiv: 25 Jahre DDR - Sport im Blickpunkt, Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR, Berlin 1974
Autorenkollektiv: Im Zeichen des Roten Oktober - Blickpunkt Sport, Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR, Berlin 1977
Autorenkollektiv: Körperkultur und Sport in der entwickelten soz. Gesellschaft der DDR, Theorie und Praxis der Körperkultur, Beiheft 1977, besonders Kapitel 2.

8. Mai: 1945 Befreiung des Deutschen Volkes

Mit der bedingungslosen Kapitulation des Oberkommandos der faschistischen Wehrmacht wird die Militärische Zerschlagung des Faschismus in Deutschland durch die Sowjetarmee un die anderen Kräfte der Antihitlerkoalition besiegelt und damit die Welt vor dem Rückfall in die Barbarei gerette und das deutsche Volk vom nazischtischen Joch befreit.

Mai: Beginn des antifaschistisch-demokratischen Neuaufbaus im Sport

Antifaschistisch gesinnte Sportler beteiligten sich an verschiedenen Orten als Aktivisten der ersten Stunde an der Normalisierung des Lebens und der Gestaltung demokratischer Verhältnisse und nehmen ihre Tätigkeit für den antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau des Sports mit Unterstützung und unter Anleitung der Sportoffiziere der Sowjetischen Militäradminitrastion in Deutschland (SMSAD) auf. Es finden die ersten Sportwettkämpfe statt, und es werden Komunale Sportgruppe als erste Form gebildet.

11. Juni: 1945 Aufruf des ZK der KPD

Mit dem historischen Aufruf wird das deutsche Volk auf das Ziel und den Weg zur Überwindung der Herrschaft des Monopolkapitals hingewisen, das zwei verherrende Weltkriege vom Zaune gebrochen und den Faschismus in den Sattel gehoben hatten. Die dringensten, unmittelbaren Aufgaben werden in zehn Punkten zusammengefaßt.

Juni: 1945 Bildung des Hauptsportamtes in Berlin

Beim Magistrat, der am 19. Mai unter Leitung des Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner (Parteilos) und seines Stellvertreters Karl Maron (KPD) - eines füheren leitenden Fünktionärs der Arbeiter-Athletenbewegung - nach Bestätigung durch die SMAD seine Tätigkeit aufgenommen hatte, wird ein Hauptsportamt unter Leitung des Arbeitersportfunktionärs Franz Müller (KPD) gebildet.

29. Juli: 1946Seelenbinder-Sportfest

Zum ehrenden Gedenken "Werner Seelenbinders", dem die Hitlerfaschisten am 24 Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtete hatten, findet im Stadion von Berlin-Neuköln ein Sportfest mit 6000 Zuschauern statt. Es wird die aus Brandenburg überführte Urne beigesetzt.

2. August: 1945 Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens

In Potsdam wird das Abkommen, das die völkerrechtlichen Grundlagen für den Aufbau eines einheitlichen, friedlichen, demokratischen deutschen Staates und die Politik der Antihitlrtkoalition gegenüber Deutschland festgelegt, von den Regierungsscheft der UdSSR, Großbritannien und den USA unterzeichnet. Es enthält auch Vereinbarungen der Aliierten zur Zerschlagung der Nazipartei und iihrer Untergliederten, also auch des Nazisports, und zur Verhinderung jeglichiger faschistischer und militärischer Betätigung.

17. Dezember 1945: Kontrollrats-Direktive Nr. 23

Diese Direktive des Aliierten Kontrollrates enthält die Beschränkungund Entmilitarisierung des Sportswesens in Deutschland. In ihr wird das entgültige Verbot aller "vor der Kapitulation in Deutschland bestehenden sportlichen, militärischen und paramilitärischen athletischen Organisationen" ausgesprochen und die Erlaubnis für die Bildung von demokratischen Sportorganen und für einen Sportverkehr auf Kreisebene erteilt. Einige besonders von den miissbrauchte Sportarten werden zeitweise nicht zugelassen, dazu gehört auch der Judosport. Er entstand in Deutschland 1930, nachdem sein Vorläufer Jiu-Jitsu etwa schon zwei Jahrzehnte bekannt war. Er entwickelte sich sowohl in der bürgerlichen als auch in der proletarischen Sportbewegung,wurde 1933 brutal von den Nazis gleichgeschaltet und innenpolitisch zum Terror und Außenpolitisch zur Aggession in beonderer Weise mißbraucht. Fortschrittlich gesinnte Judoka sammeln sich nun in den kommunalen Sportgruppen beteiligten sich am antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau und beginnen nach örtlichen Genehmigung mit dem Judotraining.

1946

7. März 1946: Gründung der FDJ

Aus dem antifaschistischen Jugendausschüssen entsteht die FDJ als einheitliche demokratische Jugend Organisation. Erster Vorsitzender wird Erich Honecker. Die FDJ übernimmt die Sportgruppen der anti- antifaschistischen Jugendausschüsse.

21. /22. April: 1946 Vereinigung von KPD und SPD zur SED

In Berlin findet auf Beschluß von KPD und SPD ein Vereinigungsparteitag statt, auf dem die SED gegründet wird. Gleichberechtigte Vorsitzende werden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl. Die SED ist Initiator und Motor des revolutionären Prozesses in unserem Lande und fördert Körperkultur und Sport wie nie zuvor in der deutschen Geschichte.

28. /29. November 1946: Richtlinie zum Aufbau von FDJ-Sportgruppen

Der FDJ-Zentralrat beschließt Richtlinien für FDJ-Sportgruppen, als einer weiteren Form des antifaschistisch-demokratischen Sports. Danach übernimmt die FDJ in allen Länndern der sowjetischen Besatzungszone mit Ausnahme von Berlin die Verantwortung für den Sport. Auch Judoka arbeiten in den FDJ-Sportgruppen.

1947

5. Mai 1947: 1.Ausgabe Deutsches Sportecho

Im Sportverlag Berlin erscheint erstmalig die Zeitung „Deutsches Sportecho“.

26. /27. Juli 1947: 1.Ostzonen-Meisterschaften

In Halberstadt finden die ersten Meisterschaften in der sowjetischen Besatzungszone statt, und zwar imSchwimmsport.

1948

1. August 1948: Aufruf zur Bildung der demokratischen Sportbewegung

Der Vorsitzende des FDJ-Zentralrates, Erich Honecker, und der Vorsitzende des FDGB-Bundesvorstandes, Jendretzky, werden sich in einem gemeinsamen Aufruf an die Sportler, in dem Sie ihren Entschluß bekanntgeben, eine einheitliche Demokratische Sportbewegung mit einem Deutschen Sportausschuss an der Spitze und mit FDJ und FDGB als Trägerorganisation zu bilden. Daraufhin bilden sich aus den kommunalen Sportgruppen bzw. FDJ-Sportgruppen Sportgemeinschaften (SG) und Betriebssportgemeinschaften (BSG) und es entstehen Kreis- und Landessportausschusse (KSA und LSA).

1. Oktober 1948: Konstituierung des Deutschen Sportausschusses (DS)

In Berlin konstituiert sich in einem feierlichen Akt der Deutsche Sportausschuss als oberste Leitung der Demokratischen Sportbewegung in Anwesenheit von Erich Honecker und Hans Jendretzky. Zum Leiter des DS wird Waldemar Borde berufen. Mit der Gründung der Demokratischen Sportbewegung unter Leitung des DS ist eine qualitativ neue Sportorganisation in Deutschland entstanden, die richtigen Lehren aus dem jahrzehntelangen Missbrauch des Sports durch die Imperialisten und aus der restaurativen Entwicklung des Sports in den Westzonen zog. Mit der Bildung des DS war die Übergangsphase zur Schaffung eines antifaschistischen-demokratischen Sports abgeschlossen. 200 000 Mitglieder waren in dieser neuen einheit- lichen und fortschrittlichen Sportbewegung erfasst. Mit der Gründung des DSist auch das zeitweilige Verbot des Judosports offiziell aufgehoben worden. In Berlin, Leipzig, Dresden, Magdeburg, Erfurt, Gera und anderen Städten entstehen Judosportarten in den SG bzw. BSG in denen Rolf Andress, Helmut Bark, Hans Becker, Julius Carow, Arno Frank, Willi Fietsch, Siegmund Haunschild, Hans Heidemann, Kurt Hering, Kurt Jahn Karl Knoop, Ernst Lassahn, Otto Lessing, Gerhard Mitzschke, Willi Rother, Ewald Schönrock, Lothar Schönrock, Lothar Skorning, Walter William, Horst Wolf und viele andere als Funktionäre, Trainer und Aktive wirken. Beim DS wird eine Abteilung "Schwerathletik" genannt - unter Leitung von Alfred Mainschack gebildet, die auch für den Judosport verantwortlich ist.

1949

4. bis 6. Juni 1949: Sportfest der Jugend

In Leipzig findet anlässlich des III. Parlaments der FDJ ein begeisterndes Sportfest der Jugend mit 20 000 Teilnehmern statt. Mit dieser Veranstaltung tritt die junge Demokratische Sportbewegung zum ersten Male

14. bis 28. August 1949: Erster internationaler Start

Eine Delegation des DS mit 115 Sportlern und Funktionären nimmt als Teil der FDJ-Delegation an den II. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Budapest (Ungarn)) teil und erhält hier erstmalig internationale Startmöglichkeiten.

7. Oktober 1949: Gründung der DDR

Der Deutsche Volksrat - die oberste Vertretung des durch allgemeine und freie Wahlen der Bevölkerung gewählten Deutschen Volkskongresses für Einheit und gerechten Frieden - tritt in Berlin unter dem Vorsitz von Wilhelm Pieck zu seiner 9. Sitzung zusammen und beschließt, sich zur Provisorischen Volkskammer der DDR umzubilden, die Verfassung der DDR in Kraft zu setzen und Otto Grotewohl mit der Bildung der DDR Regierung zu beauftragen. Damit ist die Gründung des neuen Staates - des ersten Arbeiter- und Bauern- Staates in der deutschen Geschichte - vollzogen, den herangereiften Bedingungen in der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus auch auf deutschen Boden entsprochen und die widerrechtliche Bildung der Bundesrepublik und die damit vollzogene Spaötung Deutschlands beantwortet worden. Der DS begrüßt im Namen aller Sportler diesen histrischen bedeutsamen Akt.

11. Oktober 1949: Wilhelm Pieck - Präsident der DDR

Wilhelm Pieck wird von der Volkskammer einstimmig zum ersten Präsidenten der DDR gewählt. In einer begeisternden Massendemonstration vor der Humbold-Universität Berlin, Unter den Linden bringen etwa eineMillion aus allen Teilen der Republik, darunter über 200 000 FDJler und Sportler ihre Zustimmung zur Gründung der DDR und zur Wahl Wilhelm Pieck zum Ausdruck.

1950

8. Februar 1950: 1. Jugend- und Sportgesetz

Die Volkskammer beschließt auf ihrer 10. Sitzung als eine der ersten Maßnahmen das Gesetz" Über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der DDR und die Förderung der Jugend in Schule, Beruf, bei Sport und Erholung " In ihm werden die Grundlinien für die staatliche Jugend- und Sportpolitik gesetzlich verankert. Wichtigste Maßnahmen: Schaffung des Sportabzeichens, Gründung einer Hochschule für Körperkultur und Sportförderung auf vielen Gebieten.

3. bis 9. März 1950: Erster deutsch-sowjetischer Sportwettkampf in der DDR

Nach fast 20jähriger Zwangspause findet in Schierke anlässlich der 1. Wintersportmeisterschaften der DDR mit Skispringen aus der UdSSR der erste deutsch-sowjetische Sportwettkampf auf dem Boden unserer Republik statt.

24. /25. Juni 1950: I.DDR-Judo-Meisterschaften

In Dresden werden nach Ausscheidungskämpfen in Berlin und in denLändern Brandenburg, Sachsen, SachsenAnhalt, Thüringen und Mecklenburg die ersten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo veranstaltet. Nach spannenden

Kämpfen platzierten sich in den sechs Gewichsklassen:

Federgewicht 1. Platz Felix Krysiak Dresden
2. Platz Horst Langner Leipzig
3. Platz Alfred Bierschenk Leipzig
Leichtgewicht 1. Platz Siegmund Haunschild Berlin
2. Platz Lothar Skorning Berlin
3. Platz Rolf Andress Erfurt
Weltegewicht 1. Platz Helmut Bark Berlin
2. Platz Gerhard Lehmann Dresden
3. Platz Wolfgang Hübscher Berlin
Mittelgewicht 1. Platz Hans Becker Berlin
2. Platz Kurt Jahn Leipzig
3. Platz Günter Mücke Dresden
Halbschwergewicht 1. Platz Gerhard Schmidt Berlin
2. Platz Ewald Schönrock Berlin
3. Platz Rolf Haferkorn Leipzig

12. Juli 1950: Erste internationale Aufnahme einer Sportsektion der DDR

Die Sektion Schach wird als erste Sportsektion der DDR von der zuständigen Internationalen Förderation dem Weltschach (FIDE) - anerkannt und als Mitgliedsverband aufgenommen.

22. Oktober 1950: Gründung der DHFK

In Leipzig wird in einer Feierstunde entsprechend dem Beschluss der Volkskammer die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHFK) als zentrale Lehr- und Forschungsstätte der Sportwissenschaft der DDR gegründet, die in der Folge auch dem Judosport viele Impulse verleiht.

1951

22. Februar 1951: Hochschulreform

Der Ministerrat beschließt eine Verordnung über die Neuorganisierung des Hochschulwesens, damit wird die soalistische Umgestaltung der Unversitäten und Hochschulen in der DDR eingeleitet. In Auswirkung dieser Verordnung beginnt ab September 1951 der obligatorische Sportunterricht für alle Studenten der DDR, zunächstim 1. Studienjahr, in dem bald der Judosport als beliebte Sportart einbezogen wird.

17. März 1951: ZK-Beschluss zu Sportfragen

Das Zeentralkomitee der SED fasst einen grundlegenden Beschluss über "die Aufgaben auf dem Gebiet der Körperkultur und des Sports", der aktuelle Aufgaben zur Vorbereitung der Weltfestspiele. die der DDR übertragen worden waren, und perspektivische Aufgaben zur Schaffung der sozialistischen Körperkultur in der DDR enthält. Kerngedanken; Die Sportbewegung soll zu einem entscheidenden Faktor im gesellschaftlichenLeben werden, Körperkultur und Sport sollen sich zum festen Bestandteil der gesamten Lebensweise entwickeln, dieSportarbeit muß wissenschaftlich durchdrungen sein.

22. April 1951: Gründung des NOK der DDR

Repräsentanten des Sports und des öffentlichen Lebens der DDR finden sich im Berliner Rathaus zusammen und gründen das Nationale Olympische Komitee (NOK) der DDR, um die Rechte der DDR Sportler in der olym-lympischen Arena gegenüber dem Alleinvertretungsanspruch der BRD-Sportführer zu wahren.

23. /24. Juni 1951: II. DDR-Judo-Meisterschaften

In Erfurt finden die zweiten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo statt, die nach Einführung der Gürtel- graduierung im Dezember 1950 eine beachtliche Leistungssteigerung aufweisen. Bark (Weltergewicht) und Kästner (Halbschwergewicht) verdeidigen ihre Titel. Neuer DDR-Meister im Schwergewicht wird Arno Frank (Berlin).

30. Juni 1951: Aufnahmeantrag an die EJU

Der Deutsche Sportausschuss stellt in einem Brief an den Präsidenten der Europäischen Judo-Union (EJU) den Antrag, für die DDR-Judoka die Mitgliedschaft zu erwerben.

5. bis 19. August 1951: 1.internationaler Wettkampf der DDR-Judoka

Im Rahmen der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin ist auch eine komplette Judostaffel der französischen Arbeitersportorganisation FSGT unter den Gästen. Im Eiltempo wird eine DDR-Auswahl der Judosportler zusammengestellt und der erste internationale Wettkampf bestritten. Die DDR-Auswahl siegt mit 10:2 Punkten.

30. September 1951: I. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Nach Vorkämpfen in den Ländern und in den Gruppen Nord und Süd findet in Görlitz das Finale der 1. Mannschaftsmeisterschaft der DDR-Judoka statt. Die Staffel der Berliner BSG Mechanik (später Motor) Friedrichshain-Ost besiegt die Vertretung der BSG Motor Leipzig-Süd-Ost mit 11:1 Punkten.

22. Oktober: Bildung des Zentralen Fachausschusses Judo

Nachdem sich in den Ländern bei den LSA Fachausschüsse für Judo herausgebildet hatten, die im Rahmen der Sektion Schwersthletik den Übungs- Trainings- und Wettkampfbetrieb der Judoka leiteten, wird nun mehr in Berlin beim Präsidium der Sektion Schwerathletik der DDR ein Zentraler Fachausschuss Judo mit Hans Becker als Leiter gebildet. Damit wird die Schaffung einer selbstständigen Sektion Judo vorbereitet.

1952

19. /20. März: Gründung des Wissenschaftlichen Rates beim DS

Auf der 1. sportwissenschaftlichen Konferenz der DDR in Leipzig wird in Auswertung der ersten Studienreise des DS Ende 1950 in die UdSSR und der ZK-Entschließung vom 17. März 1951 ein Wissenschaftlicher Rat beim DS gegründet, der in der Folge auch dem Judosport wissenschaftlich-methodische Unterstützung gewährt.

24. April 1952: 10. Tagung des DS

Der DS analysiert die bisherige erfolgreiche Entwicklung der Demokratischen Sportbewegung und legt erstmalig einen Perspektivplan für Körperkultur und Sport (bis 1955) vor.

24. /25. Mai 1952: III. DDR-Judo-Meisterschaften

In Berlin werden die dritten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo ausgetragen. Helmut Bark (WeltergKästner Halbschwergewicht und Frank (Schwergewicht) erringen wiederum ihren Titel. Bei der in den folgenden Monaten ausgetragenen DDR-Mannschaftsmeisterschaft gewinnt die Vertretung der BSG-Einheit Dresden Süd gegen die der BSG Motor Friedrichshain-Ost.

21. /22. Juni 1952: Bildung eines Arbeitspräsidiums Judo

Auf einer Sitzung des Zentralen Fachausschusses Judo werden Aufgaben und Struktur des zu bildenden Präsidiums der Sektion Judo der DDR beraten und im Interesse der bevorstehende internationalen Aufnahme der DDR-Judoka ein Arbeitspräsidium, bestehend aus Lothar Skorning, Ernst Lassahn, Karl Knoop und Hans Becker, gebildet.

23. Juli 1952: Neuer Staatsaufbau der DDR

Die 24. Sitzung der Volkskammer beschließt auf Vorschlag der 2. Parteikonferenz der SED (9. Bis 12. Juli) das Gesetz über die  weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe. Es beseitigt das alte System des Staatsaufbaus, das zu einem Hemmnis der weiteren sozialistischen Entwicklung geworden war. Die bisherigen fünf Länder werden aufgelöst und dafür 14 Bezirke geschaffen. Dazu kommt das Stadtgebiet von Berlin. An Stelle der bisherigen 132 Kreise werden 217 neue Kreise in Übereinstimmung mit politisch-ökonomischen Schwerpunkten geschaffen. Die Demokratische Sportbewegung bildet daraufhin neue Bezirks- und Kreisorganisationen und entsprechende Leitungen.

24. Juli 1952: Schaffung des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport

Der Ministerrat der DDR schafft auf Vorschlag der 2. Parteikonferenz der SED das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport und entsprechende Organe in den Bezirken und Kreisen, um die soz. Entwicklung der Körperkultur mit Hilfe der Staatsmacht zu unterstützen. Zum Vorsitzenden des Staatlichen Komitees wird der bisherige DS-Sekretär Manfred Ewald berufen.

30. /31. August 1952: Aufnahme der DDR-Judoka in die EJU

Der Kongress der EJU in Zürich beschließt als Kontinentalvertretung der IJF, die DDR-Judoka entsprechend dem schriftlichen Antrag des DS vom 30. Juni 1951 aufzunehmen. Schon in einem Antwortbrief vom 23. Juli 1951 hatte EJU-Präsident Dr. Torti die provisorische Aufnahme angesprochen,die vom Kongress bestätigt werden müsse. Um die Aufnahme entwickelt sich dann in Zürich eine harte Auseinandersetzung mit den westdeutschen Judofunktionären, die im Rahmen der Politik der Alleinvertretungsanmaßung der BRD-Regierung und der DSB-Führung die Aufnahme der DDR-Judoka zu verhindern suchen. Die Vertreter der Sektion Judo der DDR, Lothar Skorning und Ernst Lassahn können mit Erfolg den Anspruch der DDR-Judoka auf selbständige Mitgliedschaft in der zuständigen Internationalen Föderation begründen, die hinterhältigen Manöver des BRD-Sprechers, das eine Aufnahme nicht notwendig sei, da „Deutschland“ schon Mitglied ist, entlarven und die Mehrheit des Kon-gresses für die provisorische Aufnahme gewinnen.

11. Oktober 1952: Wahl des Präsidiums der Sektion Judo der DDR

Auf einer Delegiertenversammlung der Vertreter der Bezirke in Berlin im Hause des Staatlichen Kommi-tees für Körperkultur und Sport wird das Präsidium der Sektion Judo der DDR gewählt und damit der Prozess der Herausbildung einer selbstständigen Sektion Judo abgeschlossen, nachdem sich dieSektion Schwerathletik aufgelöst hatte Präsident der Sektion Judo wird Lothar Skorning, VizepräsidentKarl Knoop, Generalsekretär Ernst Lassahn. Weitere Mitglieder dieses ersten Präsidiums sind: RolfAndress (Rechtskommission), Hans Becker (Trainerkommission), Arno Frank Kampfrichterkommission, Hans Heidemann (Pressekommission), Ewald Schönrock Sportklassifizierungskommission und Horst Wolf (Jugend- und Frauenkommission). Es werden die Tätigkeitsmerkmale und Aufgaben dereinzelnen Präsidiumsfunktionen beraten und über die Aufnahme in die EJU berichtet.

25. Oktober 1952: 2. Tagung des Präsidiums der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium beschließt in Berlin die Aufgaben der Präsidiumskommissionen und beruft die Mitglieder der Kommissionen, legt Maßnahmen zur Durchführung der Gürtelprüfungen und zur Herausgabe eines Mitteilungsblattes der Sektion fest, verabschiedet den Terminkalender der Wettkämpfe für 1953 und berät internationale Aufgaben.

1953

Januar 1953: Sportklassifizierung

Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport gibt erstmalig Normen für eine Sportklassifizierung zur Förderung des Leistungssports heraus.

1. Februar 1953: Vergleichskampf BSG Empor Nord Berlin - ASC Köln

Nachdem die DSB-Führer in der BRD ihre Versuche aufgeben mussten, Wettkämpfe ihrer Mitglieder mit DDR-Sportlern zu verbieten (vgl. Verbot an den Wettbewerben anlässlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten und XI. Akademischen Sommerspielen im August 1951 teilzunehmen und Beschluss des Präsidiums vom 21./22. August 1952 in Oberwesel über den Abbruch der Sportbeziehungen zur DDR), kommt es in Berlin zu einem ersten Vergleichskampf zwischen den Judomannschaften der BSG Empor Nord Berlin und des ASC Köln 1892, den die Berliner klar mit 12:0 Punkten gewinnen.

27. März 1953: Gründung der SV Dynamo

Auf einer Delegiertenkonferenz der Sportgemeinschaften der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR im Gesellschaftshaus von Berlin-Grünau wird die Sportvereinigung Dynamo gegründet, auch mehrere Judoka mit Ewald Schönrock an der Spitze sind an diesem feierlichen Gründungsakt beteiligt.

30. April 1953: Verordnung über die Körpererziehung

Der Ministerrat der DDR erlässt die „Verordnung über die körperliche Erziehung der Schüler an den allgemeinbildenden Schulen“, in der die Körpererziehung als untrennbarer Bestandteil der soz. Erziehung und als wichtige Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Jugend und ihre Vorbereitung auf den Beruf und die Verteidigung der Heimat bezeichnet wird. Die Körpererziehung wird zum Hauptfach erklärt.

Mai 1953: Erster Mannschaftssieg bei der Friedensfahrt

Die DDR-Vertretung mit Täve Schur erringt bei der Friedensfahrt Prag - Berlin - Warschau erstmalig den Sieg in der Mannschaftswertung. Der Ministerrat zeichnet diese DDR-Staffel mit dem Ehrentitel „Verdienter Meister des Sports“ aus.

13. /14. Juni 1953: I.DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

In Magdeburg werden die ersten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Jugend (14-18 Jahre) in sieben Gewichtsklassen ausgetragen. Im Schwergewicht (+70 kg) siegt der  spätere Nationalkader Gerhard Jegust (Berlin). Mit dieser Meisterschaft wird das Wettkampfsystem der Sektion Judo der DDR ausgebaut.

13. /14. Juni 1953: DDR-Bestenermittlung für ältere Judoka

Gleichzeitig mit den Jugendmeisterschaften wird in Magdeburg eine DDR-Bestenermittlung für ältere Judoka in drei Gewichtsklassen ausgetragen. Im Weltergewicht siegt Erich Wehnert vor Hans WittwerWittwer (beide Dresden). Im Mittelgewicht kann Max Kandler (Berlin) vor Heinz Räsche (Gera) gewinnen. Und im Halbschwergewicht ist Herbert Schönert Bester vor Willi Rother (beide Dresden).

17. /18. Juli 1953: IV. DDR-Judo-Meisterschaft

Bei den vierten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo in Leipzig können Helmut Bark im Welter- gewicht und Günter Kästner im Halbschwergewicht (beide Berlin) zum vierten Mal hintereinander DDR Meister werden. Felix Krysiak (Dresden) siegt im Federgewicht zum dritten Mal. Neuer Meister im Mittelgewicht wird Kurt Jahn (Leipzig). Bei den in den folgenden Monaten ausgetragenen DDR-Mann- schaftsmeisterschaften siegt die Vertretung der BSG Meteor (später: Wismut) Freital vor denen der BSG Empor Nord Berlin und der BSG Motor Südost Leipzig.


12. September 1953: Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium analysiert auf seiner 4. erweiterten Tagung in Berlin die bisherige Tätigkeit, erarbeitet den Terminkalender der Wettkämpfe und Lehrgänge für das Wettkampfjahr 1953/54, behandelt die Weiterführung wichtiger Maßnahmen, wie Startheft, Wettkampfbestimmungen, Mitteilungsblatt, DANKollegium, und beschließt die Einberufung der 1. Plenartagung der Sektion Judo der DDR zum 24./25. Oktober 1953 nach Leipzig.

September 1953: Gründung der Fachrichtung Judo an der DHFK in Leipzig

Mit Beginn des Studienjahres 1953/54 wird am Institut für Kampfsport an der DHFK Leipzig die Fachrichtung Judo gegründet. Als Lehrkräfte werden Horst Wolf und Siegmund Haunschild berufen.

24. /25. Oktober 1953: 1.Plenartagung der Sektion Judo der DDR

31 Delegierte finden sich im Hotel „Stadt Merseburg“ in Leipzig zur 1. Plenartagung der Sektion Judo der DDR zusammen. Präsident Lothar Skorning referiert über die Aufgaben im Wettkampfjahr 1953/54,wobei er die bisherige Entwicklung des Judosports in der DDR einschätzt, kritisch die Mängel nennt und die Aufgaben bei der ideologisch-politischen Erziehung, bei der Massenentwicklung und im Leitungssport sowie bei der Leitung der Sektion erläutert. Anschließend verliest Siegmund Haunschildden Entwurf der Arbeitsentschließung für 1953/54. In einer ausführlichen Diskussion werden die Aufgabenstellung und die Arbeitsentschließung gebilligt bzw. konkretisiert, und dann einstimmig ange-nommen. Danach erfolgt die Wahl des Präsidiums. Präsident bleibt Lothar Skorning, 1. Vizepräsidentwird Horst Wolf, 2.Vizepräsident Ewald Schönrock, Generalsekretär Gerhard Kautz und Schriftführer Elly Lassahn. Die 1.Vorsitzenden der Kommissionen beim Präsidium werden in den meisten Fällen bestätigt.

29. Oktober 1953: EJU-Kongress ohne DDR-Teilnahme

Auf dem Kongress der EJU in London ist die Sektion Judo der DDR nicht vertreten, da auf Grund von Machenschaften der BRD-Organe in der NATO die Delegierten der Sektion keine Einreise nach Großbritannien erhalten. Der Antrag der Sektion Judo der DDR auf vollständige Mitgliedschaft in der EJU wird auf Antrag des BRD-Vertreters mit fünf Stimmen gegen zwei Stimmen bei zwei Stimmenthaltung.vertagt!

1954

9. /10. Januar 1953: Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium wertet auf seiner 1. Tagung nach der Plenartagung in Leipzig diese wichtige Delegierten-konferenz aus. Mit Freude wird zur Kenntnis genommen, dass sich die Mitgliederzahl der-Judoka in der DDR innerhalb von vier Jahren verdoppelt hat (1950: ca. 1000 / 1953: ca. 2000). Wichtigste Beschlüsse: Einführung des Startbuchs und Festigung der Wettkampfzeit auf fünf Minuten (bisher drei Runden je drei Minuten).

Januar 1954: 1. Ausgabe der Zeitschrift „Schwerathletik“

Nach vielen Bemühungen erscheint die 1. Ausgabe der Schwerathletik als gemeinsames Fachorgan der Sektionen Ringen, Judo, Gewichtheben und Rasen- und Kunstkraftsport unter der Leitung des Redakteurs Walter Ludwig.

24. /25. April 1954: II. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

In Dresden-Niedersedlitz werden die zweiten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo in neun Gewichts-klassen ausgetragen. Im Halbschwergewicht (75 kg) gewinnt der spätere Nationalkader Hans Roth und im Schwergewicht (+ 75 kg) wiederum Gerhard Jegust (beide Berlin).

24. /25. April 1954: V. DDR-Judo-Meisterschaften

Gemeinsam mit den Jugendmeisterschaften werden in Dresden-Niedersedlitz auch die fünften Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Senioren veranstaltet. Arno Frank (Berlin) kann zum dritten Mal den Titel im Schwergewicht erkämpfen, ansonsten gibt es überall neue DDR-Meister, im Leichtgewicht zum Beispiel: Henry Hempel (Berlin).

8. Ma 1954i: Konstituierung des DAN-Kollegium der DDR

Auf Beschluss des Präsidiums der Sektion Judo der DDR konstituiert sich in Berlin das DAN-Kollegium der DDR bestehend aus: Karl Knoop (2.DAN), Hans Becker (1.DAN), Ernst Lassahn (1.DAN) und Lothar  Skorning (1.DAN). Zum Vorsitzenden wird Hans Becker gewählt. Beschlossen wird ein Kommuniqué über die Konstituierung und die Satzung des DAN-Kollegium sowie die Richtlinien für die Dan-Prüfung; diese Materialien werden anschließend im Heft 6/1954 der Schwerathletik veröffentlicht.

9. Mai 1954: Gesamtdeutsche Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Entsprechend den Bemühungen aller fortschrittlichen Kräfte, die reaktionären Tendenzen in der BRD und Westberlin zu stoppen und die demokratische Entwicklung zu fördern sowie auf der Grundlage der Vereinbarungen zwischen dem DS und dem DSB vom 12. Dezember 1952 findet in Berlin eine Ge-samtdeutsche Mannschaftsmeisterschaft statt, in der es dem DDR-Meister BSG Wismut Freital gelingt, sich gegenüber dem BRD-Vertreter TSV München durchzusetzen. Den 3. Platz erkämpft die Staffel der BSG Lokomotive Leipzig gegen die Mannschaft des PSV Bremerhaven. Schon zuvor hatten die DDR Judoka bei den Gesamtdeutschen Einzelmeisterschaften der Jugend (9./10.August 1952 in München / 18./19.Juli 1953 in Friesenheim) bzw. der Senioren (5./6. Dezember 1953 in Bremerhaven) zahlreiche Erfolge erzielt.

23. Mai 1954: 1. Auslandsstart der DDR-Judoka

In Hradek Kralove (CSR) findet der erste Ländervergleichskampf im Judo mit dem Bruderland Tschech- oslowakei statt, der zugleich auch der erste Auslandsstart von DDR-Judokas darstellt. Der Kampf endet 10:2 für die CSR-Mannschaft. Ein zweiter Vergleich am 26.Mai in Plzen geht 6:6 Unentschieden aus.

3. Juli 1954: Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium beschließt auf seiner 3. Tagung in Berlin eine neue Wettkampf- und Trainingsperiodisierung für 1955, legt die Aufgaben der Delegation zum nächsten EJU-Kongress fest und wählt Elly Lassahn zum neuen Generalsekretär.

Juli 1954: Internationale Vergleichskämpfe der SV Dynamo

Eine Auswahlmannschaft der Judoka der SV Dynamo bestreitet in Berlin und Leipzig zwei Vergleichskämpfe gegen eine Staffel von UDA Prag. Beide Kämpfe werden mit 8:4 bzw. 7:5 Punkten verloren.

17. /18. Juli 1954: Gesamtdeutsche Einzelmeisterschaft der Jugend im Judo

Bei den letzten Gesamtdeutschen Einzelmeisterschaften der Jugend, die in Leipzig ausgetragen werden, erringen die DDR-Judoka sechs der neun Titel.

18. -22. August 1954: I. Deutsches Turn- und Sportfest

In Leipzig wird in Anknüpfend an progressive Traditionen das I. Deutsche Turn- und Sportfest durchgeführt und damit ein Höhepunkt des DDR-Sports geschaffen. Glanzpunkte sind das Lichterfest auf demMarktplatz, die Massenübungen im Bruno-Plache Stadion und auf der Festwiese und die vielfachen Wettkämpfe.

Oktober 1954: Bildung von Sportclubs

Die Sportvereinigungen bilden mit Unterstützung des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport die ersten Sportclubs (SC) als Zentren des Leistungssports in der DDR. In der Folgezeit entsteht beim SC Dynamo Berlin auch die Sektion Judo.

Oktober/November 1954: Judo-Wettbewerbe für Frauen

In der Zeitschrift Schwerathletik werden Heft 10 und 11 der Entwurf für eine Wettbewerbsordnung und Hinweise zur Durchführung solcher Wettbewerbe veröffentlicht, die von Vertretern des Trainerrats und der Frauenkommission beim Präsidium der Sektion Judo der DDR ausgearbeitet worden waren. Danach soll ein Wettbewerb für Frauen ins Leben gerufen werden, bei dem die Vorführung zweier Sportlerinnen als Paar (2 min. Randori) mit Punkten bewertet wird (ähnlich wie im Turnen und anderen Sportarten). Zugelassen werden solche Frauen, die den III. Kyu erworben haben.

10. bis 12. Dezember 1954: Vollgültige Aufnahme der Sektion Judo der DDR in die EJU

Der Kongress der EJU in Brüssel beschließt auf Antrag des Präsidiums der Sektion Judo und nach ausführlicher Darlegung der Delegierten Lothar Skorning und Ernst Lassahn sowie nach befürwortenden Stellungnahmen der französischen und anderen Delegierten, die Judo-Organisation der DDR als vollgültiges Mitglied in die EJU aufzunehmen. Der Aufnahmebeschluß erfolgt einstimmig, auch der Vertreter des BRD-Judobundes wagt nicht mehr, dagegen aufzutreten. Damit war der Kampf der DDR-Judoka um internationale Anerkennung nach über dreijährigen Auseinandersetzungen mit dem Alleinvertretungsanspruch der BRD-Sportführung erfolgreich beendet worden. Auf diesem Kongress wird auch der Judo-Verband der CSR in die EJU aufgenommen. Damit sind zwei sozialistische Länder in der EJU vertreten.

11. /12. Dezember 1954: 1. DDR-offenes Jugendmannschaftsturnier

In Berlin findet das erste Jugendmannschaftsturnier für die besten Vertretungen aus allen Bezirken der DDR als Vorläufer der Jugendmannschafts-meisterschaft statt. 11 Staffeln sind am Start. Sieger wird die Mannschaft der BSG Motor Magdeburg-Süd/Ost vor den Vertretungen der BSG Motor Friedrichshain-Ost und der BSG Motor Halle.

Dezember 1954: IV. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Die Mannschaft der BSG Wismut Freital kann zum dritten Mal den Titel des DDR-Meisters erringen vor den Vertretungen der BSG Lokomotive Leipzig-Mitte und der SC Dynamo Berlin.

1955

Januar 1955: Erster DDR-Judoka „Meister des Sports“

Arno Frank wird als erster Judoka der DDR nach Erfüllung der Normen der Sportklassifizierung mit dem Ehrentitel „Meister des Sports“ ausgezeichnet. Er hatte 1951, 1952 und 1954 den Titels des DDR Meisters in der Schwergewichtsklasse erkämpft, war 1954 als bester Kämpfer mit dem Ehrenpreis des stellvertretenden Ministerpräsident Walter Ulbricht ausgezeichnet worden und hatte den Europameister von 1954, Pisarik (CSR), eindeutig geschlagen.

März/April 1955: Graduierungs-Richtlinien für Kyu-Prüfungen

Im Heft 3 der Zeitschrift „Schwerathletik“ werden die Graduierungs-Richtlinien für die Kyu-Prüfungen in der Sektion Judo der DDR als Beschluss des DAN-Kollegium der DDR veröffentlicht.

2. /3. Mai 1955: 1. Zentrale Trainerkonferenz der DDR

Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport führt in Berlin die 1. Zentrale Trainerkonferenz der DDR durch, auf der die wissenschaftliche Durchdringung des Trainings- und Wettkampfprozesses in Auswertung sowjetischer Erfahrungen beraten wird. Die leitenden Organe der Sektion Judo der DDR werten diese Konferenz aus und fordern alle Trainer und Übungsleiter auf, die SportwissenschaftlichenKenntnisse im Training und im Wettkampf anzuwenden und die nur auf Empirie ausgerichtete praktizistische Arbeitsweise zu überwinden.

11. bis 14. Mai 1955: Unterzeichnung des Warschauer Vertrages

In Warschau schließen die soz. Staaten Europas mit der UdSSR an der Spitze angesichts der Bedrohung durch den aggressiven imperialistischen NATO Pakt den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitiger Beistand“ ab. Die Teilnehmerstaaten bilden ein Vereintes Oberkommando ihrer Streitkräfte.

15. Mai 1955 : V. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

In Leipzig werden die Endkämpfe der Oberliga ausgetragen und damit der Titelträger und die Platzierten der fünften DDR-Mannschaftsmeisterschaft der Senioren ermittelt. Sieger wird nach spannen den Kämpfen die Mannschaft der SC Wismut Karl Marx Stadt (vormals BSG Wismut Freital), die damit zum vierten Mal den Titel erringen kann. Den 2. Platz erkämpft die Mannschaft des SC Dynamo Berlin vor der Vertretung der BSG Empor Seelenbinder Berlin. Damit beginnt auch im Judosport die Tätigkeit und Wirksamkeit der Sportclubs.

21. Mai 1955: I. DDR-Jugendmannschaftsmeisterschaft im Judo

Wie schon beim DDR-offenen Turnier im Dezember 1954 kann die Mannschaft der BSG Motor Magdeburg beim Finale der I. DDR-Jugendmannschaftsmeisterschaft in Berlin den 1. Platz belegen. Den 2. Platz erkämpft die Mannschaft der HSG Humboldt-Universität Berlin vor der HSG Medizin Markkleeberg.

21. Mai 1955: Mitropa-Cup im Judo

Die DDR-Nationalmannschaft mit Bark, Hänsel, Borsdorf, Ehrlich, Frank, Müller bzw. Pflock beteiligt sich an den Wettkämpfen um den Mitropa-Cup in Nürnberg. Sie besiegt zwar die Vertretung der Schweiz mit 10:2 Punkten, verliert aber gegen die Mannschaften der Niederlande (1:11) und Österreich (3:9) sowie gegen die BRD-Staffel (4:8) und belegt damit bei fünf teilnehmenden Mannschaften den 4. Rang. Dieses nüchterne Ergebnis im ersten bedeutsamen internationalen Wettkampf führt auf der Grundlage der Analyse von Horst Wolf (Schwerathletik Heft 7/1955) zu einer Wende in der Trainings- und Wettkampfgestaltung in der Sektion Judo der DDR.

10. /11. Juni 1955: Graduierungs-Richtlinien für Dan-Prüfungen

Das DAN-Kollegium der DDR beschließt in Zusammenarbeit mit dem Trainerrat die Graduierungs Richtlinien für die Dan-Prüfungen in der Sektion Judo der DDR. Sie werden im Heft 8/1955 der Zeitschrift „Schwerathletik“ veröffentlicht.

23. Juni 1955: IOC-Anerkennung für NOK der DDR

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschließt auf seiner 50. Tagung in Paris nach jahrelangen Bemühungen, das NOK der DDR anzuerkennen. Im Ringen um die internationale Anerken- nung des DDR-Sports und seine Teilnahme am internationalen Sportverkehr, besonders an den Olympischen Spielen, ist das ein großer Erfolg. Die Versuche reaktionärer Kräfte in der BRD und inWestberlin, den DDR-Sport als selbständige Organisation aus dem olympischen Geschehen auszuschalten und die DDR-Sportler zu zwingen, unter Führung des NOK der BRD an den Olympischen Spielen an den Start zu gehen, sind damit fehlgeschlagen. Im IOC-Beschluss über die Anerkennung des NOK der DDR ist darüberhinaus festgelegt worden, dass bei den  Olympischen Spielen 1956 nur eine gemeinsame Mannschaft bei der deutscher NOK teilnehmen darf. Das ist eine weitere Niederlage für die reaktionären Kräfte in der BRD und in Westberlin, da das NOK der BRD nach dem erschlichenen selbstständigen Start bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki nunmehr gemeinsam und unter gleichberechtigten Bedingungen mit dem DDR-NOK eine Olympiamannschaft bilden muss. Das NOK der DDR akzeptiert diesen NOK-Beschluss trotz der Existenz zweier grund verschiedener deutscher Staaten, während das NOK der BRD versucht,diesen Beschluss zu unterlaufen.

23. bis 26. Juni 1955: 1.Start von DDR-Judoka in Paris

Auf Einladung der französischen Arbeitersportorganisation FSGT können DDR-Judoka erstmalig in Paris an den Start gehen. Während ein Mannschaftsvergleich zwischen einer DDR-Auswahl und einer FSGT-Auswahl unentschieden 6:6 ausgeht, gewinnt die DDR-Mannschaft in einem zweiten Kampf gegen eine FSGT-Staffel von Paris mit 11:1 Punkten.

1. September 1955: Neue Wettkampfordnung im Judo

Eine neue Wettkampfordnung wird vom Trainerrat in Kraft gesetzt, die eine weitere Angleichung an die internationalen Regeln mit sich bringt (vgl. „Schwerathletik“ Heft 9/1955). Wichtige Neuerung: Der Kampf ist entschieden, wenn ein Kämpfer einen Punkt erreicht hat! (Nach den alten Regeln waren dazu zwei Punkte notwendig).

5. September 1955: 1.Weltmeistertitel für den DDR-Sport

Bei den Weltmeisterschaften im Asphaltkegeln erzielt der DDR-Sportler Luther einen hervorragenden Sieg. Er ist damit der erste DDR-Sportler, der einen Weltmeistertitel erkämpft. Zuvor hatte die Schwimmerin Jutta Langenau am 31. August 1954 den ersten Europameistertitel für den DDR-Sporter kämpft.

19. September bis 1. Oktober 1955: 1. Frauenlehrgang im Judo

In der Sportschule Greiz wird auf Beschluss des Präsidiums der Sektion Judo der DDR der erste Lehrgang für Frauen durchgeführt. Ziel des Lehrgangs ist die Qualifizierung bis zum IV. Kyu.

September 1955: 1. Richtlinie für den Kinderjudosport

Auf der Grundlage der vom Staatlichen Komitee für Körperkultur und Sport beschlossenen „Richtlinien zur Erteilung von Sondergenehmigungen im Kindersport für die Sportarten Ringen und Judo“ werden  allgemeine und spezielle Bestimmungen im Heft 9/1955 der Zeitschrift „Schwerathletik“ veröffentlicht. Danach sind Übungsgruppen für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren nach Erteilung einer Sondergenehmigung durch den Trainerrat erlaubt. Prüfungen des V. Kyu-Grades sind gestatte. Wettkämpfe bleiben für Kinder vor Vollendung des 14. Lebensjahr verboten.

7. Oktober 1955: Erste Originalübertragungen des DDR-Fernsehens

Das Fernsehen der DDR sendet die ersten Originalübertragungen zum Tag der Republik. Damit wird ein wichtiges Massenmedium der Verbreitung des Sports erschlossen.

8. /9. Oktober 1955: III. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Bei den dritten Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Jugend in Magdeburg können die Berliner Judoka von acht möglichen Titeln fünf erringen.

20. November 1955: IV. DDR-Judo-Meisterschaften

In Rostock werden die sechsten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Senioren ausgetragen.Nur Hempel (SC Dynamo Berlin) im Leichtgewicht und Borsdorf (SC Wismut Karl Marx Stadt) im Halb-schwergewicht können ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigen, ansonsten drängen junge Nachwuchssportler nach vorn - Federgewicht: Polazek (Berlin), Weltergewicht Galinski (Berlin), Mittelgewicht: Roth (Berlin), Schwergewicht: Horn (Leipzig).

27. November 1955: 1. Start von DDR-Judoka in Warschau

Auf Einladung der polnischen Judo-Sektion kommt es zu einem ersten Vergleichskampf zwischen den Mannschaften von Gwardia Warschau und des SC Dynamo Berlin, den die DDR-Judoka mit 10:2 gewinnen.


11. /12. Dezember 1955: Erweiterte Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium führt seine 13. Tagung in erweitertem Rahmen (unter Teilnahme von Vorsitzenden derBezirksfachausschüsse und Mitgliedern der Präsidiumskommissionen) in Berlin durch. Es werden die zweijährige Entwicklung seit der 1. Plenartagung der Sektion Judo der DDR und die Sportfunk- tionärskonferenz des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport in Karl Marx Stadt vom 25. bis 27. November 1955 ausgewertet, die Aufgaben im Jahr 1956, insbesondere die Teilnahme am II. Deut-schen Turn- und Sportfest mit drei Judo-Turnieren sowie die nationalen Meister-schaften und interna- tionalen Vergleichskämpfe, beraten und beschlossen sowie Maßnahmen zur Verbreitung des Judosports in der DDR festgelegt: Populäre Artikel in der Tagespresse, Zusammenstellung eines Werbefilms, Werbeveranstaltungen und Bildung von BFA in den Bezirken Suhl, Schwerin, Neubrandenburg und Cottbus mit Hilfe von Patenschaften! Nach ausführlicher Diskussion über die Arbeitsweise des Präsidiums und seiner Kommissionen sowie einzelner Funktionäre werden Umbeset-zungen vorgenommen. Das Präsidium setzt sich nunmehr aus folgenden Sportfreunden zusammen: Präsident - Lothar Skorning, 1. Vizepräsident - Ewald Schönrock, 2. Vizepräsident - Horst Wolf, 3. Vizepräsident - Siegmund Haunschild, Geschäftsführer - Otto Rochler, Trainerrat - Horst Wolf, Kampfrichter-Kommission – Karl Knoop, Jugendkommission - Willy Fietsch, Frauenkommission Mia Krüger, Finanzkommission Dieter Wiegand, Rechtskommission - Rolf Andress.

30. Dezember 1955: Erster Kampf eines DDR-Judoka gegen einen Japaner

Helmut Schubert (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte) kann auf Einladung des Bürgermeisters von Paris Vitry an einer internationalen Judoveranstaltung in Paris teilnehmen. Im Rahmen dieses Turniers wird er vom Veranstalter in die Mannschaft der zehn Besten berufen, die in einem Schaukampf gegen den berühmten japanischen Judoka Awazu antreten.

Dezember 1955: Erfüllung des 1. Fünfjahrplans der DDR

Durch die Initiative und Tätigkeit der Werktätigen der DDR wird der 1. Fünfjahrplan (1951 - 1955) erfüllt. Das geplante Volumen der Industrieproduktion - Verdoppelung gegenüber dem Vorkriegsstand - wird mit 105 Prozent erreicht.

Dezember 1955: Neue Sportklassifizierung

Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport veröffentlicht eine neue Sportklassifizierung, die auch die Jugendklassen umfasst.

Dezember 1955: Erstes Judo-Lehrbuch in der DDR

In Sportverlag Berlin erscheint das Buch von Horst Wolf: „Judo-Kampfsport - Die Technik und Methodik der Judo-Grundschule“. Es ist das erste Judo-Lehrbuch in der DDR und hat mit seinen verschiedenen Auflagen in den folgenden Jahren wesentlichen Anteil an der Massenverbreitung und an der qualitativen Ausrichtung des Anfängertrainings im Judosport der DDR.

26. Januar bis 5. Februar 1956:

1. Start von DDR-Sportlern bei Olympischen Winterspielen

Erstmalig starten DDR-Sportler bei Olympischen Spielen. An den VII. Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo nimmt eine DDR-Vertretung mit 18 Sportlern teil. Die DDR-Sportler starten auf Festlegung des IOC im Rahmen einer gemeinsamen Mannschaft beider deutscher NOK (23.Juni 1955). Harry Glass erringt im Spezialsprunglauf einen 3. Platz und die Bronzemedaille, er erkämpft damit die erste Olympiamedaille für den DDR-Sport.

2. Februar: 1956 Weitere DDR-Judoka „Meister des Sports“

Im Rahmen einer Großveranstaltung der Jugend in Berlin wird weiteren DDR-Sportlern der Ehrentitel „Meister des Sports“ vom Stellvertreter des Ministerratsvorsitzenden Walter Ulbricht verleihen, unter ihnen befinden sich auch die DDR-Judoka Helmut Bark und Alfons Neumann.

9. Februar 1956: Sportbeschluss des Ministerrats

1956

Der Ministerrat der DDR verabschiedet den Beschluss „über die weitere Entwicklung der Körperkultur und des Sports in der DDR“. Er enthält in Weiterführung des Jugendgesetzes (8. Februar 1950) ein umfassendes Programm zur weiteren Entwicklung der soz. Körperkultur in der DDR und stellt Aufgaben für alle Bereiche und Sportarten. Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport ergreift in Auswertung dieses Ministerratsbeschlusses wichtige Maßnahmen und fasst weitereBeschlüsse,so die „Direktive zur Entwicklung der Körperkultur und des Sports in der DDR von 1956 bis 1960“..


10. /11. März 1956 : VI. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Um den Titel des DDR-Meisters kämpfen in Karl Marx Stadt zehn Mannschaften der Oberliga in zweiTagen nach dem Modus „Jeder gegen jeden“. Der Staffel des SC Wismut Karl Marx Stadt (bestehendaus: Krysiak, Prellwitz, Friese, Starke, Ehrlich und Borsdorf) gelingt es zum 5. Mal, den Meistertitel inseinen Besitz zu bringen, vor den Vertretungen des SC Dynamo Berlin und der HSG Wissenschaft Berlin sowie der HSG Wissenschaft DHFK Leipzig.

27. und 29. März 1956: Länderkämpfe CSSR-DDR im Judo

In Erwiderung des ersten Starts einer DDR-Auswahl in der Tschechoslowakei (Mai 1954) besucht die Nationalmannschaft der CSSR die DDR, wobei sie zwei Länderkämpfe gegen DDR-Vertretungen in Dresden und Leipzig austrägt. Die CSSR-Judoka siegten mit 7:5 und 8:4 Punkten.

7. /8. April 1956: II. DDR-Jugendmannschaftsmeisterschaft im Judo

Auch bei der Jugend gewinnt die Staffel des SC Wismut Karl Marx Stadt den Titel des DDR-Meisters beim Finale in Schmölln vor der HSG Wissenschaft Berlin und der HSG Medizin Markkleeberg.

3.Mai 1956: I. Judo-Weltmeisterschaft

In Tokio (Japan) wird die erste WM im Judo ausgetragen. Weltmeister wird Natsui vor Yoshimatsu (beide Japan) und Geesink (Niederlande). DDR-Judoka sind noch nicht am Start.

9. /10. Juni 1956: IV. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Bei den vierten Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Jugend in Brandenburg können die Berliner nur vier von neun Titeln erkämpfen, zwei gehen nach Dresden und je einer nach Karl Marx Stadt, Erfurt  und Rostock.


2. bis 5. August 1956: II Deutsches Turn- und Sportfest

In Leipzig findet unter Teilnahme von 100 000 DDR-Sportlern und Gästen das II. Deutsche Turn- und Sportfest statt, das schon eindeutig soz. Züge aufweist. Höhepunkt ist die neuartige Sportschau von 39 000 Aktiven im neuerbauten Zentralstadion. Auch die Sektion Judo der DDR ist an diesem Fest beteiligt. Sie führt insgesamt fünf Turniere (drei Mannschafts- und zwei Einzelturniere) durch, an denen 360 Judoka beteiligt sind. Im A-Turnier siegt in Abwesenheit des DDR-Meisters SC Wismut Karl Marx-Stadt (infolge Erkrankung mehrerer Sportler) die Staffel des SC Dynamo Berlin vor dem ZSK Vorwärts Berlin und der BSG Lokomotive Leipzig-Mitte.

6. /7. August 1956: Judoturnier mit BRD-Sportlern

In Halle werden drei Judoturniere (ein Mannschaftsturnier und zwei Einzelturniere) durchgeführt, um den Judoka aus der BRD, die Gäste das II. Deutsche Turn- und Sportfest erlebten, aber auf Grund einer Wiesung ihrer Sportführung nicht in Leipzig an den Start gehen durften, eine Wettkampfmöglichkeit zu geben. Über 100 Judoka sind am Start. Im Mannschaftsturnier siegt die zweite Staffel des SC Dynamo Berlin vor dem Jiu-Jitsu-Verein Hannover und der zweiten Mannschaft des SC DHFK Leipzig.


1. Oktober 1956: Gründung der ASV Vorwärts

In Berlin wird für die Angehörigen der im Aufbau befindlichen Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) die Armeesportvereinigung Vorwärts gegründet.

21. /22. Oktober 1956: Werner-Seelenbinder-Gedenksportfest

Anlässlich des 12. Todestages des von den Faschisten ermordeten Werner Seelenbinder findet in Berlin ein Gedenksportfest statt, in dessen Rahmen zwei Vergleichskämpfe zwischen DDR-Judoka und Vertretungen der französischen Arbeitersportorganisation FSGT durchgeführt werden.Ergebnisse: DDR-Auswahl - A-Staffel des FSGT 9:3 und Berliner Auswahl - B-Staffel des FSGT 8:4.

28. /29. Oktober 1956: VII. DDR-Judo-Meisterschaften

Bei den siebenten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Senioren in Dresden-Niedersedlitz können nur Hempel (SC Dynamo Berlin) im Leichtgewicht und Horn (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte) im Schwergewicht ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Im Federgewicht siegt Neumann ZSKA, Vorwärts Berlin), im Weltergewicht Fuhrmann (SC Wismut Karl Marx Stadt), im Mittelgewicht Schubert (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte) und im Halbschwergewicht Rahn (SC Dynamo Berlin).

21. November 1956: Erweiterte Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium führt seine 15. Tagung wiederum im erweiterten Rahmen in Berlin durch, insgesamt sind 41 Sportfreunde anwesend. Es werden kritisch das Wettkampfjahr 1956, insbesondere die DDR-Meisterschaften und die Judoturniere zum II. Deutschen Turn- und Sportfest, ausgewertet sowie die Leitungstätigkeit eingeschätzt, die Aufgaben und Termine für 1957 beschlossen und einige Umbesetzungen in den Leitungen der Präsidiumskommissionen vorgenommen. Die Kampfrichterkom-mission übernimmt Jahn, die Sportklassifizierungskommission Marsell und die Wettkampfkommission Minkwitz.

22. November bis 8.Dezember 1956: 1. Start von DDR-Sportlern bei Olympischen Spielen

An den XVI. Olympischen Sommerspielen in Melbourne nimmt eine DDR-Vertretung mit 37 Sportlern im Rahmen der vom IOC festgelegten gemeinsamen Mannschaft beider deutscher NOK (23. Juni 1955) teil. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Vertretern des BRD-NOK, die lange Zeit entgegen der IOC-Festlegung auf dem Alleinvertretungsanspruch beharrten, und nach harten Ausscheidungskämpfen ist das Tor zur Teilnahme des DDR-Sports an Olympischen Sommerspielenaufgestoßen, trotz aller Hinderungsversuche reaktionärer Kräfte. Die DDR-Sportler erringen eine Goldme-daille, vier Silber und zwei Bronzemedaillen und mit 58 Punkten in der inoffiziellen Länder-wertung den 15.Platz. Die erste Olympische Goldmedaille für den DDR-Sport erkämpft der Boxsportler Wolfgang Behrend im Bantamgewicht.

24. /25. November 1956: 1. Dan-Prüfungen in der DDR

In der neuen Judohalle der DHFK Leipzig finden die ersten Dan-Prüfungen auf der Grundlage der Graduierungsbestimmungen (10./11. Juni 1955) statt. Nach bestandener Prüfung wird den Sportfreunden Willi Lorbeer und Alfons Neumann (beide ZSK Vorwärts Berlin) sowie Gerd Schneider und Hubert Sturm beide HSG Wissenschaft DHFK Leipzig) der 1. Dan-Grad verliehen.Kurt Hering (BFAVorsitzender Leipzig) erhält den 1. Dan anlässlich seines 25jährigen Judojubiläums ehrenhalber.

Januar 1957: Herausgabe von Judo-Lehrtafeln

1957

Das Präsidium der Sektion Judo der DDR gibt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Judo an der DHFK Leipzig Lehrtafeln über die Judo-Technik zur Vorbereitung auf die Kyu-Prüfungen heraus, diejahrelang als wesentliches Anschauungsmaterial in allen Judo-Trainingsgruppen verwendet werden.


7. Februar 1957: Vorschlag zur Gründung des DTSB

Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport veröffentlicht „Vorschläge zur Verbesserung der Tätigkeit und der Struktur der Demokratischen Sportbewegung“. Entsprechend der Notwendigkeit, die Sportbewegung auf Grund der neuen gesellschaftlichen Anforderungen weiter zu entwickeln, wird empfohlen, einen „Deutschen Turn- und Sportbund“ als einheitliche soz. Massenorganisation des Sports in der DDR zu gründen. Die Vorschläge werden zur Diskussion gestellt.

3. März 1957: Außerordentliche erweiterte Präsidiumstagung der Sektion Judo der DDR

Das Präsidium führt eine außerordentliche Tagung in Leipzig durch, um die Vorschläge des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport vom 7. Februar zu erörtern. Auf dieser 17. Tagung, die wiederum im erweiterten Rahmen stattfindet (unter Teilnahme von 42 Sportfreunden), wird nach ausführlicher Diskussion der Gründung des DTSB und der sich daraus ergebenen Umwandlung der Sektion Judo in einen Sportverband des DTSB voll zugestimmt. Als Delegierte der Sektion Judo der DDR zur konstituierenden Konferenz des Deutschen Turn- und Sportbundes werden Lothar Skorning, Ernst Lassahn und Kurt Hering gewählt. Das Präsidium beschließt die Einberufung der 2. Plenartagung der Sektion Judo der DDR.

13. /14. April 1957: VII. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Der erfolgreichen Mannschaft des SC Wismut Karl Marx Stadt gelingt es in Dresden erneut, die DDR Meisterschaft zu erringen. Damit hat diese Staffel zum 6. Male hintereinander den Titel erkämpft.Trotz verbesserter Leistungen können die Mannschaften des SC Dynamo Berlin und der BSG Lokomotive Leipzig-Mitte nur Platz zwei und drei belegen.

19. April 1957: III. DDR-Jugendmannschaftsmeisterschaft im Judo

Der Mannschaft der BSG Motor Magdeburg gelingt es, den Vorjahrsmeister - den SC Wismut Karl-Marx-Stadt zu besiegen und den Meistertitel zu erringen. Den 3. Platz belegt die HSG Wissenschaft Berlin.

27. /28. April 1957: Gründungskonferenz des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR

In Berlin - im Hause der Ministerien - vollziehen 400 Delegierte aus allen Bereichen und Organisationteilen der Demokratischen Sportbewegung als Vertreter von 1,2 Millionen Sportlern feierlich die Gründung der neuen, soz. Sportorganisation - des DTSB der DDR. Nach Referaten von Rudi Reichert (bisheriger Leiter des DS), Erich Honecker (im Auftrag des ZK der SED) und Karl Namokel (im Auftrag des ZR der FDJ) und einer ausführlichen Diskussion wird das Statut des DTSB beschlossen und die Gründungsurkunde feierlich unterzeichnet. Anschließend wird der Bundesvorstand des DTSB, bestehend aus 94 Sportfreunden - unter ihnen auch der Vertreter der Judoka Lothar Skorning - gewählt. Zum DTSB-Präsidenten wird Rudi Reichert gewählt.
In der Gründungsurkunde werden Ziel und Hauptaufgabe des DTSB wie folgt genannt: „Der DTSB als die Organisation der Turner und Sportler der DDR sieht seine vornehmste Aufgabe darin, unsere gesamte Bevölkerung, vor allem die Jugend, für Körperkultur und Sport zu gewinnen, die allseitige Bildung und Erziehung gesunder und lebensfroher Menschen zu fördern, um damit den Aufbau unserer soz.Gesellschaftsordnung verwirklichen zu helfen.“.
Mit der Gründung des DTSB ist eine qualitativ neue Sportorganisation in der DDR entstanden: aus der Demokratischen Sportbewegung hatte sich die soz. Sportorganisation herausgebildet. Der DS und ein großer Teil der Zentralen Leitungen der Sportvereinigungen, mit Ausnahme der SV Dynamo, der ASV Vorwärts, der SV Wismut und der SV Lokomotive, stellen ihre Tätigkeit nunmehr ein,, da sie ihre Aufgaben zur Vorbereitung einer soz. Sportorganisation erfüllt haben. Die Sektionen werden in der folgenden Zeit zu Sportverbänden des DTSB umgewandelt.


4. /5. Mai 1957: EJU-Kongress

Am Kongress der EJU in Paris nimmt Ewald Schönrock als Vertreter der Sektion Judo der DDR teil. Damit kann die Leitung des DDR-Judosports endlich in der EJU mitwirken (1954: vollgültige Aufnahme,1955: keine Teilnahme infolge Visaverweigerung, 1956: Ausfall des EJU-Kongresses und der EM).

16. Juni 1957: Länderkampf VR Polen - DDR im Judo

In der Osteestadt Gdynia findet der erste Länderkampf gegen die polnischen Judoka statt. Die DDR Auswahl siegt klar mit 11:1 Punkten.

6. /7. Juli 1957: Dan-Prüfungen

Nach weiteren Dan-Prüfungen in Leipzig wird den Sportfreunden Siegfried Beyer, Klaus Coburger, Helmut Hempel, Henry Hempel, Kurt Jahn, Georg Lücke, Hans Müller-Deck und Helmut Schubert der1. Dan verliehen.


August 1957: Richtlinien für Frauenwettbewerbe im Judo

Nach über zweijähriger Diskussion veröffentlicht die Frauenkommission beim Präsidium „Richtlinien für Frauenwettbewerbe auf Randori-Basis“ im Heft 8/1957 der Zeitschrift „Schwerathletik“ und fordert die Leitungsorgane der Sektion Judo der DDR auf, solche Wettbewerbe zu organisieren.

September 1957: 1. Start von DDR-Judoka in Österreich

Der DDR-Mannschaftsmeister SC Wismut Karl Marx Stadt bestreitet zwei internationale Vergleichs kämpfe in Österreich gegen den Straßwalchen und den PSV Salzburg (7:5 und 5:7).

4. Oktober 1957 : Start des ersten Sputniks

Die UdSSR startet den ersten unbemannten künstlichen Erdtrabanten (Sputnik) in der Geschichte der Menschheit.

13. Oktober 1957: 2. Plenartagung der Sektion Judo der DDR

60 Delegierte finden sich im Senatssaal der DHFK Leipzig zur 2. Plenartagung der Sektion Judo der DDR zusammen, um nach der Gründung des DTSB die Bildung des Deutschen Judo-Verbandes derDDR als Bestandteil des DTSB vorzubereiten. Präsident Lothar Skorning berichtet über die Gründungskonferenz des DTSB und erläutert die Notwendigkeit der Umwandlung der Sektion Judoin den DJV sowie die Materialien zur Wahl der neuen Organe und den Satzungsentwurf des neuen Verbandes. Nach Diskussion nimmt die Plenartagung einstimmig die vorgeschlagenen Dokumente und Termine an. Die Gründungskonferenz (1. Verbandstag) des DJV wird für den 20. April 1958 einberufen.

8. bis 10. November: 1957 EJU-Kongress und Europameisterschaften

Am Kongress der EJU in Rotterdam nimmt Horst Wolf als Vertreter der Sektion Judo der DDR teil, außerdem fungiert er als Beobachter bei den EM, wo zum ersten Mal Meisterschaften in drei Gewichts-klassen ausgetragen werden. Europameister werden im Leichtgewicht - Bonte (Niederlande), im Mittelgewicht – Rigal (Frankreich) und im Schwergewicht - Tempesta (Italien).

16. November 1957: VIII. DDR-Judo-Meisterschaften

Bei den achten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Senioren in Magdeburg gelingt es den Judoka des SC Dynamo Berlin vier von sechs Titeln zu erringen. Im Federgewicht siegt Alex (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte), im Leichtgewicht Henry Hempel (SC Dynamo Berlin), im Weltergewicht Fuhrmann (SC Wismut Karl Marx Stadt), im Mittelgewicht Roth, im Halbschwergewicht Rahn und im Schwergewicht Nitz (alle SC Dynamo Berlin).

7. /8. Dezember 1957: V. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

An den fünften Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka in Erfurt beteiligten sich 137 Sportler aus 12 Bezirken. Dem Bezirk Dresden gelingt es drei Titel zu erringen, während die Bezirke Berlin und Leipzig je zwei Titel erkämpfen können.

21. /22. Dezember 1957: 1. Dan-Prüfungen für Frauen in der DDR

Elfriede Teichert (ASK Vorwärts Berlin) und Ruth Umlauf (BSG Einheit Dresden) erhalten neben 16 männlichen Kandidaten nach bestandener Prüfung den 1. Dan-Grad verliehen. Horst Wolf erhält den 2. DanGrad verliehen.

Januar 1958: Forderung nach Kinderwettkämpfen im Judo in der DDR

1958

Sigmund Haunschild (DHFK Leipzig) begründet in einer Artikelserie, die im Heft 1 der Zeitschrift„ Schwerathletik“ beginnt, seine Forderung nach Einführung von Kinderwettkämpfen im Judo in der DDR.


17. bis 22. Februar 1958: 1. Teilnahme von DDR-Judoka an internationaler Kampfrichterschulung

Horst Wolf und Helmut Bark nehmen am internationalen Kampfrichterlehrgang in Saarbrücken als erste Vertreter der Sektion Judo der DDR teil.

23. März 1958: VII. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Der Staffel des SC Dynamo Berlin gelingt es bei diesem Titelkampf in Berlin, den sechsfachen DDR Meister SC Wismut Karl Marx Stadt zu entthronen, der nach einer weiteren Niederlage gegen den ASK Vorwärts Berlin schließlich nur den 3. Rang belegt.

20. April 1958: Bildung des Deutschen Judo-Verbandes (DJV) der DDR

In Leipzig - im Plenarsaal der DHFK - vollziehen 64 Delegierte aus den Judosektionen aller Bezirke die Bildung des DJV der DDR, nachdem der Satzungsentwurf des DJV ausgiebig in allen organisationsteilen der Sektion Judo der DDR zur Diskussion gestellt worden war und einhellige Zustimmung erfahren hatte, und nachdem die Wahlen der Sektionsleitungen Judo in den Grundeinheiten des DTSB sowie der Kreis- und Bezirksfachausschüsse (KFA und BFA) im Zeitraum November 1957 bis 1958 von statten gegangen waren. Nach dem Rechenschaftsbericht von Lothar Skorning, in dem ein Überblick über die erfolgreiche Entwicklung des Judosports in der DDR gegeben und mitgeteilt wird, daß Ende 1957 insgesamt 201 Judosektionen mit 5 764 Mitgliedern gezählt worden sind, und nach einer ausführlichen Diskussion werden die Arbeitsentschließung und die Satzung des DJVangenommen. Anschließend erfolgt die Wahl des neuen Präsidiums und der neuen Revisionskommission. Zum Präsidenten des DJV wird Lothar Skorning, zu Vizepräsidenten werden Siegmund Haunschild und Ewald Schönrock und zum Generalsekretär wird Ernst Lassahn gewählt. Horst Wolf übernimmt im Präsidium die Funktion des Trainerratsvorsitzenden, Helmut Bark die des Kampfrichter verantwortlichen, Kurt Minkwitz den Vorsitz der Wettkampfkommission, Horst Marsell den der Klassifizierungskommission, und Willi Lorbeer den der Rechtskommission. Durch die Annahme der Satzung und die Wahl der leitenden Organe war die Bildung des DJV der DDR als Sportverband für die Sportart Judo im DTSB vollzogen.


9. Mai 1958: EJU-Kongreß

Am Kongreß der EJU in Barcelona nehmen Lothar Skorning und Ernst Lassahn als Vertreter des neugebildeten DJV der DDR teil.


10. Mai 1958: 1. Start von DDR-Judoka bei Europameisterschaften

Bei den EM in Barcelona nehmen erstmalig DDR-Judoka teil. Während Schindler und Nitz nach dem ersten Kampf ausscheiden, können Pflock, Roth, Fuhrmann und Jegust ihren ersten EM-Kampf gewinnen. Anschließend müssen auch sie stärkeren und erfahrenen Judoka den Vortritt überlassen.Europameister in den Gewichtsklassen werden: Leichtgewicht - De Wahl (Niederlande) ,Mittelgewicht:

31. Mai 1958: 1. Präsidiumstagung des DJV der DDR

Das neugewählte Präsidium des DJV der DDR kommt in Leipzig zur ersten Arbeitstagung zusammen Es wertet vor allem die Diskussion auf dem 1. Verbandstag und das Abschneiden beim ersten EM Start aus und beschließt den Arbeitsplan 1958/59. Ferner werden die Aufgaben und die Zusammen- setzung der Präsidiumskommissionen beschlossen.

9. bis 15. September 1958: Studenteneuropameisterschaften

Fünf DDR-Judoka nehmen an den Studenten-EM in Beauvallon (Frankreich) teil. Schindler und Müller- Deck können im Leichtgewicht bzw. im Mittelgewicht je einen 2. Platz erringen.

23. November 1958: IX. DDR-Judo-Meisterschaften

Bei den neunten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo für die Senioren in Meißen können die Berliner wiederum vier Titel erkämpfen. Erstmalig erringt Niemann im Schwergewicht den DDR-Meistertitel.

30. November 1958: II. Judo-Weltmeisterschaft

Bei der zweiten Weltmeisterschaft im Judo, die wiederum in Tokio ausgetragen wird, erkämpft Sone vor Kaminaga (beide Japan) den 1. Platz. Bester Europäer wird Pariset (Frankreich), der ins Semifinale vordringen kann.


30. November 1958: Länderkampf VR Ungarn - DDR im Judo

Die DDR-Nationalmannschaft gewinnt in Budapest überlegen mit 13:3 Punkten einen Länderver- gleichskampf gegen die ungarischen Judoka.

6. /7. Dezember 1958: VI. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Bei den sechsten Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka in Fürstenwalde kann der Bezirk Berlin drei Titel erringen.

1959

21. /22. Februar: 1959 VIII. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Erstmalig gelingt es der Staffel des ASK Vorwärts Berlin bei dieser DDR-Meisterschaft in Berlin den Titel zu erringen vor der Mannschaft von Wismut Karl Marx Stadt und des SC Dynamo Berlin.

19. April 1959: X. DDR-Judo-Meisterschaft

Bei den zehnten Einzelmeisterschaften der DDR im Judo, die in Leipzig ausgetragen werden, sind erstmalig Presse, Rundfunk und Fernsehen der DDR vertreten, die mit ihrer Berichterstattung einen Beitrag zur Massenentwicklung des Judosports in der DDR leisten.

7. /8. Mai 1959: EJU-Kongreß

Am Kongreß der EJU in Wien nimmt Horst Wolf als Vertreter des DJV der DDR teil. Er wird in den EJU-orstand gewählt und übernimmt die Funktion des stellvertretenden technischen Direktors der EJU. In dieser Wahl drückt sich das steigende internationale Ansehen des DDR-Judosports aus. Erstmalig sind auf diesem EJU-Kongreß Vertreter der UdSSR anwesend.

8. /9. Mai 1959: Erste EM-Medaille für DDR Judoka

Bei den EM in Wien nehmen wiederum DDR-Judoka teil. Erich Zielke gelingt es dabei, im Leicht-gewicht ins Semifinale vorzudringen und einen dritten Platz zu erkämpfen. Er ist damit der erste DDR-Judoka, der eine Bronzemedaille bei den EM erringt. Niemann gewinnt seinen ersten Kampf gegen den starken Spanier Gomez, verliert aber im Kampf um den Einzug in das Semifinale gegen Geesink. Becker, Roth, Hänsel und Horn scheiden schon nach dem ersten Kampf aus.

3. Juni 1959: Treffpunkt Olympia

Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark findet ein Treffpunkt Olympia besonderer Art statt. Die Mitglieder des Politbüros des ZK der SED Walter Ulbricht, Erich Honecker, Paul Verner und Alfred Neumann sind gemeinsam mit führenden DTSB-Funktionären und Olympiakämpfern erschienen, um mit der Berliner Jugend Sport zu treiben und über die Notwendigkeit zu sprechen, regelmäßig zu üben. Hier wird auch die populäre Losung geboren: Jedermann an jedem Ort, jede Woche einmal Sport!

20. Juni 1959: Länderkampf VR Polen-DDR im Judo

Die DDR-Nationalmannschaft gewinnt in Warschau einen Ländervergleichskampf gegen die polnischen Judoka mit 9:3 Punkten.

13. bis 16. August 1959: III. Deutsches Turn- und Sportfest

In Fortsetzung der neuen Tradition findet auch das III. Fest des DDR-Sports in Leipzig statt. 120 000 Sportler und Sportinteressierten, davon 20 000 Gäste aus der BRD und Westberlin und 300 Ehrengäste aus vielen Ländern der Welt, nehmen an diesem bedeutsamen Fest teil, das ganz dem 10. Jahrestag der Gründung der DDR gewidmet ist. Der DJV der DDR ist mit fünf Judoturnieren wiederum aktiv an diesem Fest beteiligt.

17. September 1959: Städtekampf Budapest-Berlin im Judo

Bei diesem Städtevergleichskampf in Berlin gewinnt die Berliner Dynamoauswahl gegen den ungarischen Meister Dozsa - Budapest mit 7:5 Punkten.

September/Oktober 1959: 1. Darstellung über den Judosport der DDR

In den Heften 18 bis 20 der Zeitschrift „Schwerathletik“ erscheint auszugsweise die Diplomarbeit des DHFK Absolventen Siegfried Beyer über die Entwicklung des Judosports in der DDR.


3. Oktober 1959: Erster weiblicher Judo-Kampfrichter in der DDR

Nach einem Lehrgang an der Sportschule Werdau wird Waltraud Leistner als erster Frau in der DDR die Kampfrichterlizenz übergeben.


21. /22. November 1959: VII. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Bei den siebenten Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka schneidet Berlin mit vier Titeln wieder am erfolgreichsten ab.

2. Dezember 59: Gesetz über die sozialistische Entwicklungdes Schulwesens in der DDR

Die Volkskammer der DDR beschließt entsprechend einem Vorschlag des ZK der SED das Gesetz über die soz. Entwicklung des Schulwesens, das die schrittweise Einführung der zehnklassigen allge- meinbildenden polytechnischen Oberschule für alle Kinder in der DDR bis 1964 vorsieht.


13. Dezember 1959: Länderkampf VR Ungarn - DDR im Judo

In einem weiteren Ländervergleichskampf gewinnt die DDR-Nationalmannschaft in Dresden erneut gegen die ungarische Vertretung, diesmal mit 10:2 Punkten. In einem zweiten Kampf gegen eine Bezirksauswahl Dresdens siegen die ungarischen Gäste mit 7:5 Punkten.

1960

11.01.1960 Dan-Prüfungen in Leipzig

Am 11.01.1960 fanden in Leipzig die Dan-Prüfungen zum 2. Dan statt.Teilnehmer: Henry Hempel, Helmut Hempel, Kurt Jahn, Horst Marsel, Hubert Sturm und Gert Schneider. Alle Prüflinge konnten ihre Prüfung bestehen. Prüfer dieser Prüfung: Horst Wolf etc

1. Februar 1960: Gründung der olympischen Gesellschaft in der DDR

In Berlin wird die „Gesellschaft zur Förderung des olympischen Gedankens in der DDR“ gegründet. Sie vereinigt diejenigen Bürger der DDR, die besonders zur Pflege, Erläuterung und Vertiefung der olympischen Idee in der DDR sowie zur Unterstützung der DDR-Olympiamannschaften beitragen wollen. Präsident wird der aus der BRD in die DDR übersiedelte ehemalige Rennfahrer Manfred von Brauchitsch.

1. Februar 1960: Direktive des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport

Das Staatliche Komitee erläßt eine Direktive „zur Entwicklung der soz. Körperkultur bis zum Jahre 1965“, die in zehn Punkten die Hauptlinien des weiteren Aufbaus des DDR-Sports enthält.

20. /21. Februar 1960: X. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei der X. MM in Berlin steht nach 36 Mannschaftskämpfen die gleiche Rangfolge wie im Vorjahr fest: ASK Berlin vor Wismut Karl Marx Stadt und SC Dynamo Berlin.

18. März 1960: Länderkämpfe Österreich-DDR im Judo

In Leipzig tritt die DDR-Auswahl in verjüngter Aufstellung gegen Österreichs Judoka an. Sie siegt mit 7:5 Punkten. Ein zweiter Kampf DDR-B-Auswahl gegen Österreich endet unentschieden 6:6.

9. /10. April 1960: VIII. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Erstmalig wird bei diesen achten Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka die Jugend in zwei Altersklassen (A und B) getrennt. Bei der B-Jugend erkämpft Potyralla (Rostock) über 65 kg einen dritten Platz.

23. /24. April 1960: XI. DDR-Judo-Meisterschaften

Durch die intensive Arbeit in den Judosektionen, besonders in den Sportclubs, sowie durch die berechtigten Hoffnungen, bei guten Platzierung an den EM teilnehmen zu können, ist ein deutlicherLeistungsanstieg bei diesen elften Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren in Schwerinfestzustellen. DDR-Meister werden: Schneider (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte), Alex, Becker (beide ASK Vorwärts Berlin), Hensel (BSG Lokomotive Leipzig-Mitte), Müller-Deck (HSG Wissenschaft DHFK Leipzig) und Pflock (ASK Vorwärts Frankfurt/o).

14. /15. Mai 1960: Judo-Europameisterschaften

Fünf DDR-Judoka starten bei den EM in Amsterdam, sie scheiden mit Ausnahme von Helmut Hempel,der ins Halbfinale vordringen und damit die zweite Bronzemedaille für den DDR-Judosport erringen kann, in der Vorrunde aus. Europameister in den Gewichtsklassen werden: Leichtgewicht – Schießleder (BRD), Mittelgewicht – Metzler (BRD), Schwergewicht – Geesink (Niederlande).

25. August bis 11. September 1960: Olympische Sommerspiele

An den XVII. Olympischen Sommerspielen in Rom nimmt eine DDR-Vertretung mit 144 Sportlern imRahmen der vom IOC festgelegten gemeinsamen Mannschaft beider deutscher NOK teil. Diese Mannschaft beider deutscher NOK teil. Diese Mannschaft ist nur unter großen Schwierigkeiten zustande gekommen. Die monatelangen Weigerungen der BRD-Sportführer, die Verhandlungen zwischen den NOK unter den Bedingungen der Gleichberechtigung zu führen, der Angriff des BRD-Kanzlers Adenauer auf die vereinbarte Fahne dieser Mannschaft (Schwarz-Rot-Gold mit den olympischen Ringen)und die oft unfair geführten Ausscheidungskämpfe seitens der BRD-Organe belasten diese gemeinsame Mannschaft sehr. Unter diesen Bedingungen sind die größeren Erfolge der DDR-Sportler hoch zu bewerten. Sie erringen drei Gold-, neun Silber- und sieben Bronzemedaillen sowie viele wertvolle 4. Bis 6. Plätze und mit 114 Punkten den 10. Platz in der inoffiziellen Länderwertung. Ingrid Krämer erkämpft im Turm- und Kunstspringen je eine Goldmedaille.


Auf der Tagung des IOC in Rom wird beschlossen, Judo in das olympische Programm 1964 aufzunehmen.

12. September 1960: Konstituierung des Staatsrates der DDR

Nach dem Ableben des ersten Präsidenten der DDR „Wilhelm Pieck“ 7. September) beschließt die Volkskam-mer das Gesetz über die Bildung des Staatsrats der DDR. Zum Vorsitzenden des Staats- rates wird „Walter Ulbricht“ gewählt.

27. September 1960: BRD-Forderung nach Abbruch des Sportverkehrs mit der DDR

BRD-Außenminister Brentano (CDU) fordert, „endlich mit dem gesamtdeutschen Sportverkehr Schluss zu machen“.


15. Oktober 1960: Präsidiumstagung des DJV der DDR

Das Präsidium des DJV der DDR berät und beschließt auf seiner 11. Tagung in Berlin Maßnahmen, die sich aus dem IOC-Beschluss ergeben, Judo 1964 in das olympische Programm aufzunehmen. Als weiterer wichtiger Punkt stehen die Verbandswahlen zur Vorbereitung des II. Verbandstages des DJV im April 1961 auf der Tagesordnung.

22. /23.Oktober 1960: FDJ-Pokalkämpfe im Judo zu Ehren von „Werner Seelenbinder“

Diese FDJ-Pokalkämpfe, die zum dritten Mal ausgetragen werden, finden in Brandenburg zum ehren den Gedenken an „Werner Seelenbinder“ statt. Im Mannschaftsturnier gewinnt die Vertretung Magde-burgs. Auch bei den am 3./4. Dezember stattfindenden DDR-Jugendmannschaftsmeisterschaften in Karl-Marx-Stadt siegt die Staffel der BSG Motor-Magdeburg.

12. März 1961: Städtekampf Wien-Berlin im Judo

Bei diesem Städtevergleichskampf in Wien ist die Berliner Auswahl mit 9:3 bzw. 9:5 Punktenerfolgreich.

14. März 1961: BRD-Justiz gegen DTSB der DDR

Der Bundesgerichtshof der BRD in Karlsruhe beschließt ein Grundsatzurteil, in dem völlig rechtswidrigder DTSB der DDR zur verfassungsfeindlichen Organisation in der BRD erklärt wird. Danach kann jedesMitglied des DTSB ohne jeden Anlaß auf dem Boden der BRD verhaftet werden. Der Sportverkehr zwischen.DDR und BRD ist damit aufs äußerste gefährdet.

18. /19. März 1961: IX. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Die neunten Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka, getrennt in die Altersklassen A und B, finden in Dresden statt. Berlin kann vier, Dresden drei und Magdeburg zweierringen. 25./26. März: XII. DDR-Judo-Meisterschaften Auch die zwölften Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die in Karl-Marx Stadt ausgetragen werden, zeigen einen weiteren Leistungsanstieg Überraschend gewinnt die BSG Motor Niedersedlitz zwei Titel. DDR-Meister werden: Neumann (ASK Berlin), Götz (BSG Motor Niedersedlitz), Wiesner (SC Dynamo Berlin), Bastian (BSG Motor Niedersedlitz),Roth und Nitz (beide SC Hoppegarten) mit einem Großereignis an die Öffentlichkeit.

8. /9. April 1961: II. Verbandstag des DJV der DDR

1961

Die Delegierten des II. Verbandstages des DJV der DDR, der in Leipzig stattfindet, können eine erfreuliche Bilanz ziehen. Die Mitgliederzahl hat sich seit Gründung des DTSB bzw. des DJV um über 100 Prozent gesteigert. Während Ende 1957 insgesamt 5 764 Judoka in der DDR registriert worden waren, stieg die Zahl bis Ende 1960 auf 12 154 Judoka. Der Verband hat 65 Dan-Trägerund kann auf zwei EM-Bronzemedaillen verweisen. 22 Diskussionsredner berichten über ihre Tätigkeit und ihre Erfahrungen und machen Vorschläge zur Realisierung des neuen Perspektivplans des DDR-Judo-Sports bis 1964. Nach Annahme des Perspektivplans, der eine weitere Steigerung des Mitgliederstands auf 25 000 Judoka vorsieht, erfolgt die Wahl des Präsidiums. Neuer Präsident des DJV wird Horst Wolf, als Vizepräsidenten fungieren Siegfried Haunschild und Hans Heidemann. Als weitere Präsidiums- mitglieder werden gewählt: Henry Hempel (Trainerrat), Helmut Bark (Kampfrichter-Kommission), Elisabeth Grunert (Frauenkommission), Gerhard Biesel(Veranstaltungskommission), Horst Marsel (Klassifizierungskommission), Hubert Sturm (Jugendkommission),Siegfried Beyer, Georg Bonsack, Herbert Ehrlich, Kurt Jahn, Arno Kroll, Horst Mallon, Heinz Reichow, Herbert Schulze und Lothar Skorning.


12. April 1961: Start des ersten bemannten Weltraumschiffs

Die UdSSR startet zum ersten Mal in der Weltgeschichte ein bemanntes Raumschiff, das Major Juri Gagarin steuert.


12. /13. Mai 1961: Judo-Europameisterschaften

Bei diesen EM, die in Mailand stattfinden, erringen die DDR-Judoka ihren ersten größeren Erfolg. Herbert Niemann erkämpft in der Kategorie 1. Dan den 1. Platz und damit den ersten EM-Titel für den DDR-Judosport. Außerdem werden noch vier Medaillen erkämpft: Silber für Herbert Niemann im Schwergewicht, wobei er im Finale gegen Geesink einen großartigen Kampf liefert und diesen hervorragenden Judoka, der ein halbes Jahr später Weltmeister wird, durch Uchi-Mata-Ansatz klar zu Fall bringt – Bronze für Karl Nitz in der Kategorie Offen für alle und für Wolfgang Micka bei der Jugend EM im Mittelge-wicht und in der Kategorie Offen für alle Bronze holt. Europameister in den Gewichtsklassen werden: Leichtgewicht: - Mersenbourg (Frankreich), Mittelgewicht - Metzler (BRD), Schwergewicht – Geesink (Niederlande).


13. /14. Mai 1961: XI. DDR-Mannschaftsmeisterschaften im Judo

Bei der XI. MM in Leuna nehmen auf Beschluss des Präsidiums die beiden Mannschaften der Sport- clubs Dynamo und Vorwärts Berlin nicht teil. DDR-Meister wird die HSG Humboldt-Universität Berlin vor der HSG DHFK Leipzig und der BSG Wismut Freital.


24. /bis 30. Mai: 1961 Freundschaftskämpfe Dozsa Budapest - SV Dynamo

Die Staffel von Dozsa Budapest führt drei Vergleichskämpfe in der DDR durch. Gegen die SG Dynamo Görlitz bzw. Berlin-Hohenschönhausen gewinnt sie mit 9:3 bzw. 8:4 Punkten. Den abschließenden Kampf gegen eine Dynamoauswahl verliert sie mit 4:8 Punkten.


27. /28. Mai 1961 II. Turn- und Sport Tag des DTSB der DDR

Nach vierjähriger Tätigkeit zieht der DTSB auf diesem II. Turn- und Sport Tag in Berlin Bilanz über eine erfolgreiche Periode des DDR-Sports. Der DTSB vereinigt nunmehr 1 439 000 Sportler und kann erste internationale Erfolge aufweisen. Es werden Ziele bis 1965 beraten, eine Entschließung mit neuer Aufgaben-Stellung und ein neues Statut angenommen und der Bundesvorstand gewählt. Zum neuen Präsidenten des DTSB wird der bisherige Vorsitzende des Staatlichen Komitees für Körper und Sport Manfred Ewald gewählt.

9. Juni 1961: Adenauer-Forderung nach Abbruch des Sportverkehrs mit der DDR

BRD-Kanzler Adenauer (CDU) fordert öffentlich vor Sportjournalisten in Bonn, dass „dergesamt deutsche Sportverkehr zum Erliegen“ kommen müsse. Damit hat er die im Rahmen der Bürger- kriegsvorbereitungen gegen die DDR geschürte Kampagne zum Abbruch des Sportverkehrs mit der DDR auf den Höhepunkt getrieben.

13. August 1961: Sicherung der Staatsgrenzen der DDR

Entsprechend einer Übereinkunft der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrags und dem Beschluss der Volkskammer der DDR vom 11. August übernehmen, angesichts der massiven Aggressions- vorbereitungen revanchistischer und militaristischer Kräfte in der BRD gegenüber der DDR, Truppenteile der Nationalen Volksarmee und andere bewaffnete Organe der DDR, unterstützt von den zeitweilig in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräften, den militärischen Schutz der Staatsgrenzen der DDR gegenüber Westberlin und der BRD. Mit diesem für die imperialistischen Kräfte und ihre Spionage- zentren völlig überraschend gekommenen Schlag wird die DDR gegenüber den imperialistischen Aggressionsabsichten zuverlässig geschützt, der Frieden in Europa gerettet, die Souveränität der DDR gestärkt und der künftige weitere soz. Aufbau vor reaktionären Wühlaktionen abgesichert.

16. August: 1961 DSB-Beschluss über Abbruch desSportverkehrs mit der DDR

Auf Veranlassung des BRD-Außenministeriums beschließt das Präsidium des DSB in Düsseldorf unterFührung von Willi Daume den Abbruch sämtlicher Sportbeziehungen zur DDR. Dieses als Düsseldorfer Beschluss in die Sportgeschichte eingegangene Dokument verbietet den BRD-Sportlern jeglichen Sportverkehr mit der DDR, jegliche Verhandlungen mit dem DTSB der DDR, die Entsendung gemein- samer Mannschaften und den Start von BRD-Athleten bei internationalen Meisterschaften, wenn DDR-Sportler teilnehmen Außerdem veranlassen die DSB-Führer die Regierungen der NATO-Staaten, den DDR-Sportlern keine Einreise zu gewähren. Schließlich beantragte sie bei den Internationalen Sportförderationen und beim IOC den Ausschluss der DDR-Verbände. In einer Erklärung versucht Daume den Anschein zu erwecken, als wenn dieser Beschluss eine Reaktion auf die DDR-Maßnahmen zur Sicherung der Staatsgrenzen vom 13. August ist, um die DDR zur Zurücknahme dieser Aktion zu veranlassen. In Wirklichkeit ist der Abbruch der Sportbeziehungen zur DDR schon seit 1960 aus innenpolitischen Gründen vorbereitet worden. /vgl. 27. September 1960).


August 1961: Erstmalig Zentrale Kinderwettkämpfe im Judo

120 Kinder aus 11 Bezirken kämpfen in neun Gewichtsklassen drei Tage bei diesem ersten Turnier im DDR Maßstab um den Sieg, das der DJV der DDR in Zusammenarbeit mit der Pionierorganisation im Rahmen der IV.Pionierspartakiade in Erfurt veranstaltet. In der Bezirkswertung siegt Magdeburg vor Berlin und Potsdam.

12. November 1961: 1. DDR-Bestenermittlung für Frauen im Judo

Nach ausführlicher Prüfung der Frage, ob Judowettkämpfe für den weiblichen Organismus schädlich sind, die von wissenschaftlicher Seite auch auf Grund von Erfahrungen des Judo-Verbandes der CSSR verneint wird, finden auf Beschluss des Präsidiums des DJV der DDR in Leipzig die ersten zentralen Wettkämpfe für weibliche Jugendliche und Frauen als DDR-Bestenermittlung statt. Wettkämpferinnen aus sieben Bezirken ermitteln die DDR-Besten in drei Jugend- und vier Seniorengewichtsklassen. In der Bezirkswertung siegt Dresden vor Leipzig und Potsdam.


23. bis 26. November 1961: 14. Tagung des ZK der SED

Die 14. Tagung des Zentralkomitees der SED wertet den XXII. Parteitag der KPdSU (17. Bis 31.10.) aus und erklärt, dass mit dem Sieg der soz. Produktionsverhältnisse (Übergang der Bauern zur genossen- schaftlichen Arbeit in den LPG) und mit der Sicherung der westlichen Staatsgrenzen der DDR (13. August) der Aufbau des Sozialismus in eine neue Etappe eintritt. Das ZK zieht Schlussfolgerungen aus der neu entstandenen Lage, beginnt die Strategie und Taktik für die weitere Gestaltung des Sozia- lismus in der DDR und für die Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus vor allem in der BRD auf lange Sicht auszuarbeiten und orientiert auf den entfalteten bzw. umfassenden Aufbau des Sozialismus in der DDR.

2. Dezember 1961: III. Judo-Weltmeisterschaft

An den dritten Welttitelkämpfe im Judo, die zum ersten Mal auf europäischen Boden, in Paris, ausgetragen werden, können die DDR-Vertreter Niemann, Nitz und Jegust nicht teilnehmen, weil ihnen und den DJV Funktionäre Funktionären Horst Wolf und Henry Hempel u. a. die Einreise nach Frankreich auf Grund der.von der DSB-Führung inszenierten Visaverweigerung (vgl. 16. August 1961) nicht gestattet wird. Aus diesem Grund ist der DJV der DDR auch nicht beim Kongress der IJF vertreten, der am 1. Und 3. Dezember stattfindet, sowie beim außerordentlichen EJU-Kongress am 30. November. EJU-Präsident Ertel informiert zu Beginn den EJU-Kongress, daß die DDR-Delegation wegen der Einreiseverweigerung der französischen Regierung nicht teilnehmen kann. Der EJU-Kongress nimmt daraufhin einstimmig eine Protestresolutionan, in der es heißt: „Der außerordentliche Kongress der EJU nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass die Delegation des DJV der DDR nicht an den WM 1961 und an den Kongressen der EJU und IJF teilnehmen kann. Der Kongress versichert den Judosportlern der DDR ihre Solidarität. Der Kongress wird alles in seinen Kräften Stehende tun, um eine Diskriminierung seiner Mitglieder in Zukunft zu verhindern“. Die WM, die wiederum nur in einer Gewichtsklasse (Offen für Alle) durchgeführt wird, erkämpft sich Anton Geesink (Niederlande), der alle Japaner, auch den Titelverteidiger Sone, eindeutig besiegt. Damit ist zum ersten Mal die Vormacht- stellung der Japaner im Judosport durchbrochen worden.

16. Dezember 1961: Länderkampf CSSR - DDR im Judo

In einem weiteren Länderkampf zwischen der CSSR und der DDR gewinnt die DDR-Auswahl in Leipzig mit 2:0 Punkten. In einem am nächsten Tag organisierten internationalen Turnier siegt Niemann eindeutig.

21.12.1961 Dan-Prüfungen in Berlin

Am 21.12.1961 fanden in Berlin die Dan-Prüfungen zum 3. Dan statt.Teilnehmer: Henry Hempel, Gert Schneider , Willi Lorbeer, Helmut Bark, Hubert Sturm und Horst Marsel. Alle Prüflinge konnten ihre Prüfung bestehen. Prüfer dieser Prüfung: Horst Wolf etc

Januar: 1962 1. Ausgabe der Zeitschrift Judo

Nach achtjähriger gemeinsamer Herausgabe eines Organs „Schwerathletik“ für die Sportarten Ringen,Gewichtheben und Judo erscheint nunmehr die Zeitschrift Judo als Mitteilungsblatt des DJV der DDR unter Leitung des Redakteurs Walter Ludwig. Damit erschließen sich dem Judo-Verband größere Möglichkeiten zur Publizierung seiner Tätigkeit und zur Werbung für den Judosport.

17. /18. März 1962: X. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

1962

An den zehnten Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka, die in Berlin stattfinden,nehmen 211 Judoka in den beiden Altersklassen teil. Bei der Jugend A gewinnen z. B. Potyralla in der70 kg-Klasse und Hennig in der Klasse über 75 kg den Titel.


29. April 1962: Bürotagung des Präsidiums des DJV der DDR

Auf dieser Bürotagung des Präsidiums, die in Berlin stattfindet, wird Heinz Kempa als neuer Generalsekretär des Judo-Verbandes vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit dem DTSB-Bundes- vorstand für diese wichtige Funktion gewonnen werden konnte. Da für den Generalsekretär nach mehrjähriger Unterbrechung -in dieser Zeit beklei-dete vor allem Elli Lassahn in aufopferungsvolle Tätigkeit diese Funktion – wieder eine hauptamtliche Stelle zur Verfügung steht, und da etwa im gleichen Zeitraum eine hauptamtliche Sekretärinnen Stelle, die Ursel Will übernahm, und eine hauptamtliche Verbandstrainerstelle, für die Henry Hempel berufen wurde, geschaffen werden konnten, ist mit Wirkung vom 1. Mai 1962 ein Generalsekretariat des DJV der DDR entstanden.

10. Mai 1962: EJU-Kongreß

Auf Grund der konsequenten Haltung der Leitung der EJU kann die Delegation des DJV der DDR amEJU-Kongreß in Essen (BRD) teilnehmen. Die BRD-Organe wagen nicht, Einreise und Teilnahme der DDR-Vertreter zu verhindern. Der EJU-Kongreß weist energisch die öffentliche Drohung der BRD-Polizeiorgane zurück, die DDR-Sportler beim Start an den bevorstehenden Judo-EM notfalls gewaltsam von der Matte zu holen, und  eine Kompromißformel, die den gleichberechtigten Start der DDR-Judoka sichert. Damit ist der Bonner Sportpolitik eine weitere Niederlage bereitet worden. Auf diesem EM-Kongress wird auch der Judo-Verband der UdSSR als Mitglied der EJU aufgenommen.

11. /12. Mai 1962: Judo-Europameisterschaften

Entsprechend dem Beschluss des EJU-Kongresses geht die Vertretung des DJV der DDR bei den EM in Essen (BRD) unter der Bezeichnung Deutschland - DJV an den Start, und die BRD-Polizeiorgane wagen angesichts der eindeutigen Haltung der EJU nicht, die Teilnahme der DDR-Judoka zu verhindern.Damit starten DDR-Sportler erstmalig seit dem DSB-Beschluss vom 16. August 1961 in einem NATOStaat. Bei den Wettkämpfen steigern sich die DDR-Judoka zu großartigen Leistungen. Herbert erringt im Schwergewicht den EM-Titel und Karl Nitz in der gleichen Gewichtsklasse eine Bronzemedaille. ImLeichtgewicht erkämpft Erich Zielke die Silbermedaille und im Mittelgewicht schließlich Otto Smirat eine Bronzemedaille. Mit diesen Erfolgen in den für 1964 festgesetzten olympischen Gewichtsklassen findet der DDR-Judosport Anschluss an das europäische Spitzenniveau. Die Judoka der UdSSR erringen bei ihrem ersten EM-Start mit je einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille in den olympischen Klassenebenfalls einen großen Erfolg.


12. /13. Mai 1962: XII. DDR-Mannschaftsmeisterschaften im Judo

Bei der XII. MM in Radebeul, die wiederum ohne Sportclubmannschaften stattfindet, wird die Vertretungder HSG Humboldt Universität Berlin erneut DDR-Meister vor der BSG Motor Magdeburg und der BSGWismut Dresden.


3. Juni 1962: XIII. DDR-Judo-Meisterschaften

Bei den XIII. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die in Kamenz veranstaltet werden, kann sich von den EM-Teilnehmer nur Herbert Niemann (ASK Vorwärts Berlin) durchsetzen, der Nitz auf den 2. Platz verweist.


1. Juli 1962: I. DDR-Studentenmeisterschaften im Judo

In Jena finden im Rahmen der I. DDR-Studentenmeisterschaften für die Sommersportarten auch die Wettkämpfe zur Ermittlung der Besten im Judo statt.

August 1962: Erstes Turnier um den Pokal der Pionierorganisation

Nach Absolvierung von Gruppenwettkämpfen, an denen sich 26 Mannschaften der Judosektionen des DJV beteiligen, nehmen die besten neun Mannschaften an den Endkämpfen um den Pokal der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ teil, die in Bad Schmiedeberg im Zentralen Pionierlager statt- finden. Im Kampf jedergegen jeden erringt die Staffel der SG Dynamo „Helmut Just“ Berlin den Pokal vor der BSG Motor Magdeburg, I. Mannschaft, und der BSG Motor Wolgast.


27. Oktober 1962: Internationales Turnier um den Großen Preis von Prag

Erstmalig nehmen DDR-Judoka an den traditionellen Wettkämpfen um den Großen Preis von Prag teil.Neben der gesamten Spitzenklasse der CSSR-Judoka sind auch sechs EM-Teilnehmer aus den Nieder-landen am Start. Das Turnier, das ohne Gewichtsklasseneinteilung stattfindet (Offen für Alle), wird zueinem vollen Erfolg der DDR-Judoka. Nitz, Jegust und Niemann belegen die Plätze 1 bis 3.

2. bis 4. November 1962: Internationales Judo-Turnier des SKDA

Das Sportkomitee der befreundeten soz. Armeen (SKDA) führt das erste Judo-Turnier durch, das unter Teilnahme von Spitzenkräften aus der UdSSR, der CSSR, der VR Bulgarien und der DDR in Dresden stattfindet. Bei diesem ersten offiziellen Start der UdSSR-Judoka in der DDR gewinnen die sowje- tischen Sportfreunde die ersten Plätze in den drei internationalen Gewichtsklassen und im Mann- schaftsturnier, während Niemann in der Kategorie Offen für Alle den Sieg erringt.

2. Dezember 1962: 2. DDR-Bestenermittlung für Frauen im Judo

Bei dieser zweiten DDR-Bestenermittlung, die in Erfurt veranstaltet wird, nehmen schon Wettkämp- ferinnen aus zehn Bezirken teil, und es können in allen fünf Gewichtsklassen sowohl bei der weiblichen Jugend als auch bei den Frauen die Besten ermittelt werden. In der 52,5 kg-Klasse der Frauen siegt z.B. Elisabeth Grunert (HSG Wissenschaft DHFK Leipzig), Vorsitzende der Frauenkommission beim Präsidium des DJV, die schon bei der 1. Bestenermittlung einen Sieg errungen hatte. In der 62,5 kg-Klasse ist Antje Zerrenthin (HSG Wissenschaft PH Potsdam) die Beste.

7. /8. Dezember 1962: DDR-Sportler des Jahres

Die Junge Welt führt zum 10. Mal eine Leserumfrage nach den populärsten DDR-Sportlern des Jahres durch, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Ingrid Krämer, Helmut Recknagel und die Frauen-Lagenstaffe (Barbara Göbel, Ute Noack, Ingrid Schmidt, Heidi Pechstein) werden zu DDR-Sportlern des Jahres 1962 gewählt. Bisher hatten diesen ehrenvollen Titel bei den Männern Gustav Adolf Schur neun Mal (1953-1961), bei den Frauen Karin Beyer (1958), Gisela Birkemeyer (1959), Ingrid Krämer (1960) und Ute Starke (1961) sowie bei den Mannschaften die DDR-Handball-Auswahl (1959), die Friedensfahrtmannschaft (1960) und die Fußballmann-schaft des SC Empor Rostock (1961) errungen.


8. Dezember: 1962 NOK-Verhandlungen

Nach zweijähriger Weigerung des NOK der BRD, über die Vorbereitung gemeinsamer Olympia Ver- tretungen für 1964 gemäß der IOC-Festlegung in Verhandlung zu treten, verlangt das NOK der DDR vom IOV eine Erklärung. IOC-Kanzler Mayer organisiert daraufhin eine Verhandlung zwischen den NOK-Präsidenten Schöbel und Daume in Lausanne, in der nach längerer Diskussion der gemeinsame Vorschlag an das IOC verabschiedet wird, für 1964 der DDR und der BRD selbständige Mannschaften zu gestatten. Während das NOK der DDR diesem Vorschlag am 18. Dezember voll zustimmt, zieht Daume auf Anweisung der BRD-Regierung seine Unterschrift zu diesem Vorschlag wieder zurück.

9. Dezember 1962: Länderkampf Belgien - DDR im Judo

In Leipzig findet der erste Länderkampf zwischen den Judokas Belgiens und der DDR statt, den die DDR Nationalstaffel mit 4:0 Punkten gewinnt. In einem anschließenden Einzelturnier in Berlin, das in den drei internatio-nalen Gewichtsklassen veranstaltet wird, können Micka im Mittelgewicht und Niemann im Schwergewicht den Sieg erringen.

12. Dezember 1962: I. DDR-Mannschaftsmeisterschaft der Studenten im Judo

Bei dieser ersten Studenten.-Mannschaftsmeisterschaft, die in Dresden durchgeführt wird, siegt die HSG Wissenschaft DHFK Leipzig vor der HSG Wissenschaft Humboldt Universität Berlin.

1963

4. Januar 1963: Coubertin-Ehrung in der DDR

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Pierre de Coubertin, des Schöpfers der modernen Olym- pischen Spiele am 1. Januar, findet ein Festakt des NOK der DDR an der DHFK Leipzig statt.

15. bis 21. Januar 1963: VI. Parteitag der SED

Der VI. Parteitag der SED konstatiert den Sieg der soz. Produktionsverhältnisse in der DDR und beschließt das neue Programm der SED zum umfassenden Aufbau des Sozialismus in der DDR, das auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens erhöhte Anforderungen stellt.

23. März 1963: Erstes Turnier um den DJV-Pokal

Das erste Turnier um den DJV-Pokal, das in Berlin stattfindet und zu dem die besten fünf Mann- schaften zugelassen sind, gewinnt die Staffel des SC Dynamo Berlin ungeschlagen.

6. April 1963: Internationales DJV-Turnier

In Vorbereitung auf die EM führt der DJV für seine Spitzenkräfte ein internationales Turnier in Berlin durch, an dem sich führende französische Nationalkader, u.a. drei amtierende Europameister,betei- ligen.Im internatio-nalen Leichtgewicht siegt Zielke vor Bourreau und im internationalen Schwergewicht Niemann vor Desailly.

21. April 1963: Länderkampf Niederlande-DDR im Judo

Die DDR-Nationalmannschaft trifft in Magdeburg auf die Vertretung der Niederlande mit dem Weltmeister und mehrfachen Europameister Anton Geesink an der Spitze. Nach spannenden neun Kämpfen (drei pro Gewichts-klasse) verliert die DDR-Staffel mit 1:3 Punkten. In einem anschließenden internationalen Turnier in Berlin, das in den drei internationalen Gewichtsklassen ausgetragen wird, können sich Daßler im Leichtgewicht und Micka im Mittelgewicht durchsetzen, während im Schwergewicht souverän Geesink gewinnt.


28. April: 1963 XIII. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei der XIII. MM in Berlin, die wiederum ohne Sportclubmannschaften stattfindet, wird die Staffel der HSG Humboldt Universität Berlin erneut DDR-Meister vor der Vertretungen der SG Dynamo Berlin-Hohenschönhausen und der BSG Motor Magdeburg.


10. /11. Mai: 1963 Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Genf können die DDR-Judoka an die Erfolge der letzten beiden Jahre anknüpfen. Karl Nitz wird Europameister in der Kategorie Offen für Alle, während Otto Smirat im Mittelgewicht die Silber- und Herbert Niemann im Schwergewicht eine Bronzemedaille erkämpfen. Zwei weitere Bronzemedaillen gewinnen Helmut Howiller und Armin Lindner in der Open-Klasse.

11. /12. Mai 1963: XI. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Die elften Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka, die in Eisenach ausgetragen werden, haben eine Rekordbeteiligung aufzuweisen. Erstmalig sind alle Bezirke vertreten, die fast alle Gewichtsklassen beschicken. Bei der Jugend B gewinnt z.B. in der 50 kg-Klasse Rudolf Hendel.

28. Juli 1963: 1. Start von kubanischen Judoka in der DDR

Die Nationalmannschaft Kubas, die sich auf einer Europareise befindet, wird in Fürstenwalde vom ASK-Vorwärts Berlin zu einem Mannschaftsvergleichskampf empfangen. Die DDR-Judoka gewinnen mit 4:0 Punkten. Anschließend findet in Schwerin ein Einzelturnier der Clubmannschaften Dynamo Berlin und DHFK Leipzig und Schweriner Judoka mit den kubanischen Gästen statt.

1. bis 4. August: 1963 IV. Turn- und Sportfest der DDR

Wiederum sind über 100 000 Festteilnehmer in Leipzig versammelt, darunter auch zahlreiche Gäste aus der BRD und vielen anderen Ländern, um das IV. Turn- und Sportfest und in Verbindung damit die V. Pionier Spartakiade der DDR feierlich zu begehen. Das „Vierte“ wird zu einem eindrucksvollen National fest der soz.Körperkultur der DDR gestaltet. Der Judosport ist auf diesem Fest mehrfach vertreten: Im Rahmen der V. Pionierspartakiade werden für die jüngsten Judoka ein Mannschaftsturnier (Sieger: BSG Motor Magdeburg) und ein Einzelturnier (Sieger der Bezirkswertung: Magdeburg) durchgeführt. In der erstmals veranstalteten Ausstellung „Sport in der bildenden Kunst“ sind zwei Werke mit Judomotiven zu sehen. Das Gemälde von Karl Erich Müller mit einer herrlichen Wurfzene im eigenwilligen Hochformat wird mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Und in der großen Sportschau im Zentralstadion führen die Sportler der Armeesportvereinigung Vorwärts im Rahmen ihres Auftritts erstmalig Fallübungen und Judowürfe als Massenübung vor.


21. /22. September 1963: 1. Judoturnier der sozialistischen Länder

In Rostock findet in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1964 in Tokio, bei denen zum ersten Mal ein Judoturnier auf dem Programm steht, das erste Turnier der soz.. Länder im Judosport statt. Neben der gesamten Leistungsspitze der DDR beteiligen sich Judoka aus der UdSSR, der CSSR, der VR Polen und der Ungarischen VR an diesem Turnier. In den vier olympischen Disziplinen siegen Natalenko (UdSSR) im Leichtgewicht, Smirat im Mittelgewicht, Niemann im Schwergewicht und Schikwiladze (UdSSR) in der Offen für alle.

1. Oktober 1963: Vaterländischer Verdienstorden an DTSB der DDR

Anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung der Demokratischen Sportbewegung (Konstituierung des DS am 1. Oktober 1948) findet eine Festsitzung des Bundesvorstandes des DTSB in Berlin statt, auf der der Vorsitzende des Staatsrates der DDR Walter Ulbricht, dem DTSB wegen seiner großen Verdienste bei der Entwicklung der soz. Körperkultur, bei der Stärkung der DDR und bei der Erhöhung des internationalen Ansehens der Republik den Vaterländischen Verdienstorden in Gold verleiht. In seiner Festrede stellt DTSB Präsident Manfred Ewald fest, daß der DTSB jetzt 1,7 Millionen Mitglieder umfasst, dass weitere 1,6 Millionen Bürger Sport treiben und daß die DDR-Sportler sechs Gold-, 14 Silber- und 10 Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen sowie 109 WM-Titel und 36 EM-Titel erringen konnten.


5. Oktober 1963: Judovergleichskampf FSGT-Berlin

Eine Auswahl der französischen Arbeitersportorganisation FSGT ist erneut in Berlin zu Gast und trifft auf die erste und zweite Vertretung Berlins. Die Judoka siegen mit 5:1 bzw. 3:2 Punkten. Anschließend findet ein Einzelturnier mit den französischen Judoka statt.

6 Oktober 1963: Judovergleichskampf FSGT-Bezirksauswahl Frankfurt in Bernau

Eine Auswahl der französischen Arbeitersportorganisation FSGT ist erneut in Bernau zu Gast und trifft auf die erste und zweite Vertretung des Bezirkes Frankfurt-Oder. Die Judoka siegen mit 2:1 bzw. 3:1 Punkten. Anschließend findet ein Einzelturnier mit den französischen Judoka statt.

26. /27. Oktober 1963: XIV. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XIV. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die ganz im Zeichen der bevorstehenden Olympischen Spiele stehen, finden in Berlin statt. Erstmalig stehen dem DJV japanische Tatamis zur Verfügung.Im Schwergewicht siegt erneut Niemann vor Nitz. Dritte Plätze belegen in dieser Klasse Howiller und Hennig.

23. /24. November 1963: X. DDR-Mannschaftsmeisterschaften im Judo

Bei der zehnten DDR-Mannschaftsmeisterschaft der Jugend, die in Gera zur Austragung kommt, kann die Staffel der BSG Motor Magdeburg zum sechsten Male die Trophäe des Meisters in Empfang nehmen. Zweiiter wird die Mannschaft des SC Dynamo Berlin.

8. Dezember 1963: 3. DDR-Bestenermittlung für Frauen im Judo

Mit der Rekordbeteiligung von 94 Starterinnen wird die dritte DDR-Bestenermittlung der weiblichen Jugend und der Frauen in Dresden durchgeführt.


14. /15. Dezember 1963: Übertragung der nächsten EM an den DJV der DDR

Der Vorstand der EJU überträgt dem DJV der DDR die Ausrichtung der Judo-EM 1964 auf seiner Tagungin Zürich, nachdem der jugoslawische Judo-Verband die EM wegen technischer Schwierig- keiten  absagen musste, die Niederlande auf Grund der DSB-Initiative (vgl. Beschluss vom 16. August 1961) nicht die Teilnahme aller Wettkämpfer garantieren kann und das Präsidium des DJV der DDR sich bereit erklärt hatte, im Interesse des europäischen Judosports und der Kontinuität der Durchführung der EM die Organisation dieser EM kurzfristig zu übernehmen. Damit sind die Judo-EM erstmalig an ein soz. Land vergeben. Da nur vier Monate zur Vorbe-reitung dieser europäischen Titelkämpfe zur Verfügung stehen, erfordert diese Übernahme bzw. Übertragung eine große Kraftanstrengung des DDR-Judoverbandes.

17. /18. Januar 1964: Olympiaverhandlungen zwischen dem DJV der DDR und dem DJB

Nach zwei Verhandlungen im Jahre 1963 können auf der dritten Verhandlung zwischen den Beauftragten des DJV der DDR und dem DJB in Lübeck (BRD) Vereinbarungen über die notwendigen Ausscheidungskämpfe der Judoka für die vom IOC geforderte gemeinsame Olympiavertretung beider deutscher NOK getroffen werden. Danach sollen die Wettkämpfe am 4. April 1964 in Lübeck im Mittelgewicht und in der Kategorie Offen für Alle und am 5. April in Rostock im Leichtgewicht und Schwergewicht ausgetragen werden. Darüber hinaus werden Festlegungen über die Anzahl der Kandidaten, über den Kampfmodus und über das internationale Kampfgericht getroffen. Diese Vereinbarungen kommen zustande, obwohl die Leitung des DSB ihre Beschlüsse über den Abbruch des Sportverkehrs mit der DDR vom 16. August 1961 noch nicht aufgehoben hat!

4. Februar 1964: Bildung des Organisationskomitees für die EM 64

1964

Nach umfangreichen Vorbereitungen des Präsidiums des DJV der DDR wird mit Unterstützung des Bundesvorstandes des DTSB und des Magistrats der Hauptstadt Berlin ein Organisationskomitee für die Judo-EM, die vom 24. Bis 26. April 1964 in Berlin stattfinden werden, unter Leitung des Präsidenten des DJV Horst Wolf, gebildet.


22. /23. Februar 1964: Internationales Judo-Turnier in der DDR

Zur Vorbereitung der EM und der Olympischen Spiele veranstaltet der DJV der DDR in Magdeburg ein internationales Turnier in den vier olympischen Disziplinen, an dem sich neben den Spitzenkräften der DDR-Judoka der Nationalvertretungen Großbritanniens, Frankreichs, Österreichs und der Niederlande beteiligen. Günter Wiesner siegt im Leicht-, Smirat im Mittel- und Niemann im Schwergewicht.


29. Februar : 1964 Internationales Turnier um den Großen Preis von Bratislava

Die besten weiblichen DDR-Judoka nehmen am ersten internationalen Vergleichskampf im Judo für Frauen, am internationalen Turnier um den Großen Preis von Bratislava, teil. Sie gewinnen in zwei der sechs Gewichtsklassen: Maria Runge (55 kg) und Renate Philipp (65 kg).


2. bis 4. März 1964: 1. Start von DDR-Judoka in Moskau

Vier Vertreter des DJV der DDR (Daßler, Smirat, Nitz und Niemann) starten bei einem internationalen Judo Turnier in Moskau, an dem neben vielen europäischen Spitzenkräften auch die japanische Leistungsspitze beteiligt ist. Die japanischen Judoka Nakatani, Okano und Inokuma belegten die ersten Plätze in den olympischen Gewichtsklassen. Die DDR-Judoka scheiden in den Vorkämpfen aus

14. /15. März 1964: I. Internationale Dynamospartakiade

Beim Judo-Turnier im Rahmen der I. Internationalen Dynamospartakiade in Gdansk kann die Staffel des SC Dynamo Berlin im Mannschaftswettbewerb den dritten Platz erringen. Sieger: UdSSR vor Unga- rische VR.

21. /22. März 1964: XII. DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend

Bei den zwölften Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka, die in Hoyerswerda stattfinden, werden die Anzahl der Wettkämpfe für die Teilnehmer durch die Einführung des Pool-Systems in den Vorkämpfen erhöht. Bei der Jugend A siegt in der 70-kg-Klasse Wolf.

22. März 1964: II. DJV-Pokalturnier

Beim zweiten Turnier um den DJV-Pokal, das wiederum in Berlin stattfindet und an dem sich acht Mannschaften beteiligen, siegt erneut die Staffel des SC-Dynamo Berlin vor den Vertretungen des ASK Vorwärts Berlin und des SC DHFK Leipzig.

4. /5. April 1964: Olympiaausscheidungskämpfe

Bei den Ausscheidungskämpfen zur Teilnahme am ersten olympischen Judo-Turnier im Rahmen der Olympischen Sommerspiele in Tokio, die in Lübeck (BRD) und Rostock (vgl. Vereinbarungen vom 17./18. Januar) stattfinden, kann sich Herbert Niemann im Schwergewicht durchsetzen, während in den anderen drei olympischen Disziplinen die DDR-Vertreter teilweise äußerst knapp unterliegen. Damit ist Niemann der erste Olympiateilnehmer des DDR-Judosports.

24. April 1964: EJU-Kongress

Am Vorabend der Europameisterschaften tagt in Berlin, der Hauptstadt der DDR, der Kongress der EJU. Delegierte von 20 nationalen Judoverbänden sind anwesend, das ist die bisher größte Beteiligung an einem EJU-Kongress. Nur die Vertreter des DJB aus der BRD fehlen. Obwohl drei Wochen zuvor mit den DDR Judoka Olympiaausscheidungskämpfe stattgefunden haben, boykottiert die Leitung des BRD-Judoverbandes den EJU-Kongress und die Europameisterschaften, weil sie in der DDR stattfinden. Zur Tarnung ihres Verhaltens greift sie zu einer groben Zwecklüge. EJU-Präsident Andre Ertel dankt einleitend dem DDR-Judoverband für die kurzfristige Übernahme und mustergültige Vorbereitung des Kongresses und der EM. Der EJU Kongress nimmt Irland und Schweden als neue Mitglieder auf, wählt Ertel wiederum zum Präsidenten, vergibt die EM 1965 an Spanien und die EM 1966 an Frankreich, führt nach jahrelangen Diskussionen endlich fünf Gewichtsklassen ein (Leicht 63, Halbmittel 70, Mittel 80, Halbschwer 93 und Schwer +93 kg), beschließt die Trennung der Junioren-EM von der Senioren-EM und die Einführung einer Jugend-EM und behandelt ausführlich seine Stellung zur IJF

25. /26. April 1964: Judo-Europameisterschaften

Nach der äußerst kurzen Vorbereitungszeit von nur vier Monaten finden die europäischen Titelkämpfe in der Werner Seelenbinder-Halle von Berlin statt, die in mehrfacher Beziehung bedeutsam erscheinen: Es sind die ersten Judo-EM in einem sozialistischen Land, sie stellen den letzten Höhepunkt vor der olympischen Premiere des Judosports in Tokio dar und sie weisen anschaulich den Fortschritt des europäischen Judo nach. EJU-Präsident Ertel schätzt diese EM abschließend folgendermaßen ein: „Die Organisation der EM in der Hauptstadt der DDR kommt einem Meisterwerk gleich und verdient mustergültig genannt zu werden. Diese Meisterschaft hat den Judosport einen erheblichen Schritt weiter gebracht. Das Leistungsniveau lag bedeutend über dem der bisherigen EM. Die DDR-Judoka haben einen weiteren Sprung nach vorn getan und werden in Zukunft ein sehr ernstes Wort im Judo auf dem europäischen Kontinent mitreden.“ Europameister werden im Leichtgewicht Bourreau (Frankreich), im Mittelgewicht Bondarenko (UdSSR), im Schwergewicht Niemann (DDR) und in der Kategorie Offen für alle Kiknadse (UdSSR) sowie im Mannschaftsturnier die UdSSR-Staffel. Wiesner (Leicht), Smirat (Mittel) und Howiller (Offen für alle) können Bronzemedaillen erringen, desgleichen die DDR-Auswahl bei den Mannschaften. In der Open-Klasse wird Geesink (Niederlande) zweimaliger Europameister (Schwergewicht und Offen für alle). Mit den Judo-EM 64 in Berlin hat der DJV der DDR eine große Bewährungsprobe erfolgreich bestanden und einen Beitrag zur internationalen Anerkennung der DDR geleistet.


4. /5. Mai 1964: Jugend- und Sportgesetz

Die Volkskammer der DDR beschließt zur weiteren Förderung der Jugend und des Sports (vgl. 8.Februar 1950) das Gesetz „Über die Teilnahme der Jugend der DDR am Kampf um den umfassenden Aufbau des Sozialismus und die allseitige Förderung ihrer Initiative bei der Leitung der Volkswirtschaft und des Staates, .in Beruf und Schule, bei Kultur und Sport“.

9. /10. Mai 1964: XIV. DDR-Mannschaftsmeisterschaften im Judo

Bei der XIV. MM in Rodewisch, die erneut ohne Sportclubmannschaften stattfindet, siegt wiederum die Staffel der HSG Humboldt-Universität Berlin vor den Vertretungen der BSG Motor Magdeburg und der SG Dynamo Magdeburg.


12. Juni 1964: Freundschaftsvertrag UdSSR - DDR

In Moskau wird feierlich der „Vertrag über Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit zwischen der DDR und der UdSSR“ abgeschlossen. Dieser Vertrag stellt die brüderliche Zusammenarbeit beider Staaten auf eine neue höhere Stufe, festigt den Freundschaftsbund UdSSR-DDR, erhöht die inter- nationale Autorität der DDR und stellt ein unüberwindliches Hindernis für imperialistische Pläne zur „Einverleibung“ der DDR in die BRD dar.

Juli 1964: Vorschlag für Judo im Sportunterricht

Im Heft 7/1964 der Zeitschrift Judo beginnt Heinz Ihlo eine Artikelserie zu veröffentlichen, in der er vorschlägt, einige elementare Judotechniken in den Sportunterricht der sozialistischen Schulen der DDR (ab Klasse 5) einzuführen.


9. /10. August 1964: 1. DDR-Start beim Adria-Pokal

Herbert Niemann gewinnt beim ersten Start in Split (Jugoslawien) das Turnier um den Adria-Pokal und Frank Gonschorek erkämpft einen 3. Platz.


10. bis 24. Oktober: 1964 Olympische Sommerspiele

An den XVIII. Olympischen Sommerspielen in Tokio nehmen 194 DDR-Sportler als geschlossener Mannschaftsteil im Rahmen der sogenannten „gemeinsamen“ Vertretung der NOK und der BRD gemäß der IOC-Festlegung teil. Da die DDR-Sportler die Mehrheit der Olympiateilnehmer in dieser Vertretung stellen, übernimmt DTSB-Präsident Manfred Ewald die Funktion des Chef de Mission und führt Ingrid Krämer als Fahnenträger den Einmarsch ins Tokioter Stadion an. Die DDR-Sportler, die sich auch in Tokio mit hinterhältigen Praktiken von Kräften der BRD auseinandersetzen müssen - so wird z.B. der DDR-Segler Dehmel um seinen Olympiastart gebracht – erringen einen großen Erfolg. Mit drei Gold-, elf Silber- und fünf Bronzemedaillen sowie vielen wertvollen 4. Bis 6. Plätzen erkämpfen sie mit insgesamt 142 Punkten den 8. Rang in der inoffiziellen Länderwertung und leisten damit einen würdigen Beitrag zum 15. Jahrestag der DDR. Beim ersten olympischen Judoturnier vom 20. Bis 23. Oktober erringen die Japaner drei Goldmedaillen: Nakatani (Leicht), Okano (Mittel) und Inokuma (Schwergewicht). In der Kategorie Offen für alle besiegt Anton Geesink (Niederlande) Kaminaga (Japan) eindeutig durch Festhalte. Herbert Niemann, der sich am 12. Oktober

17. /18. Oktober 1964: XV. DDR-Judo-Meisterschaften

Bei den XV. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die in Schkeuditz veranstaltet werden, erkämpfen folgende Judoka den Titel des DDR-Meisters: Feder - Barth (SC Dynamo Berlin), Leicht Daßler (SC DHFK Leipzig), Mittel - Smirat (SC Dynamo Berlin), Halbschwer - Howiller (SC DHFK Leipzig), Schwer - Nitz (SC Dynamo Berlin).


23. /24. Oktober 1964: IJF-Kongress

Am Kongress der IJF in Tokio können erstmalig Delegierte aus der DDR teilnehmen. Den DJV vertreten Horst Wolf und Hartmut Niederberger. Wichtigster Beschluss sind die neuen Statuten der IJF, von den europäischen und afrikanischen Judoverbänden nach langen erbitterten Kämpfen durchgesetzt, die ein weiteres diktatorisches Leitungsgebaren des IJF-Präsidenten Risei Kano verhindern sollen und eine Durchsetzung der Demokratisierung in der IJF ermöglichen.


14. /15. November 1964: XI. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo der Jugend

Bei der elften DDR-Mannschaftsmeisterschaft der Jugend, die in Bautzen veranstaltet wird, erkämpft die Staffel der BSG Motor Magdeburg zum siebenten Male den Titel.


29. November 1964: 4. DDR-Bestenermittlung für Frauen im Judo

Mit 129 Starterinnen kann bei der vierten DDR-Bestenermittlung der weiblichen Jugend und der Frauen in Holzbrücke bei Freiberg ein neuer Teilnehmerrekord verbucht werden. Hervorzuheben ist die Leistung von Renate Philipp (BSG Motor Babelsberg), die nach dreimaligem Sieg bei der Jugend nun bei den Frauen in der 67,5 kg-Klasse den 1. Platz belegt.

12. /13. Dezember 1964: Präsidiumstagung des DJV der DDR

Das Präsidium des DJV der DDR analysiert auf seiner erweiterten Jahrestagung in Berlin die Entwicklung des Judosports in der DDR im Jahre 1964 und beschließt die Aufgaben für 1965. Als besondere Erfolge werden die Ausrichtung der Judo-EM in Berlin und die Steigerung der Zahl der Mitglieder des DJV auf 19066 Judoka.hervorgehoben. Für 1965 wird der III. Verbandstag des DJV der DDR einberufen.

1965

10. Januar 1965: DDR-Judoturnier für Junioren

Zur Vorbereitung auf die Judo-EM für Junioren findet in Strausberg ein DDR-Turnier statt. Ein weiteres Turnier wird am 31. Januar in Leipzig veranstaltet.

6. März 1965: XIII. DDR-Judo-Meisterschaft der Jugend

Bei diesen XIII. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judoka der Jugend A und B die in Magdeburg ausgetragen werden, ist wieder eine Leistungssteigerung zu verzeichnen. In der 65 kg-Klasse der Jugend A siegt Dietmar Hötger (SG Dynamo Großenhain).


13. März 1965: Judo-Europameisterschaften für Jugend und Junioren

Bei den ersten selbständig durchgeführten Judo-EM für Jugend und Junioren in Scheveningen (Niederlande) kann nur Bernd Köhler in der 58 kg-Klasse der Jugend eine Bronzemedaille erringen.


13. März 1965: Länderkämpfe Österreich-Belgien-DDR im Judo

Bei einem Dreiländerturniers in Wien besiegt die DDR-Nationalmannschaft die Vertretungen Belgiens (10:0) und Österreichs (4:2) und belegt damit den 1. Platz.


20. /21. März 1965: Internationales DJV-Turnier

Die Judoka des SC Dynamo Berlin und des Polizeiclubs Paris veranstalten in Berlin ein Mannschafts- und ein Einzelturnier. Den Mannschaftsvergleich gewinnen die DDR-Judoka mit 5:3 Punkten. In den Gewichtsklassen belegen Wiesner (Halbmittel), Howiller (Halbschwer) und Niemann (Schwer) 1. Plätze.

23. /24. April 1965: Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Madrid kann Niemann wiederum die Goldmedaille im Schwergewicht erringen. Wiesner und Schröder erkämpfen im Halbmittelgewicht die Silber- und eine Bronzemedaille Ebenfalls eine Bronzemedaille erkämpft Otto Smirat im Mittelgewicht.


3. /4. April 1965:Adria-Pokal

Herbert Niemann erringt beim internationalen Turnier in Split (Jugoslawien) wiederum den 1. Platz und kann damit den Adria-Pokal zum zweiten Mal gewinnen.


23. bis 25. April: 1965 Erste Bezirks- Kinder- und Jugendspartakiade

Auf Beschluss des DTSB-Bundesvorstandes werden in allen Bezirken der DDR Kinder- und Jugend- spartakiaden für die olympischen Sommersportarten durchgeführt. Damit wird auf der Grundlage einer bedeuten den Tradition der Arbeitersportbewegung und den Erfahrungen aus den bisherigen Pionierspartakiaden und anderer Wettkam-pfformen die Spartakiadebewegung unseres Kinder- und Jugendsports geboren, die seitdem zum festen Bestand-teil der sozialistischen Sportbewegung der DDR gehört.


30. Mai 1965: XV. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei dieser XV. MM in Dresden, an der nach mehrjähriger Pause wieder die Sportclubmannschaften teilnehmen, gewinnt die Staffel des SC Dynamo Berlin vor den Vertretungen des SC DHFK Leipzig und der HSG Humboldt-Universität Berlin.

19. bis 21. August 1965: VI. Pionierspartakiade

Zum dritten Mal finden zentrale Kinderwettkämpfe im Judo in der DDR im Rahmen der Pionierspar- takiaden statt. Am Judoturnier der VI. Pionierspartakiade in Magdeburg nehmen nach den Ausschei- dungskämpfen 193 Judoka aus 63 Sektionen teil, die zehn Gewichtsklassen um Sieg und Medaillen kämpfen. Den Wanderpokal für die beste Bezirksvertretung kann Magdeburg vor Berlin und Erfurt erringen.


8. Oktober 1965: IOC-Beschlüsse über NOK der DDR und Judo

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschließt auf seiner 63. Tagung in Madrid unter dem Eindruckder ersten Erfolge des DDR-Sports trotz umfangreicher fieberhafter Machenschaften reak- tionärer Kräfte in der BRD, dem NOK der DDR für die Olympischen Winter- und Sommerspiele 1968 den Statuts einer selbständigen Mannschaft zu gewähren. Wenn in diesem Beschluss auch noch einige Einschränkungen enthalten sind (er gilt nur für 1968 und das DDR-NOK hat noch nicht das Recht, bei Olympischen Spielen den Staatsnamen, das Staatssymbol und die Nationalhymne zu verwenden), ist er dennoch ein erheblicher Fortschritt und Anerkennung der Tätigkeit des DDR-Sports auf olympischen Gebiet. Das IOC beschließt des weiteren, Judo nach seiner erfolgreichen olympischen Premiere von 1964 nunmehr ab 1972 ständig in das Programm der Olympischen Spiele aufzunehmen. Dieser Beschluss wird von den Judoka in aller Welt mit großer Freude begrüßt.


10. Oktober: 1965 III. DJV-Pokalturnier

Beim dritten Turnier um den DJV-Pokal, das in Potsdam stattfindet, gewinnt erneut der Pokalverteidiger SC Dynamo Berlin. Im Finale besiegt die Dynamostaffel die Vertretung des ASK Vorwärts Berlin mit 4:1 Punkten.

12. /13. Oktober 1965: IJF-Kongress

Der Kongress der IJF, der am Vorabend der IV. WM in Rio de Janeiro tagt, wählt Charles Palmer, der Präsidenten der englischen Judo-Organisation, als neuen Präsidenten der IJF. Die Mehrheit der Delegierten - auch der Vertreter des DJV der DDR Horst Wolf - lehnt damit den bisherigen IJF-Präsidenten Risei Kano (Japan),der von asiatischen und amerikanischen Funktionären wieder vorge- schlagen war, wegen seines undemokratischen Leitungsgebarens ab (vgl. 22./23. Oktober 1964). Der IJF-Kongress beschließt eine Statutenänderung, nach der Weltmeisterschaften nur noch an Länder vergeben werden, die eine ungehinderte Einreise und einen ordnungsgemäßen Start für alle Mitglieds- förderationen der IJF garantieren können, und die Einführung von fünf Gewichtsklassen neben der Kategorie Offen für alle für die künftigen Turniere der Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele. Mit der Wahl und diesen Beschlüssen setzen sich der demokratische Gedanke und das Gewichtsklassenprinzip in der IJF weiter durch.


14. bis 17. Oktober 1965: IV. Judo - Weltmeisterschaften

Die vierten Welttitelkämpfe im Judo, die zum ersten Mal auf dem amerikanischen Kontinent, in Rio de Janeiro, ausgetragen werden, finden erstmals in drei Gewichtsklassen und in der Kategorie Offen für alle statt. Die Japaner erringen drei WM-Titel: Matsuda (Leicht), Okano (Mittel) und Inokuma (Offen für alle), während Geesink (Niederlande) - diesmal im Unterschied zu den Olympischen Spielen in Tokio im Schwergewicht startend - sich ein weiteres Mal gegen die japanischen Judoka durchsetzen kann. Im Finale besiegter Matsunaga, nachdem er zuvor Sakaguchi ausgeschaltet hat. Die sowjetischen Judoka erringen erstmals WM-Medaillen: Kibroaschwilli die Silber- und Kiknadse eine Bronzemedaille in der Kategorie Offen für alle sowie Stepanow eine Bronzemedaille im Leichtgewicht. Herbert Niemann, der einzige DJV-Vertreter, kann sich weder im Schwergewicht noch in der Kategorie Offen für alle platzieren.


6. /7. November 1965: 5. DDR-Bestenermittlung für Frauen und weibliche Jugend im Judo

Die fünfte DDR-Bestenermittlung für die weibliche Jugend und die Frauen, die in Gera stattfindet, wird erstmalig an zwei Tagen ausgetragen. Antje Zerrenthin (HSG Wissenschaft Potsdam) in der 57,5 kg-Klasse und Renate Philipp (BSG Motor Babelsberg) in der 67,5 kg-Klasse können zum zweiten Mal als DDR-Beste geehrt werden. Als technisch beste Kämpferin wird die Jugendliche Renate Müller (SG Dynamo Pößneck) ausgezeichnet, die den 1. Platz in der Klasse bis 60 kg erringt.

14. November 1965: XVI. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XVI. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die in Berlin stattfinden, werden nach neuen Modus ausgetragen (pro Gewichtsklasse starten neun Judoka, die sich über Bezirksmeisterschaften und Gruppenausscheide qualifiziert haben, sowie sechs gesetzte Clubkader). Den Titel des DDR-Meisters erkämpfen: Feder; Hendel (TSG Rodewisch), Leicht; Wiesner, Mittel; Potyralla (beide SC Dynamo Berlin), Halbschwer; Howiller (SC DHFK Leipzig), Schwer; Niemann (ASK Vorwärts Berlin).


27. /28. November 1965: II. Internationale Dynamospartakiade

Beim Mannschafts- und Einzelturnier der Judoka der II. Internationalen Dynamospartakiade in Berlin dominierten wiederum die Sportler der UdSSR. Die Dynamovertretung der DDR kann den 2. Platz im Mannschaftskampf und zwei wertvolle 1. Plätze in den Einzelwettbewerben (Wiesner und Potyralla) erzielen.

18. Dezember 1965: Präsidiumstagung des DJV der DDR

Das Präsidium des DJV der DDR beschließt auf seiner erweiterten Jahrestagung in Berlin den Entwurf des Perspektivplans des DJV bis 1972, der in den folgenden Monaten bei den Wahlversammlungen und in der Zeitschrift Judo diskutiert und dem III. Verbandstag des DJV im Mai 1966 zum Beschluss vorgelegt werden soll. Der Judo-Verband der DDR, der Ende 1965 die stattliche Zahl von 20 000 Mitgliedern erreicht hat, stellt sich mit diesem Plan u. a. das hohe Ziel, bis 1972 auf 30 000 Judoka anzuwachsen.

1966

17. bis 22. Januar 1966: Internationaler Kampfrichterlehrgang der EJU

Auf dem X. Internationalen Kampfrichterlehrgang der EJU in Mürren (Schweiz), an dem Horst Wolf als stellvertretender technischer Direktor des EJU-Vorstandes leitungsmäßig und lehrend mitwirkt, werden die internaItionalen Kampfrichter Kurt Jahn und Helmut Bark für den Kaderkreis der EJU-Meisterschaften nominiert und erhalten Willi Lorbeer und Herbert Ehrlich nach bestandener Prüfung die Lizenz als Internationaler Kampfrichter der EJU.

27. Februar 1966: Länderkampf Niederlande - DDR im Judo

Im Rahmen eines Gewichtsklassenturnier in Cottbus in Vorbereitung auf die EM gewinnt die DDR-Nationalmannschaft gegen die starke Vertretung der Niederlande mit 4 : 1 Punkten. Bei den Einzel- wettbewerben können die DDR-Judoka zwei 1. Plätze erreichen (Scholz und Smirat).


5. März 1966: Länderkämpfe Frankreich - Österreich - DDR im Judo

Zur Vorbereitung auf die EM veranstaltet der DJV ein internationales Mannschafts- und Einzelturnier in Berlin. Den Länderkampf gegen Frankreichs Auswahl können die DDR-Judokas 5 : 5 gestalten, während sie den Länderkampf gegen die Auswahl Österreichs klar mit 8 : 2 gewinnen. Bei den Einzelwettbewerben. erzielen die DDR-Judoka drei 1. Plätze (Scholz, Smirat und Hennig).


19. /20. März 1966: Judo Europameisterschaften für Jugend und Junioren

An den Judo-EM für die Jugend und die Junioren in Lyon (Frankreich) können die DDR-Vertreter nicht teilnehmen, da ihnen eine ordnungsgemäße Einreise verweigert wird. Die Judoka der UdSSR, Frankreichs und der Niederlande können jeweils drei Titel erringen.


20. März 1966: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend A

Die XIV. Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka werden erstmals in getrennten Veranstaltungen ausgetragen. Für die Jugend A finden sie in Quedlinburg statt. Im Schwergewicht über 75 kg siegt Uwe Stock (SC Dynamo Berlin). In der Bezirkswertung steht Magdeburg vor Dresden und Leipzig an der Spitze.


3. April 1966: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend B

Die Judo-Einzelmeisterschaften der DDR für die Jugend B finden in Magdeburg statt. In der Bezirks- wertung steht auch hier Magdeburg vor Dresden und Rostock an der Spitze.

5. Mai 1966: EJU-Kongress

Am Kongress der EJU in Luxemburg nehmen von Seiten des DJV der DDR Horst Wolf und Heinz Kempa teil. Horst Wolf wird als stellvertretender technischer Direktor des EJU-Vorstandes einstimmig wiedergewählt.

7. /8. Mai 1966: Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Luxemburg können die DDR-Judoka zwar im Mannschafts- turnier  wiederum einen wertvollen 3. Platz belegen und damit eine Bronzemedaille erringen. Im Kampf um den Einzug ins Finale verlieren sie gegen die Auswahl Frankreichs mit 0:3 Punkten. Bei den Einzelwettkämpfen in den Gewichtsklassen kann nur Schröder im Halbmittelgewicht eine Bronzemedaille erzielen. Hennig gewinnt in der Kategorie Offen für alle eine weitere Bronzemedaille. Damit können die DDR-Judoka nicht an die Leistungen der letzten Jahre anknüpfen.


8. Mai 1966: Sportvertrag UdSSR - DDR

In Berlin wird am Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Joch des Hitlerfaschismus durch die SowjetIunion und die anderen Kräfte der Antihitlerkoalition ein Freundschaftsvertrag über die Festigung der brüderlichen Zusammenarbeit zwischen dem Sowjetsport und dem DDR-Sport feierlich unterzeichnet. Mit diesem Vertrag erlebt die deutsch-sowjetische Sportfreundschaft, deren Grundstein die sowjetischen und deutschen Arbeiter-sportler vor 1933 gelegt hatten und die nach 1945 durch vielfache Initiativen auf höherer Stufe und breiterer Front fortgeführt wurde - allein 1964/65 waren 153 Delegationen ausgetauscht worden -, einen neuen Höhe-punkt. Im Vertrag sind wichtige Festlegungen für das künftige, noch engere Zusammenwirken enthalten, so die Bildung einer Ständigen Gemeinsamen Kommission der Leitungen der beiden Sportorganisationen, die sich am 1. Februar 1967 in Moskau konstituiert.

15. Mai 1966: III. Verbandstag des DJV der DDR

Die Delegierten des III. Verbandstages des DJV der DDR, der in Halle stattfindet, können wie schon zuvor bei der Gründung des DJV (vgl. 20.April 1958) bzw. beim II. Verbandstag (vgl. 8./9. April 1961) eine erfreuliche Bilanz ziehen. Der Judo-Verband der DDR kann auf 489 Judosektionen mit insgesamt 20 000 Mitgliedern verweisen, darüber hinaus treiben tausende junger Menschen in den SSG und im Studentensport Judo.Damit hat sich Judo zur stärksten Zweikampfsportart in der DDR entwickelt. Im Leistungssport sind bei den EM seit 1961 insgesamt fünf Gold-, vier Silber- und 22 Bronzemedaillen erkämpft worden, während bei den WM und bei den Olympischen Spielen noch keine Erfolge zu Buche stehen. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichts des Präsidiums durch Horst Wolf und des Berichts der Revisionskommission durch Ewald Schönrock ergreifen 13 Diskussionsredner das Wort. In den Berichten und Beiträgen werden kritisch Erfolge und Menge analysiert und Vorschläge zur Erfüllung des neuen Perspektivplanes des DDR-Judosports bis 1972 gemacht (vgl. 18. Dezember 1965). Nach Annahme des Perspektivplans, der in seinen Hauptpositionen eine weitere Steigerung des Mitglieder-standes auf 30 000 Judoka und den Anschluss an die Weltspitze vorsieht, erfolgt die Wahl des neuen Präsidiums. Als Präsident des DJV wird Horst Wolf und als Generalsekretär des DJV wird Heinz Kempa wiedergewählt. Als Vizepräsidenten fungieren Hans Heidemann und Dr. Lothar Skorning. Als weitere Präsidiumsmitglieder werden gewählt: Henry Hempel (Leistungskommission), Hans Müller-Deck (Kinder- und Jugendkommission), Helmut Bark (Kampfrichter-Kommission), Dr. Gerhard Lekszas (Ärztekommission), Wolfgang Broege (Allgemeine Sportkommission), Waltraud Leistner (Frauenkommission) Jürgen Kapsch (Pressekommission), Günter Borchert (Finanzkommission),Heinz Zalkow (Klassifizierungskommission) und Siegmund Haunschild. Als Vorsitzender der Revisions- kommission wird Gerhard Grafe gewählt.


29. Mai 1966:XVI. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei dieser XVI. MM in Magdeburg, an der sich nach Ausscheidungskämpfen in den beiden Oberliga- staffeln Nord und Süd vier Mannschaften beteiligten, gewinnt erneut die Vertretung des SC Dynamo Berlin vor den Mannschaften des ASK Vorwärts Berlin, des SC DHFK Leipzig und der BSG Motor Magdeburg.

3. /4. Juni 1966: III. Turn- und Sport Tag des DTSB der DDR

Nach fünfjähriger Tätigkeit zieht der DTSB auf dem III. Turn- und Sport Tag in Berlin Bilanz über eine weitere erfolgreiche Periode des DDR-Sports. Der DTSB umfasst nunmehr 1,8 Millionen Mitglieder und 600 000 Bürger gehen einer regelmäßigen sportlichen Betätigung in Sportgruppen außerhalb des DTSB unter seiner Anleitung nach. Der DTSB kann eine stattliche Zahl internationaler Erfolge aufweisen. Neben den olympischen Platzierungen von 1964 konnten DDR-Sportler von 1961 bis Mitte 1966 bei WM 99 Gold-, 79 Silber- und 69 Bronzemedaillen und bei den EM 27 Gold-, 46 Silber- und 62 Bronze- medaillen erringen. Es werden die Ziele bis 1970 beim weiteren Aufbau der sozialistischen Körperkultur in der DDR beraten, eine entsprechende Entschließung angenommen und der Bundes- vorstand sowie die Zentrale Revisionskommission gewählt. Zum Präsidenten des DTSB wird Manfred Ewald wiedergewählt.

22. /23. Juni 1966: Studentenweltmeisterschaften

Zehn DDR-Judoka nehmen an den erstmalig stattfindenden Studenten-WM, die in Prag ausgetragen werden, teil. In den fünf Gewichtsklassen, in der Kategorie Offen für alle und im Mannschaftswettbewerb siegen bis auf eine Ausnahme (Leichtgewicht: Cho Van Rak, KVDR) japanische Judoka. Meyer kann im Mittelgewicht eine Bronzemedaille erringen.

30. Juni 1966: Adria-Pokal

Herbert Niemann gewinnt in Split (Jugoslawien) zum dritten Mal den Adria-Pokal, der damit in seinen Besitz übergeht.


24. bis 31. Juli: 1966 Kinder- und Jugendspartakiade der DDR

In Berlin findet die I. Zentrale Kinder- und Jugendspartakiade der DDR in den olympischen Sommersportarten statt, an der 12 774 junge Sportler beteiligt sind. An den Vorkämpfen in den Kreisen waren insgesamt 321 000 Kinder und Jugendliche an den Start gegangen. Zur Eröffnung dieses Festes wird eine Spartakiade Stafette von der Gedenkstätte Buchenwald bis zur DDR-Hauptstadt durchgeführt. An den drei Judoturnieren (Kinder, Jugend B und A), die in der Werner Seelenbinder-Halle stattfinden, nehmen 321 Judoka teil. An den Vorkämpfen waren insgesamt 1 125 Judoka beteiligt. Von den Spartakiadesiegern sind hervor zu heben: Bei den Kindern - Strenge (40 kg), Jakubek (42,5 kg), Kopec (50 kg), Thomas (+52,5 kg), bei der Jugend B –Fehre (60 kg), Werner (65 kg) und bei der Jugend A - Hötger (70 kg) Skopec (75 kg) und Stock (+79 kg). In der Bezirkswertung siegt Magde-burg vor Berlin und Karl-Marx Stadt.

25. bis 31. Juli 1966: Erster Kampfrichterlehrgang für weibliche Judoka in der DDR

In Werdau findet unter Leitung von Kurt Jahn der erste Kampfrichterlehrgang für weibliche Judoka statt. Allen 12 Teilnehmerinnen kann nach Abschluss die Lizenz als Bezirks- bzw. DDR-Kampfrichter übergeben werden.

13. bis 16. Oktober 1966: III. Internationale Dynamospartakiade

Beim Mannschafts- und Einzelturnier der Judoka der III. Internationalen Dynamospartakiade in Budapest erzielen die Sportler der UdSSR erneut einen großen Erfolg. Die Dynamovertretung der DDR kann im Mannschaftskampf wieder den 2. Platz erringen, während in den Gewichtsklassen drei 1. Plätze (Micka - Mittelge.wicht, Fehre - Jugend 65 kg, Skopec - Jugend 75 kg) und weitere Medaillen erkämpft werden können.

16. Oktober 1966: IV. DJV-Pokalturnier

In Abwesenheit des Pokalverteidigers SC Dynamo Berlin, der zur Dynamospartakiade in Budapest weilt, gewinnt die Staffel des SC DHFK Leipzig den DJV-Pokal in Rostock vor der ASG Jena, dem ASK Vorwärts Berlin und der SG Dynamo Magdeburg.


27. November 1966: XVII. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XVII. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren finden in der neuerbauten Schweriner Sport und Kongresshalle statt. Sie stehen ganz im Zeichen des nachdrängenden Nachwuchses. Einige Spartakiade siegern können schon Medaillen bei den Senioren erringen (Skopec, Stock). Den Titel des DDR-Meisters erkämpfen: Leicht - Hecht (BSG Motor Magdeburg), Halbmittel - Wiesner (SC DHFK Leipzig, Mittel - Potyralla (SC Dynamo Berlin), Halbschwer - Howiller (SC DHFK Leipzig), Schwer Hennig - (SC Dynamo Berlin).

27. /28. November 1966: 1. DDR-Judo-Meisterschaften der Frauen

Nach fünf Bestenermittlungen werden auf Beschluss des Präsidiums des DJV nun mehr die ersten DDR Meisters-Meisterschaften für die weiblichen Judoka in Eisenach ausgetragen. 102 Sportsfreundinnen aus 13 Bezirken, davon 64 Jugendliche, sind beteiligt und repräsentieren die 2 000 weiblichen DJV-Mitglieder. Den Titel des DDR-Meisters bei den Frauen erkämpfen: 52,5 kg - Hermann (BSG Traktor Stralsund), 57,5 kg - Aßmann (SG Dynamo Hagenow), 62,5 kg - Mothes (SG Dynamo Schwerin), 67,5 kg - Franke (SG Dynamo Zwickau), +67,5 kg - Schott (BSG Fortschritt Burg). Als beste Technikerin wird Annemarie Aßmann ausgezeichnet.


10. /11. Dezember 1966: JugendländerkämpfeFrankreich - Niederlande-DDR im Judo

Zur Vorbereitung auf die EM 67 veranstaltet der DJV Jugendländerkämpfe gegen Auswahlmannschaften Frankreichs und der Niederlande sowie anschließende Einzelturniere in Berlin. Die DDR-Jugendauswahl gewinnt gegen die Vertretungen Frankreichs mit 7:2 und der Niederlande mit 7:3 Punkten. Im Einzelturnier kann Skopec im Mittelgewicht den 1. Platz erringen.

1967

1. Januar 1967: Einführung eines neuen Wettkampfsystemsund neuer Wettkampfregeln im DJV der DDR

Auf Beschluss des Präsidiums des DJV der DDR werden zu Beginn des Jahres 1967 ein neues Wettkampfsystem und neue Wettkampfregeln eingeführt. Der Beschluss über das Wettkampfsystem legt fest, welche Wettkämpfe zu den offiziellen Veranstaltungen des DJV zählen und welche Anforderungen an sie gestellt werden, .regelt den Austragungsmodus, das System der Teilnahme, die Stichtagfrage für die Jugendlichen und die Verteilung der Urkunden, Medaillen und Preise und legt neue Gewichtsklassen für den Jugendbereich fest. Die neuen Wettkampfregeln sind von der EJU für alle öffentlichen Wettkämpfe im europäischen Rahmenfür verbindlich erklärt worden, sie werden deshalb auf Beschluss des Präsidiums des DJV der DDR vollinhaltlich für das gesamte Wettkampfprogramm des DDR-Judosports übernommen.


21. /22. Januar 1967: Jugend- und Juniorenländerkämpfe UdSSR-DDR im Judo

In Moskau finden Länderkämpfe der DDR-Jugend- und Juniorenauswahl gegen die A- und B Vertre- tungen der UdSSR-Judoka statt, mit 2:3 bzw. 0:4 verloren werden.

11. /12. Februar 1967: Jugendländerkämpfe UngarischeVR - VR Polen - DDR im Judo

In Leipzig bestreitet die DDR-Jugendauswahl weitere Länderkämpfe gegen die Vertretungen der Ungarischen VR und der VR Polen, die sie jeweils mit 8:2 Punkten gewinnt. Im anschließenden Einzelturnierin den Gewichtsklassen können Schulz, Werner, Mialkas und Schulze 1. Plätze erringen..


19. März 1967: Erstmalig DFD-Wanderpokal

In Leipzig findet zur Erweiterung des Wettkampfprogramms der weiblichen Judoka in der DDR erst- maligein Pokalturnier statt, zu dem der Bundesvorstand des Demokratischen Frauenbundes der DDR Wanderpokale für jede Gewichtsklasse gestiftet hat. Startberechtigt sind alle Judoka des DJV ab 17 Jahre. Es beteiligen sich 46 Wettkämpferinnen. Sieger des I. DFD-Pokalturnieres sind: 52,5 kg - Dommel (HSG DHFK Leipzig), 57,5 kg - Puff (HSG DHFK Leipzig), 62,5 kg - Zerrenthin (HSG Wissenschaft Potsdam), 67,5 kg - Piontek (SG Dynamo Pößneck), +67,5 kg - Schott (BSG Fortschritt Burg).

25. /26. März 1967: Länderkämpfe Großbritannien-Jugoslawien-DDR

In Schwerin trifft die DDR-Auswahl der Senioren in Länderkämpfen auf die Vertretungen der Judoka Großbritanniens und Jugoslawien, die sie mit 4:2 bzw. 7:0 Punkten für sich entscheiden kann. Im folgenden Einzelturnier in den Gewichtsklassen erzielen Wiesner, Micka und Hennig 1. Plätze.

31. März 1967: Staatsratsbeschluß „Jugend und Sozialismus“

Der Staatsrat der DDR beschließt das Dokument „Jugend und Sozialismus“, durch das die staatliche Jugendförderung in der DDR kontinuierlich fortgesetzt wird. Es enthält zehn Grundsätze der sozialistischen Jugendpolitik der DDR und hat auch für die Sportförderung Bedeutung.

15. /16. April 1967: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend B

Die Judo-Einzelmeisterschaften der DDR für die Jugend B finden in Berlin statt. Fehre gewinnt in der 65-kg-Klasse. In der Bezirkswertung führt Berlin vor Rostock und Potsdam.


29. /30. April 1967: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend A

Die XVI. Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka (Jugend A) werden in Schkeuditz ausgetragen. Die EM-Teilnehmer können nicht alle an ihre gute Form von Lissabon anknüpfen. Europameister Werner erringt z.B. nur den 3. Platz, während Zuckschwerdt DDR-Meister im Schwer- gewicht wird.


11. bis 13.Mai 1967: Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Rom kann Klaus Hennig zwei Bronzemedaillen erringen (Schwer- gewicht und Offen für alle), wobei er in der zweiten Disziplin den Europameister Ruska schlägt. Ebenfalls eine Bronzemedaille erkämpft Schröder im Halbmittelgewicht. Weitere Erfolge bleiben den DDR Judoka versagt.


1. /2. Juni 1967: Studentenkonferenz

In Weimar findet die I. Zentrale Konferenz über den Studentensport der DDR statt. Ausführlich werden der Stand und die Weiterentwicklung des obligatorischen und freiwilligen Studentensports an den Universitäten und Hochschulen der DDR erörtert. Judo wird als eine besonders bei den Studenten beliebte Sportart herausgestellt.


10. /11. Juni 1967: XVIII. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XVIII. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren finden nach den Judo-EM in Neustrelitz statt. Der Nachwuchs drängt weiter nach vorn. Den Titel des DDR-Meisters erkämpfen: Leicht – Scholz (SC Dynamo Berlin), Halbmittelgewicht - Wiesner (SC DHFK Leipzig), Mittel - Smirat (SC Dynamo Berlin), Halbschwer - Howiller (SC DHFK Leipzig), Schwer - Hennig (SC Dynamo Berlin).

30. Juni/1. Juli 1967: Adria-Pokal

Erstmals wird der Adria-Pokal in Split (Jugoslawien) in fünf Gewichtsklassen ausgetragen. Der DJV der DDR entsendet Hötger, Smirat und Hennig, die alle drei in ihrer Gewichtsklasse den Pokal erkämpfen.


8. August: 1967 IJF-Kongress

Der Kongress der Internationalen Judo-Föderation (IJF), der am Vorabend der V. WM in Salk Lake City (USA) tagt, nimmt weitere Judoverbände auf, so dass die IJF jetzt aus 74 Mitgliedsverbänden besteht. Südafrika wird der Eintritt in die IJF wegen seiner Rassenpolitik verwehrt.


9. bis 11. August 1967: V. Judo-Weltmeisterschaften

Bei den fünften Welttitelkämpfe im Judo in Salt Lake City (USA) nehmen wegen der letzten EM-Ergebnisse keine DDR-Vertreter teil. Erstmals werden die WM in fünf Gewichtsklassen und in der Kategorie Offen für alle ausgetragen. Die Japaner erringen fünf WM-Titel: Sigeoka (Leicht), Minatoya (Halbmittel), Maruki (Mittel), N. Sato (Halbschwer) und Matsunaga (Offen für alle). Nur der Geesink-Nachfolger Ruska durchbricht die japanische Phalanx und wird Weltmeister im Schwergewicht. Die Judoka der UdSSR können zwei Bronze-medaillen erringen (Suslin und Kiknadse).

13. August 1967: Pionierpokal

Die seit dem 25. Juli im Zentralen Pionierlager „Karl Marx“ in Bad Schmiedeberg zur Austragung ge- kommenen Wettkämpfe um den Pionierpokal gehen mit einer feierlichen Siegerehrung zu Ende. Den Wanderpokal der Pionierorganisation erkämpft sich von den 17 Mannschaften die Vertretung der SG Dynamo Magdeburg-Mitte vor der SG Dynamo Stralsund und der HSG DHFK Leipzig. Außerdem werden die Sieger und Platzierten des Einzelturniers in den zehn Gewichtsklassen geehrt. Dreimal sind dabei die Judoka der BSG Motor Magdeburg und je zweimal die Judoka der SG Dynamo Pasewalk erfolgreich.


16. bis 19. September 1967: ZSKA Moskau in der DDR

Die zu einem Trainingsaufenthalt in der DDR weilenden Judoka des ZSKA Moskau starten in Göhren, Prora und Hoppegarten gegen Judoka des ASK Vorwärts Berlin und des SC Dynamo Berlin. Im sowjetischen Aufgebot befinden sich die Europameister Iljuschin und Judin sowie der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1964 Stepanow. Die meisten Vergleichskämpfe können die sowjetischen Judoka siegreich gestalten, nur einmal kann sich Hendel gegen Iljuschin siegreich durchsetzen.

29. September bis 1. Oktober 1967: IV. Internationale Dynamospartakiade

Beim Mannschafts- und Einzelturnier der Judoka der VI. Internationalen Dynamo Spartakiade in Koszalin (VR Polen) sind wiederum die UdSSR-Sportler am erfolgreichsten. Die Dynamovertretung der DDR kann erneut im Mannschaftskampf den 2. Platz erringen. Im Finalkampf gegen die UdSSR-Staffel gelingt es Klaus Hennig, den WM-Dritten von 1967 Ansor Kiknadse zu schlagen. Im Einzelturnier gewinnen Dietmar Hötger im Halbmittel-gewicht und Wolfgang Zuckschwerdt bei den erstmals ausgetragenen Juniorenwettkämpfen im Schwergewicht eine Goldmedaille.


September 1967: Herausgabe einer DAN-Broschüre in der DDR

Der Deutsche Judo-Verband der DDR gibt eine DAN-Broschüre unter dem Titel „Nage-No-Kata und Katame No-Kata“, von Hans Müller-Deck unter Mitarbeit von Manfred Michelmann und Wolfgang Schneider erarbeitet, heraus. Sie stellt eine wertvolle Ergänzung der beiden Judo-Lehrbücher von Horst Wolf (Judo-Kampfsport - Die Technik und Methodik der Judo-Grundschule, vgl. Dezember 1955, und Judo für Fortgeschrittene, 1956) dar und unterstützt die Kandidaten in ihrer Vorbereitung auf die Dan-Prüfungen.

8. Oktober 1967: Start zur Lauf-Dich-gesund-Bewegung

Auf Initiative eines Arbeitskreises unter Leitung von DTSB-Vize-Präsident Dr. Edelfried Buggel findet in Zwickau die erste Lauf-Dich-gesund-Bewegung-Veranstaltung statt.

Oktober 1967: UdSSR-Sportdelegation zu Gast in der DDR

Aus Anlass des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution besucht eine repräsentative Sportdelegation der UdSSR die DDR, der solche verdienstvollen Persönlichkeiten wie der ehemalige Generalsekretär der Roten Sport-Internationale (RSI) Iwan A. Scholdak und der bekannte Sportwissenschaftler Prof.Dimitri P. Markow angehören. Die Delegation nimmt auch am Fest der Freundschaft in Leipzig (13. bis 17. Oktober) teil, in dessen Rahmen ein Judoturnier der jüngsten Judoka der DDR stattfindet.

18. /19. November 1967: XVII. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei dieser XVII. MM in Hoyerswerda, an der sich insgesamt 18 Mannschaften beteiligen (die vier Erstplatzierten des Vorjahres und 14 Bezirksmeister) und die erstmals nach dem WM-System (KO-Runde mit einer Hoffnungsrunde) ausgetragen wird, gewinnt erneut die Vertretung des SC Dynamo Berlin vor den Mannschaften der HSG Humb. Uni Berlin, des ASK Vorwärts Berlin und der BSG Motor Wolgast. Bei den FDJ Pokalkämpfe (4./5. November) in Schwerin hatte ebenfalls die Staffel des SC Dynamo Berlin gewonnen.


23. und 25. November: 1967 DDR-Judo-Auswahl in der UdSSR

Im Rahmen der DDR-Kulturtage in der Grusinischen SSR finden zwei Freundschaftsvergleichskämpfe DDR - GSSR in Tbilissi und Gori statt, die 1:1 bzw. 2:0 enden.

26. November 1967: II. DDR-Judo-Meisterschaften der Frauen

Die zweiten DDR-Meisterschaften für die weiblichen Judoka finden in der neuen Sporthalle in Potsdamstatt. Diesmal sind schon 125 Starterinnen aus 14 Bezirken beteiligt. Auch eine weitere Neveau- verbesserung kann festgestellt werden. Den Titel des DDR-Meisters bei den Frauen erkämpfen: 52,5 kg - Hermann (BSG Traktor Stralsund), 57,5 kg - Aßmann (SG Dynamo Hagenow), 62,5 kg - Zerrenthin -(SG Dynamo Ribnitz), 67,5 kg - Schuchardt, + 67,5 kg - Gathe (beide BSG Motor Eisenach). Als beste Technikerin wird diesmal Ruth Schuchardt ausgezeichnet. In der Jugendklasse erhält Karin Kübler (BSG Empor Berlin) diese Auszeichnung.

29. November/1. Dezember 1967: Japanische Judo-Auswahl in der DDR

Eine japanische Gewerkschaftsauswahl von Judoka tritt in Berlin und Leipzig zu insgesamt vier Vergleichskämpfen gegen die A- und B-Auswahl des DJV der DDR an. Vor ausverkauften Hause erreicht die A-Auswahl der DDR in der Berliner Dynamo-Sporthalle ein 2:2-Unendschieden, während die übrigen Kämpfe die japanischen Judoka, die bis zum 5. Dan graduiert sind, für sich entscheiden.

10. /11. Februar 1968: Jugendländerkämpfe UdSSR-VR-Polen-DDR im Judo

Die Jugendauswahl des DJV der DDR kann in Görlitz zwei Länderkämpfe gegen Mannschaften aus der VR Polen (5:5 - Wertungspunkte: 36:22) und der UdSSR (6.3) gewinnen. Auch im nachfolgenden Einzelturnierin den Gewichtsklassen, an dem sich außerdem noch französische und österreichische Judoka beteiligen, können die DDR-Vertreter zwei 1. Plätze erringen. Dennoch ist der Leistungsstand nicht befriedigend, so dass für die diesjährige Jugend-EM keine Delegierung ausgesprochen wird.

17. Februar 1968: Erstes Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

In Abkehr bisheriger Veranstaltungen, Einzelturniere im Anschluss an Länderkämpfe zu organisieren, wird vom DJV der DDR in Berlin ein Internationales Leistungsturnier durchgeführt, bei dem wie bei den internationalen Meisterschaften nur der Erfolg des Judoka in seiner Gewichtsklasse zählt. Bei Teilnahme von bekannten Judoka aus der VR Polen, Frankreich und den Niederlanden, die unter Leitung des Trainers Anton Geesink erschienen sind, können die DDR-Sportler in vier der fünf Gewichtsklassen gewinnen: Scholz, Schröder, Howiller und Hennig.

8. /9. März 1968: Judo-Europameisterschaften für Jugend und Junioren

Bei den Judo-EM für die Jugend und die Junioren in London, an denen sich der DJV der DDR nicht beteiligt, sind 151 Judoka aus 15 Ländern am Start. Den größten Erfolg erzielen die UdSSR-Sportler mit fünf Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen.

23. März 1968: Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

1968

Bei einem weiteren internationalen Leistungsturnier des DJV der DDR in Berlin unter Teilnahme von Judoka aus der UdSSR, Frankreich und Jugoslawien können sich nur Smirat und Birkholz durchsetzen und den 1. Platz belegen.


30. /31. März 1968: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend B

Die Judo-Einzelmeisterschaften der DDR für die Jugend B finden in Sebnitz bei Dresden statt. Friedrich gewinnt in der 65-kg-Klasse und Thomas in der 70-kg-Klasse (beide SC Dynamo Berlin). In der Bezirkswertung siegt wiederum Berlin, diesmal vor Magdeburg und Dresden.


März 1968: Artikelserie über Werte des Judosports

Im Heft 3/1968 der Zeitschrift Judo beginnt Wolfgang Schneider mit der Veröffentlichung einer interessanten Artikelserie zum Thema „Über die Werte des Judosports im Rahmen der sozialistischen Körperkultur“,in der er auf die Potenzen dieser Sportart für die allseitige körperliche und geistige Entwicklung der Menschen im Sozialismus aufmerksam macht.


5. /6. April 1968: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend A

An den XVII. Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka (Jugend A), die in Schwerin statt finden, sind 99 Sportler am Start. Es gibt in allen Klassen neue DDR-Meister, so im Halbmittelgewicht Hans Joachim Bech (SG Dynamo Görlitz) und im Halbschwergewicht Harald Zeller (SC Dynamo Berlin).


6. April 1968: Volksentscheid über die sozialistische Verfassung der DDR

Die wahlberechtigten Bürger der DDR stimmen in einem Volksentscheid über die sozialistische Verfassung, die seit Monaten in Versammlungen und Medien diskutiert worden war, ab. Bei einer Stimmbeteiligung von 98,5 Prozent sprechen sich 94,5 Prozent der Bürger für die neue Verfassung aus. Sie wird am 8. April in einem festlichen Akt im Staatsrat der DDR in Kraft gesetzt. Körperkultur und Sport sind erstmals ineiner deutschen Verfassung enthalten.


April 1968: Artikel zum 10. Jahrestag der Bildung des DJV der DDR

Im Heft 4/1968 der Zeitschrift Judo wird in einem Artikel „10 Jahre Deutscher Judo-Verband der DDR“ auf die erfolgreiche Entwicklung des DJV verwiesen. Danach hat der Judo-Verband in der DDR bis Ende 1967 insgesamt 24 337 Mitglieder, die in 461 Sektionen organisiert sind. Bisher ist sechs Trainern bzw. Athleten der Ehrentitel „Verdienter Meister des Sports“ und 18 Judoka der Ehrentitel „Meister des Sports“ verliehen worden.


16. Mai 1968: EJU-Kongress

Der Generalsekretär des DJV Heinz Kempa, der den Judo-Verband der DDR auf dem Kongress der EJU in Lausanne vertritt, erhält die Bestätigung, dass die Europameisterschaften der Senioren für 1970 wiederum andie DDR vergeben worden sind. Außerdem informieren der IJF-Präsident Palmer und der EJU-Präsident Ertel nach Kontakten mit dem IOC, dass Judo ab 1972 ständig im Programm der Olympischen Spiele enthalten sein wird.


17. bis 19. Mai 1968: Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Lausanne kann sich Helmut Howiller im Halbschwergewicht nach mehrjähriger „Pause“ wieder platzieren. Er erkämpft eine wertvolle Silbermedaille. Bronzemedaillen gewinnen Leupold im Mittelgewicht und Hennig in der Kategorie Offen für alle.


24. Mai bis 8. Juni 1968: DDR-Judo-Auswahl in Kuba

Unter Leitung von DJV-Generalsekretär Heinz Kempa und Verbandstrainer Henry Hempel weilt eine DDR Auswahl auf Einladung des kubanischen Judo-Verbandes in Kuba. Zum DDR-Aufgebot gehören: Werner,Scholz, Hötger, Hendel, Leupold, Smirat, Howiller und Hennig. Nach längerem gemeinsamen Training werden drei Länderkämpfe ausgetragen, die die DDR-Auswahl alle hoch gewinnt (6:1, 9:1, 9:1). In freundschaftlicher und solidarischer Verbundenheit wird Abschied genommen.

8/9. Juni 1968: XIX. DDR-Judo Meisterschaften

Die XIX. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren finden in Karl Marx Stadt ohne die Nationalkader der DDR-Auswahl, die sich noch in Kuba aufhalten, statt. Dadurch gibt es durchweg neue Titelträger.DDR-Meister werden: Leicht - Hecht (ASK Vorwärts Berlin), Halbmittel - Schröder (SC Dynamo Berlin), Mittel - Micka (HSG Humb. Uni Berlin), Halbschwer - Birkholz (HSG Wissenschaft Humb. Uni. Berlin) Schwer - Schönbacher (HSG Wissenschaft HUB).


13. bis 15. Juli 1968: Adria-Pokal

Bei den traditionellen Kämpfen um den Adria-Pokal in Split (Jugoslawien) können die DDR-Judoka in zwei Gewichtsklassen den Sieg erringen: Scholz (Leicht) und Hötger (Halbmittel).


22. bis 28. Juli 1968: II. Kinder- und Jugendspartakiade der DDR

In Berlin findet die II. Zentrale Kinder- und Jugendspartakiade der DDR in den olympischen Sommer- sportarten statt, an der insgesamt 13 000 junge Sportler teilnehmen. An den Vorkämpfen in den Kreisen waren 461000 Kinder und Jugendliche an den Start gegangen. In der Bezirkswertung liegt Berlin vor Leipzig und Rostock und in der Klubwertung der SC DHFK Leipzig vor dem SC Dynamo Berlin und dem SC Magdeburg an der Spitze. An den drei Judoturnieren (Kinder, Jugend B, Jugend A), die an der Sportstätte am Weißen See stattfinden, neh-men 366 Judoka teil. Von den Spartakiadesiegern sind hervorzuheben: Bei den Kindern - Lahr (40 kg), Hainke (55 kg), bei der Jugend B - Arndt (50 kg), Jakubek (55 kg), Thomas (80 kg) und bei der A-Jugend Hamann (65 kg), Zeller (85 kg), Schulze (+85 kg). Als bester Kämpfer wird Harald Zeller (SC Dynamo Berlin) ausgezei-chnet. In der Bezirkswertung siegt Berlin vor Leipzig und Magdeburg.

13. bis 24. August 1968: Erstmalig Zentrale Kinderwettkämpfe im Judo für Mädchen

Nachdem im April das Präsidium des DJV der DDR durch Beschluss offiziell Wettkämpfe für Mädchen gestattet hatte, wird im Pionierlager „Karl Marx“ in Bad Schmiedeberg die I. DDR-Bestenermittlung für weibliche Judoka bis 14 Jahre ausgetragen. 101 Mädchen aus 14 Bezirken sind am Start. In der Bezirkswertung liegt. Leipzig vor Frankfurt und Magdeburg an der Spitze. Die beste Sektion stellt die SG Dynamo Bernau.


20. September 1968: Staatsratsbeschluß über Körperkultur

Der Staatsrat der DDR fasst einen Beschluss zur Körperkultur, in dem Zielsetzung und Aufgaben der sozialistischen Körperkultur in der DDR, die gesellschaftliche Funktion der Körperkultur und die detaillierten Aufgaben in den einzelnen Teilbereichen der Körperkultur enthalten sind. Die körperliche Vervollkommnung aller Bürger wird als oberstes Ziel der soz. Körperkultur charakterisiert und das regelmäßige mehrmalige sport treiben pro Woche als Lebensprinzip und Bedürfnis der Mehrheit der Bürger zum entscheidenden Mittel der Realisierung der Zielsetzung gekennzeichnet.


6. Oktober 1968: II. DFD-Pokalturnier

Das zweite Turnier um den DFD-Wanderpokal in den einzelnen Gewichtsklassen findet in Berlin statt. Den Pokal erkämpfen: 52,5 kg - Jahnke (BSG Empor Berlin), 57,5 kg - Schlote (SG Dynamo Fried- richshain), 62,5 kg - Müller (SG Dynamo Pößneck), 67,5 kg - Heißler (SG Dynamo Dessau), +67,5 kg – Martin (BSG .Motor Crimmitschau).


12. Oktober: IOC-Beschluss über volle Souveränität des NOK der DDR

Das IOC beschließt auf seiner Tagung in Mexiko-Stadt am Vorabend der Olympischen Sommerspiele: Die Sportler der DDR erhalten ab 1. Januar das Recht, mit ihrer eigenen Flagge, ihrer Hymne, ihrer staatlichen Symbolik und unter ihren Staatsnamen an Olympischen Spielen mit einer selbstständigen Mannschaft teilzunehmen. Damit sind die letzten einschränkenden Bestimmungen (vgl. IOC-Tagung in Madrid vom 8. Oktober 1965) weggefallen, und die volle Souveränität des NOK der DDR ist hergestellt. Ein fast 20-jähriger Kampf imperialistischer Kräfte gegen den DDR-Sport endet mit einer vollständigen Niederlage.

12. /13. Oktober 1968: Internationales Judoturnier der sozialistischen Armeen

Anlässlich des 25. Jahrestags von Legia Warschau findet ein internationales Judoturnier der soz. Armeesportler statt. Die Judoka des ASK Vorwärts Berlin erringen den Sieg im Mannschaftsturnier und drei Siege im Ge-wichtsklassenturnier (Hecht-Leichtgewicht, Hendel-Halbmittelgewicht, Lorenz-Mittelgewicht).

12. bis 27. Oktober 1968: Olympische Sommerspiele

An den XIX. Olympischen Sommerspielen in Mexiko-Stadt nimmt erstmalig in der Geschichte der Sommerspiele eine selbständige DDR-Mannschaft mit großem Aufgebot teil. Bei diesem vierten Olympiastart bei Sommerspielen erringen die DDR-Sportler einen großen Erfolg. Mit insgesamt neun Gold-, neun Silber und sieben Bronzemedaillen sowie zahlreichen wertvollen 4. Bis 6. Plätzen wird der 3. Rang in der inoffiziellen Länderwertung mit 239 Punkten erkämpft. Damit hat sich die DDR in dem kurzen Zeitraum von nur 20 Jahren von einer schwierigen Ausgangsposition zu einem führenden Sportland der Welt entwickelt. Von den DDR-Olympioniken ist besonders der Doppelolympiasieger Roland Matthes über 100m und 200mRückenschwimmen hervorzuheben. Ein olympisches Judoturnier findet diesmal nicht statt.

13. Oktober: 1968 Erstes Werner-Seelenbinder-Gedenkturnier des DJV der DDR

Auf Beschluss des Präsidiums des DJV der DDR wird als Beitrag zur Seelenbinder-Ehrung ein zen- trales Gedenkturnier der Jugend in Berlin veranstaltet, das alljährlich wiederholt werden soll. Mit diesem Turnier ehrt der DJV der DDR einen vorbildlichen Sportler, der als Pionier der deutsch-sowjetischen Freundschaft und als Kämpfer gegen Faschismus und Krieg eine verdienstvolle Rolle in der deutschen Sportgeschichte spielte und der auch im Arbeiterjudosport zusammen mit Willi Lorbeer und Hans Becker bei Mannschaftsturnieren aktiv war. 191 Judoka aus 42 Sektionen nehmen an diesem ersten Werner Seelenbinder-Gedenkturnier teil,das mit einer Feierstunde an der Büste im Beisein seines Kampfgefährten Erich Rochler eingeleitet wird.Den Sieg erringen: Leicht - Jahnke (BSG Motor Wol- gast), Halbmittel - Luding, Mittel - Friedrich, Halbschwer - Zeller, Schwer - Weber (alle SC Dynamo Berlin).

3. November 1968: X. FDJ-Pokalturnier

Beim zehnten FDJ-Pokalturnier für die Judosportler, das in Berlin ausgetragen wird, erringen die 1.und Mannschaft des SC Dynamo Berlin den 1. Bzw. 2. Platz vor den Vertretungen des ASK Berlin und der SG Dynamo Großenhain.


23. /24. November 1968: XVIII. DDR-Mannschaftsmeisterschaften im Judo

Bei dieser XVIII. MM in Meißen, an der sich insgesamt 19 Mannschaften beteiligten (die vier Erst- platzierten des Vorjahres und alle 15 Bezirksmeister) gewinnt erneut die Vertretung des SC Dynamo Berlin (Hoppegarten) vor der 2. Und 1. Staffel des ASK Vorwärts Berlin und der Mannschaft des SC DHFK Leipzig.

7. /8. Dezember 1968: III. DDR-Judo-Meisterschaften der Frauen

Die dritten DDR-Meisterschaften für die weiblichen Judoka finden in Schwerin statt. Trotz einiger Probleme können Fortschritte festgestellt werden. Den Titel des DDR-Meisters bei den Frauen erkämpfen: 52,5 kg - Roth (BSG Fortschritt Burg), 57,5 kg - Schlote (SG Dynamo Friedrichshain), 62,5 kg - Schuchardt (BSG Motor Eisenach), 67,5 kg - Piontek (SG Dynamo Pößneck), +67,5 kg - Schwanke (BSG Lokomotive Leipzig). In der Jugendklasse tritt Monika Müller (SG Dynamo Grevensmühlen) in der Klasse +65 kg besonders hervor.

1969

25. Januar 1969: Internationales Jugendleistungsturnier des DJV der DDR

Erstmalig wird auch für den Jugendbereich ein Internationales Leistungsturnier vom DJV der DDR durchge-führt;es findet unter Beteiligung von Gästen aus Frankreich und Österreich in Schwerin statt. Die Nachwuchskader des DJV können sich bis auf das Halbschwergewicht durchsetzen.


15. Februar 1969: Internationales Jugendleistungsturnier des DJV der DDR

Bei einem weiteren Internationalen Leistungsturnier mit Gästen aus der VR Polen und der Ung. VR in Karl-Marx-Stadt können die Nachwuchskader bis auf das Halbmittelgewicht Erfolge verbuchen.


22. Februar 1969: Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

Beim ersten Internationalen Leistungsturnier für die Nationalkader der DDR im Seniorenbereich in Berlin unter Beteiligung von polnischen Judoka gibt es durchweg DDR-Siege: Werner, Schröder, Smirat, Howiller und Hennig.


Februar 1969: Artikelserie über Judo-Nachwuchsarbeit

Im Heft 2/1969 der Zeitschrift Judo beginnt Hans-Müller-Deck mit der Veröffentlichung einer wichtigen Artikelserie zum Thema „Fragen der weiteren Entwicklung des sportlichen Nachwuchses im Deutschen Judo-Verband der DDR“.

8. März 1969: III. DFD-Pokalturnier

Das dritte Turnier um den DFD-Wanderpokal findet am Internationalen Frauentag in Calbe statt. 71 Wettkämpferinnen sind am Start. Den Pokal erkämpfen: 52,5 kg - Schütze (SG Dynamo Halle), 57,5 kg Müller (SG Dynamo Zossen), 62,5 kg - Müller (SG Dynamo Pößneck), 67,5 kg - Schlote (SG Dynamo Friedrichshain), .+67,5 kg - Martin (BSG Motor Crimmitschau). Damit ist Antje Schlote die erfolg- reichste Pokalkämpferin. Sie erringt zum dritten Mal den Pokal, allerdings jeweils in einer anderen Gewichtsklasse.

17. März 1969: Appell für Europäische Sicherheitskonferenz

Ausgehend von einem Vorschlag vom Juli 1966 (Bukarester Tagung) beschließt der Politische Bera- tende Ausschuß der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages auf seiner Tagung in Budapest einen Appell an alle europäischen Länder, die Anstrengungen zur Festigung des Friedens und der Sicherheit in Europa zu ver-vielfachen und praktische Schritte zur Einberufung einer gesamt- europäischen Sicherheitskonferenz zu unternehmen.

22. März 1969: Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

Bei einem weiteren Internationalen Leistungsturnier mit Gästen aus der Ung. VR und Österreich in Leipzig können die Nationalkader der DDR in allen Gewichtsklassen den 1. Platz erringen: Scholz, Hendel Smirat, Howiller und Hennig.

12. /13. April 1969: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend B

Die Judo-Einzelmeisterschaften der DDR für die Jugend B, die in Forst ausgetragen werden, zeigen eine deutliche Leistungsverbesserung. Arndt (SG Dynamo Adlershof) zeigt in der 55 kg-Klasse und Krüger (SG Dynamo Pasewalk) in der 60 kg-Klasse. In der Bezirkswertung liegt diesmal Leipzig vor Berlin und Dresden.an der Spitze.


19. /20. April 1969: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend A

Bei den XVIII. Einzelmeisterschaften der DDR für die jugendlichen Judoka (Jugend A), die in Neustrelitz stattfinden, sind ebenfalls Leistungsverbesserungen sichtbar. Insgesamt sind 107 Wettkämpfer am Start. Von den Titelgewinnern hinterlassen Lothar Fehre (Halbmittel) und Harald Zeller (Halbschwer), der seinen Sieg wieder-holt, den besten Eindruck.

15. bis 18. Mai 1969: Judo-Europameisterschaften

Bei den europäischen Titelkämpfen in Ostende (Belgien) können Scholz im Leichtgewicht und Smirat im Mittelgewicht je eine wertvolle Silbermedaille erringen. Alle anderen DDR-Kader scheiden in der Vor- bzw. Hoffnungsrunde aus. Ruska (Niederlande) wird Doppeleuropameister im Schwergewicht und in der Kategorie Offen für alle.

16. Mai 1969: EJU-Kongress

Der Generalsekretär des DJV Heinz Kempa, der den DJV der DDR auf dem Kongress in Ostende vertritt, erhält die Bestätigung für die Durchführung der Judo-EM 1970 für die Zeit vom 21. Bis 24. Mai in Berlin, der Hauptstadt der DDR. Durch die Aufnahme der Judoverbände von Island und Norwegen gehören der EJU nunmehr 25 Landesverbände an. In Vorbereitung der EM und des EJU-Kongresses tritt EJU-Präsident Ertel energisch gegen das Ansinnen des belgischen Außenministeriums auf, das im Auftrage der NATO fordert, Start und Auftreten der DDR-Delegation nur unter diskriminierenden Bedingungen zuzulassen.

28. Mai 1969: Skandal in Mainz (BRD)

Die DDR-Nationalriege der Turnerinnen mit der vierfachen Europameisterin Karin Janz an der Spitze kann ein Schauturnen, das sie auf Einladung der TSG Main-Bretzenheim veranstaltet, nicht zu Ende führen, da BRD Polizei während des Schauturnens in den Saal eindringt, die DDR-Fahne herunterreißt und so den Abbruch.- der Veranstaltung unter starkem Protest der Zuschauer erzwingt.


5. bis 17. Juni: Internationale Beratung der kommunistische Parteien

In Moskau findet nach vielen Vorbesprechungen eine Internationale Beratung von 75 kommunistischen und Arbeiterparteien statt, die weiteren Veränderungen des internationalen Kräfteverhältnisses zugunsten des Sozialismus eingehend analysiert und Schlussfolgerungen für den anitimperialistischen Kampf zieht. Es werden der Friedensappell und das Hauptdokument sowie verschiedene spezielle Erklärungen angenommen. An dieser bedeutsamen Beratung ist auch eine repräsentative Delegation des ZK der SED aktiv beteiligt. Das Politbüro des ZK der SED wertet anschließend am 24. Juni diese Internationale Beratung aus und billigt deren Beschlüsse.


7. /8. Juni 1969: XX. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XX. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren finden in Magdeburg statt. Im Vergleich zum Vorjahr sind wieder alle Nationalkader am Start, so dass es durchweg neue Titelträger gibt. DDR-Meister werden: Leicht - Scholz, Halbmittel - Hötger (beide SC Dynamo Berlin), Mittel – Leupold (ASK Vorwärts .Berlin), Halbschwer - Wecker (SC DHFK Leipzig), Schwer - Zuckschwerdt (SC Dynamo Berlin).

16. Juli 1969: Nationalrat der DDR zur Körperkultur

Der Nationalrat der Nationalen Front der DDR behandelt Fragen der Körperkultur und des Sports, ins- besonderedie Aufgaben der Wohnbezirksausschüsse (WBA) zur weiteren Entfaltung des Sports in den Wohngebieten.

21. Juli bis 7. August 1969: Pionierpokal

Wiederum finden in Bad Schmiedeberg die Wettkämpfe der jüngsten Judoka um den Pionierpokal statt. 320 Kinder bewerben sich in einem Mannschaftsturnier der Altersgruppe Schüler A und in Einzelturnieren für die Schüler A und B um die Medaillen und Urkunden. Pokalsieger im Mannschaftswettbewerb Schüler A wird der Bezirk Schwerin vor Dresden und Leipzig. Bei den Einzelwettbewerben erzielt Schwerin bei den Schülern A und Magdeburg bei den Schülern B die meisten Punkte.

24. bis 27. Juli: 1969 V. Turn- und Sportfest der DDR

Wieder treffen sich über 100 000 Sportler von allen Sportarten und aus allen Teilen der Republik und Tausende Gäste aus dem Ausland in Leipzig, unter ihnen der IOC-Präsident Avery Brundage, um das Turn- und Sportfest der DDR feierlich zu begehen. Das Fest steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf den 20. Jahrestag der Gründung der DDR und stellt den Beitrag des DTSB zu diesem bedeutsamen Jubiläum dar. Was sich schon im Verlauf der letzten beiden Jahre zeigte, wird hier anschaulich unterstrichen: Die sozialistische Körperkultur in der DDR ist in voller Entfaltung und hat das Weltniveau erreicht! Höhepunkt und Krönung des Festes ist wiederum die Sportschau im Zentralstadion, in der diesmal die DynamoSportler in ihrer Übung Elemente des Judosports demonstrieren. Die gleichzeitig stattfindenden Judowettkämpfe um den Pionierpokal in Bad Schmiedeberg stellen den Hauptbeitrag des DJV zu diesem Fest dar.

10. bis 27. August 1969: Erstmals Pionierpokal für weibliche Judoka

In Bad Schmiedeberg finden zusammen mit der zweiten Bestenermittlung für weiblich Judoka bis 14 Jahre erstmals auch Judowettkämpfe um den Pionierpokal statt, den die Vertretung des Bezirkes Leipzig vor den Mannschaften von Frankfurt und Rostock gewinnen kann. In der Sektionswertung bei der Bestenermittlung .steht die SG Dynamo Bernau vor der BSG Traktor Stralsund und der HSG DHFK Leipzig an der Spitze.

30. August 1969: EJU-Kongress

Da der letzte Kongress der EJU in Ostende (vgl. 16. Mai 1969) aus Zeitmangel nicht alle Tagungs- ordnungspunkte behandeln konnte, findet ein außerordentlicher Kongress in Lausanne statt. Der Judoverband der SR Rumänien wird als neues Mitglied der EJU aufgenommen. Informationen über die bevorstehenden Weltmeisterschaften in Mexiko und andere Veranstaltungen erfolgen, und es werden Vorschläge und Festlegungen Erarbeitet, so ein Beschluss, dass bei Siegerehrungen der EM künftig das Flaggen- und Hymnenzeremoniell durchgeführt werden kann.

31. August 1969: Länderkampf Kuba-DDR im Judo

In Frankfurt wird ein Länderkampf für die in der DDR weilende Nationalmannschaft Kubas veranstaltet, den die DDR-Auswahl mit 4:1 Punkten gewinnt. In einem zweiten Vergleich kann die Vertretung des ASK Vorwärts Frankfurt die kubanische Auswahl ebenfalls mit 4:1 besiegen. Schon am 22. August war in Hoppegarten ein .Vergleich gegen den SC Dynamo Hoppegarten mit 7:4 Punkten für den DDR-Mannschaftsmeister ausgegangen.

4. bis 9. Oktober 1969: DDR-Judo-Auswahl in der UdSSR

Im Rahmen der Freundschaftswoche DDR-UdSSR finden zwei Vergleichskämpfe DDR-RSFSR in Dubna und Moskau statt, die mit 5:4 und 7:3 Punkten für die Gastgeber enden.

5. bis 7. Oktober 1969: 20.Jahrestag der DDR

Große Jubiläumsfeierlichkeiten finden in allen Städten und Gemeinden der Republik sowie in vielen Ländern der Welt, in denen sich Bürger der DDR aufhalten, zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR statt. Höhepunkte dieser Feierlichkeiten sind die Veranstaltungen in der Hauptstadt der DDR Berlin: das Treffen der.jungen Sozialisten, die Freundschaftsbesuche zahlreicher Regierungs-, Partei-, Gewerkschaft- und anderer repräsentativer Delegationen mit dem Generalsekretär des ZK der KPdSU, Leonid Breshnew, an der Spitze, die Ehrenparade der Nationalen Volksarmee der DDR und die Festdemonstration der Bevölkerung auf dem Marx Engelsplatz. Aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR werden zahlreiche Judoturniere ausgetragen.


20. Oktober 1969: IJF-Kongress

Unmittelbar vor den VI. WM tagt der Kongress der IJF in Mexiko-Stadt. Der DJV der DDR wird durch den Präsidenten Horst Wolf und den Generalsekretär Heinz Kempa vertreten. Der Kongress beschließt einen Sportkodex für die IJF, an dessen Ausarbeitung auch DJV-Verbandstrainer Henry Hempel beteiligt war. In .diesem Sport-kodex wird jedem Veranstalter für Judo-Weltmeisterschaften die Empfehlung gegeben, zur Eröffnung Flaggen und Namensschilder der teilnehmenden Länder vorantragen zu lassen und zur Siegerehrung das Flaggen- und Hymnenzeremoniell nach olympischen Vorbild durchzuführen.


23. bis 25. Oktober 1969: VI. Judo-Weltmeisterschaften

Bei den sechsten Weltmeisterschaften im Judo in Mexiko-Stadt bewerben sich 153 Judoka aus 34 Ländern um die 6 WM-Titel (1967 waren es 121 Judoka aus 25 Ländern). Auch drei DDR-Sportler sind am Start: Smirat und Leupold im Mittelgewicht sowie Howiller im Halbschwergewicht und in der Kategorie Offen für alle. Die Japaner können alle sechs WM-Titel gewinnen: Sonada, J. (Leicht), Monatoya (Halbmittel), Sonoda (Mittel), Sasahara (Halbschwer), Suma (Schwer) und Ishinomaki (Offen für alle), und dazu noch drei Silber und drei Bronzemedaillen erringen. Die Judoka der UdSSR erzielen vier Bronzemedaillen (Suslin, Rudman, Pokatajew, Onaschwili). Die DDR-Teilnehmer können nicht ernsthaft in die Entscheidung eingreifen. Sie sind wegen verspäteter Visaerteilung erst 24 Stunden vor Beginn der Wettkämpfe angereist und können sich nicht wie die anderen Aktiven an die Höhenlage und den Zeitunterschied anpassen, sie scheiden trotz kämpferischen Einsatzes in der Vorrunde bzw. in der Hoffnungsrunde aus. Howiller besiegt dabei z. B. in der Kategorie Offen für alle den bisherigen Vizeweltmeister im Halbschwergewicht Hermann (BRD).


1. /2. November 1969: XIX. DDR-Mannschaftsmeisterschaft im Judo

Bei dieser XIX. MM in Erfurt an der sich 18 Mannschaften beteiligen, gewinnt wiederum die Vertretung des SC Dynamo Hoppegarten vor den Staffeln des SC DHFK Leipzig, des ASK Vorwärts Frankfurt und der HSG Wis-senschaft Humboldt Uni Berlin.

4. November 1969: Judo-Auswahl der Georgischen SSR in der DDR

Im Rahmen einer Festwoche der Georgischen SSR in der DDR wird ein Mannschaftsturnier für die Judo-Auswahl der GSSR in Suhl ausgetragen. Der Vergleichskampf GSSR-DDR endet 2:2 unentschieden, während die Georgischen Judoka die Bezirksauswahl Suhl und die Mannschaft des SC DHFK Leipzig jeweils mit .5:0 Punkten besiegen können.

8. /9. November 1969: XI. FDJ-Pokalturnier im Judo

Beim elften FDJ-Pokalturnier für die Judosportler, das in Riesa veranstaltet wird, erringt wiederum die 1.Mannschaft des SC Dynamo Hoppegarten den Gesamtsieg, diesmal vor den Vertretungen des ASK Vorwärts Frankfurt (2. Platz) und der SG Dynamo Großenhain und ihrer eigenen 2. Mannschaft. Da dieser Wanderpokal damit zum dritten Mal hintereinander gewonnen wird, verbleibt er im Besitz des SC Dynamo Hoppegarten.


29. /30. November 1969: Präsidiumstagung des DJV der DDR

Das Präsidium des DJV der DDR wertet auf seiner erweiterten Jahrestagung in Karl-Marx Stadt die 12. Tagung des DTSB-Bundesvorstandes aus, die den IV.Turn- und Sport Tag des DTSB für Mai 1970 einberufen hat, und orientiert auf die nächsten Europameisterschaften, die dem DJV von der EJU über- tragen wurden. .Das Präsi-dium beschließt die Einberufung des IV. Verbandstages des DJV für den 26.April 1970 nach Potsdam und die Durchführung der Wahlen auf allen Ebenen des Verbandes. Ausführlich wird die Vorbereitung der EM, die vom 21. Bis 24. Mai 1970 in Berlin stattfinden werden, beraten. Erstmalig wird der Wettbewerb des DJV um die beste Wettkampfaktivität ausgewertet. Als Sieger werden der BFA Berlin mit der Wanderfahne und die SG Dynamo Schwerin mit dem Pokal ausgezeichnet.

6. /7. Dezember 1969: IV. Judomeisterschaften der Frauen

Die vierten DDR-Meisterschaften für die weiblichen Judoka werden in Karl-Marx Stadt ausgetragen. Es kannein weiterer Fortschritt im technischen Niveau festgestellt werden. Den Titel des DDR-Meisters bei den Frauen erkämpfen: 52,5 kg - Pinkawa (SG Dynamo Hagenow), 57,5 kg - Schlote (SG Dynamo Friedrichs.hain), 62,5 kg - Giese (SG Dynamo Potsdam), 67,5 kg - Piontek (SG Dynamo Pößneck) +67,5 kg - Martin (BSG Motor Crimmitschau). Als beste Technikerinnen werden bei den Frauen Renate Müller (2. Platz 62,5 kg) und bei den weiblichen Jugendlichen Barbara Eckarth (1. Platz 60 kg) ausgezeichnet.

20. Dezember 1969: Erstmals Internationales Jugendturnier der Freundschaft im Judo

Der DJV der DDR veranstaltet in Berlin ein Internationales Jugendturnier der Freundschaft für die Judoverbände der soz. Länder, das entsprechend den Erfahrungen in anderen Sportarten fortan regelmäßig abwechselnd in anderen Ländern durchgeführt werden soll. An diesem ersten Turnier nehmen sieben Länder teil: UdSSR, VR Bulgarien, CSSR, VR Polen, Ung. VR und DDR. Die sowjetischen und polnischen Judoka erringen je zwei Goldmedaillen und je eine Bronzemedaille und die DDR-Judoka eine Goldmedaille (Luding) sowie drei Silber- und fünf Bronzemedaillen.

1970

30. Januar 1970: Länderkampf DDR-Belgien im Judo

Fast acht Jahre nach dem ersten Länderkampf Belgien-DDR in Leipzig kann nach Aufhebung dis- kriminieren der NATO-Bestimmungen der Rückkampf stattfinden, er wird in Antwerpen veranstaltet. Die DDR-Auswahl gewinnt mit 8:2 Punkten. Mit dem gleichen Ergebnis wird auch eine Provinzauswahl von Antwerpen besiegt.

6. /7. Februar 1970: DDR-Judoka in der UdSSR

Eine Delegation von je vier Junioren und Senioren des DJV der DDR nimmt am Internationalen Judoturnier in Tbilissi teil. In dem gut besetzten Turnier unter Teilnahme von Judoka aus der UdSSR, der VR Polen, Frankreichs und den Niederlanden können die DDR-Vertreter nur zwei Medaillen erringen: Weber Platz Junioren Halbschwer) und Scholz (3. Platz - Senioren Leicht).

7. Februar 1970: Internationales Jugendleistungsturnier des DJV der DDR

Bei einem Internationalen Leistungsturnier mit Gästen aus der VR Polen und der Ung. VR in Görlitz können die Nachwuchskader des DJV sich in allen Gewichtsklassen durchsetzen.

17. Februar 1970: Gemeinsames Sportprogramm DTSB-FDGB

Die Bundesvorstände des DTSB und des FDGB vereinbaren ein Gemeinsames Sportprogramm zur Förderung des Massensports der Werktätigen, das einen weiteren Aufschwung des Sports in der DDR zur Folge hat.

21. /22. Februar 1970: Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

Auch beim Internationalen Leistungsturnier für den Seniorenbereich in Berlin unter Beteiligung von Judoka aus Frankreich, Österreich und der Ung. VR gibt es bis auf das Schwergewicht, in dem sich Butka (Österreich) durchsetzt, nur Siege für die DDR-Vertreter: Scholz, Hötger, Skopec, Howiller und Schulz.


7. /8. März 1970: Internationales Leistungsturnier des DJV der DDR

Bei einem weiteren Internationalen Leistungsturnier in Berlin unter Teilnahme von polnischen und jugoslawischen Judoka können sich die DDR-Aktiven in allen Klassen durchsetzen: Werner, Hötger, Smirat, Birkholz und Hennig (Schwergewicht und Offen für alle).

13. /14. März 1970: Judo-Europameisterschaften für Jugend und Junioren

Bei den Judo-EM für die Jugend und die Junioren in Bordeaux (Frankreich) können die DDR-Judoka an die Erfolge von 1967 anknüpfen. Bei Teilnahme von 97 Junioren und 74 Jugendlichen aus 19 Ländern werden drei Gold- und zwei Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille erkämpft. Damit gehört die DDR-Delegation zu den erfolgreichsten Ländervertretungen. Den EM-Titel erringen: Krüger (Halbmittel) bei der Jugend und Schulz (Leicht) sowie Weber (Halbschwer) bei den Junioren.

21. März 1970: IV. DFD-Pokalturnier

Das vierte Turnier um den DFD-Wanderpokal findet in Wildau statt. Es zeugt von der ständigen Weiter- entwicklung des Frauenjudosports in der DDR. 97 Wettkämpferinnen sind am Start. In zwei Fällen müssen sich DDR-Meisterinnen den startberechtigten Jugendvertretern beugen. Den Pokal erkämpfen: 52,5 kg - Arnold (BSG Aktivist Leimbach), 57,5 kg - Eckarth (BSG Motor Niedersedlitz), 62,5 kg - Müller, R. (SG Dynamo Pößneck), 67,5 kg Müller, M. (HSG Wissenschaft HUB), +67,5 kg - Buder (SG Dynamo Schacksdorf).

28. /29. März 1970: DDR-Judo-Meisterschaften der Jugend B

Die Judo-Einzelmeisterschaften der DDR für die Jugend B, die diesmal in Bad Blankenburg ausge- tragen werden, sehen 156 Judoka am Start. Es gibt Leistungsverbesserungen, aber auch kritische Bemerkungen insbesondere zur Kampfweise. Als bester Kämpfer wird Uchnewitz (BSG Post Schwerin), Sieger in der 40-kg Klasse, ausgezeichnet. Weitere Titel erringen: Döhler (SC Leipzig) - 50 kg, Knitter (ASK Vorwärts Frankfurt) - 55 kg Hainke (BSG Motor Magdeburg) - 60 kg, Lüdtke (ASK Vorwärts Frankfurt) - 65 kg, Karl (SG Dynamo Großen-hain) - 80 kg, Kajuschke (ASK Vorwärts Frankfurt) +80 kg.

Ende März 1970: DDR-Judoka in Österreich

Beim vierten europäischen Turnier in Linz, an dem 174 Judoka aus 11 Ländern teilnehmen, kann sich nur Hecht im Leichtgewicht voll durchsetzen. Bech (Halbmittel) und Look (Mittel) erringen 2. Plätze.

11. /12. April 1970: XXI. DDR-Judo-Meisterschaften

Die XXI. Einzelmeisterschaften der DDR für die Judo-Senioren, die wegen der bevorstehenden EM in Berlin von besonderer Bedeutung sind, werden in Potsdam durchgeführt. Den DDR-Meister-Titel erringen: Leicht - Scholz (SC Dynamo Hoppegarten), Halbmittel - Hendel (ASK Vorwärts Frankfurt), Mittel - Smirat (SC Dynamo Hoppegarten), Halbschwer - Howiller-(SC Leipzig), Schwer und Offen für Alle - Hennig (SC Dynamo  Hoppegarten). Alle Kader für die EM warten mit überzeugenden Leistungen auf.

Ende Teil 1 Dr. Lothar Skorning, siehe Kapitel 2, Gruschinski 6. DAN